Diplomarbeit, 2002
141 Seiten, Note: 1
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
0. Einleitung
1. Die Intuition der Dauer
1.1. Die Ursprünge einer Lebensphilosophie
1.2. Über die unmittelbaren Gegebenheiten des Bewußtseins
1.3. Eine Geschichte zur Dauer zur Welt
2. Die Begabung zur Wahrnehmung
2.1. Die Anfänge einer Lebenszeit
2.2. Über die Beziehung zwischen Körper und Geist
2.3. Im Interesse der Veränderlichkeit
3. Die Begegnung mit dem Anderen
3.1. Das Lachen
3.2. Das Unheimliche
3.3. Die schöpferische Entwicklung
4. Die Konkretion des Schöpferischen
4.1. Die philosophische Intuition und die Wahrnehmung der Veränderung
4.2. Die zwei Quellen der Moral und der Religion
4.3. Conclusio
5. Übersetzungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das philosophische Werk von Henri Bergson, insbesondere das zentrale Motiv der „Intuition der Dauer“. Das Ziel besteht darin, Bergsons Philosophie des schöpferischen Universums durch die Analyse seiner Hauptwerke zu beleuchten und eine Brücke zwischen seiner Zeitphilosophie und der Begegnung mit dem „Anderen“ zu schlagen.
Die Intuition der Dauer
Um die «Intuition der Dauer» drehte sich seinen eigenen Aussagen gemäß das philosophische Denken Bergsons: sie soll in diesem Sinne im Mittelpunkt vorliegender Erörterungen stehen. Wenn durch unsere Umschreibung auch eine Annäherung an die Dauer erreicht werden soll, so haben wir es jedoch wohl weniger mit einer Frage nach einem bestimmten Motiv als vielmehr mit einer Frage der Motivation zu tun; in diesem Spannungsfeld befindlich stoßen wir jedoch, alsbald sich etwaige Vorstellungen über die Dauer abzuzeichnen beginnen, auf die Notwendigkeit einer Begriffsklärung.
Gehen wir nun vom französischen Begriff «durée» aus, so wird dieser im Deutschen gewöhnlich mit «(Fort-)Dauer, Beständigkeit, Anhalten» übersetzt und mit einer Art von «Haltbarkeit» oder «Dauerhaftigkeit» assoziiert, welche ein besonderes Licht auf das «Wesen der Dauer» wirft: denn der Begriff bezeichnet ein bestimmtes Prinzip, welches selbst weder der Vergänglichkeit noch einer Veränderlichkeit unterworfen ist, welches aber doch «am Leben bleibt» - eine Allgegenwärtigkeit sozusagen, die dem erkennenden Bewußtsein eine Art «seelischen oder geistigen Haltes» verspricht.
Auch die englische Übersetzung von «durée» verweist auf ein breites Bedeutungsspektrum des Begriffes: «duration» wird in der Regel mit «continuity, continuance, constancy, endurance, perpetuity, length of time, period, time oder permanence» assoziiert - mit Ausdrücken also, welche tendenziell auf eine bewegte Form der Wirklichkeit verweisen und die in diesem Sinne etwas kontinuierlich sich Fortsetzendes bzw. eine Art «perpetuitives Prinzip», aber ebenso eine Periodizität in der Äußerung der Zeit und somit auch eine Form des Zeitabschnitts bezeichnen.
0. Einleitung: Die Einleitung legt das Fundament des Projektes, indem sie die „Intuition der Dauer“ als zentrales, aber schwer beschreibbares Motiv Bergsons einführt und die geplante zyklische Vorgehensweise entlang seiner vier Hauptwerke erläutert.
1. Die Intuition der Dauer: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsklärung der Dauer, wobei Bergson von der französischen „durée“ ausgehend auf das ungreifbare Wesen der Zeit stößt, das sich der rationalen Analyse entzieht und nur intuitiv erfasst werden kann.
2. Die Begabung zur Wahrnehmung: Hier wird untersucht, wie der Mensch als handelndes Wesen aus der ursprünglichen Dauer eine „meßbare Zeit“ konstruiert, indem er sein Bewusstsein räumlich orientiert und so die Welt der Tatsachen erschafft.
3. Die Begegnung mit dem Anderen: Das Kapitel analysiert, wie die Einführung des „Anderen“ in das bergsonische Universum unsere Anschauungen kompliziert, wobei die Phänomene des Lachens und des Unheimlichen als aktuelle Manifestationen des Unbewussten und als Momente der Bewusstseinsbildung gedeutet werden.
4. Die Konkretion des Schöpferischen: Das Abschlusskapitel erörtert die moralischen und religiösen Konsequenzen der Bergsonschen Philosophie, insbesondere im Hinblick auf die „schöpferische Entwicklung“ und die menschliche Fähigkeit, die eigene Individualität transzendierend zu verwirklichen.
Henri Bergson, Dauer, Intuition, Lebensphilosophie, Wahrnehmung, Bewusstsein, Schöpferische Entwicklung, Materie und Gedächtnis, Zeit, Anderes, Freiheit, Elan Vital, Mystik, Moral, Evolution.
Die Arbeit reflektiert philosophisch über das schöpferische Universum des Henri Bergson mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem zentralen Motiv der „Intuition der Dauer“.
Zentrale Felder sind die erkenntnistheoretische Bedeutung der Dauer, die Dynamik der menschlichen Wahrnehmung, die philosophische Einordnung des „Anderen“ sowie die moralischen Implikationen des schöpferischen Prozesses.
Ziel ist es, eine Vorstellung von der Philosophie Bergsons zu entwickeln, die zeigt, wie das individuelle Selbst durch die Intuition der Dauer in eine schöpferische Verbindung mit dem Weltprozess treten kann.
Die Arbeit folgt einer thematischen und chronologischen Analyse von Bergsons vier philosophischen Hauptwerken, die durch persönliche Interpretationen und philologische Begriffsklärungen ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Dauer, der menschlichen Wahrnehmungsbegabung, der Begegnung mit dem Anderen und schließlich der Konkretion des Schöpferischen in Moral und Religion.
Die wichtigsten Begriffe sind Intuition, Dauer, Schöpferische Entwicklung, Wahrnehmung, Freiheit, Elan Vital, Geist-Körper-Verhältnis und das Andere.
Das Lachen wird bei Bergson als eine soziale Geste gedeutet, die als Korrektiv gegenüber einer erstarrten Individualität fungiert und den Menschen dazu zwingt, seine eigene Lebendigkeit neu zu gewahr werden.
Das Unheimliche wird als eine Art „symbolisches Ereignis“ interpretiert, das ähnlich wie das Lachen die Grenzen rationaler Weltbetrachtung überschreitet und auf eine unbewusste, verdrängte Vergangenheit verweist, die nach Integration strebt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

