Bachelorarbeit, 2018
44 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Strukturierung
2 MarteMeo als historisches Beispiel einer videobasierten Fördermethode
2.1 Theoretische Grundsätze und Überzeugungen
2.2 Filmen als elementarer Bestandteil der Frühförderung
2.3 Ablauf des Video-Einsatzes im Förderungsprozess
2.3.1 Kontraktgespräch
2.3.2 Videoaufzeichnung
2.3.3 Videointeraktionsanalyse
2.3.4 Review
3 Reflexives Coaching
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Das Lernmodell nach Bandura
4 Elterliche Erziehungs-Kompetenzen
4.1 Intuitive Kompetenzen
4.2 Entwicklungsfördernde pädagogische Kompetenzen
4.2.1 Kommunikationskompetenz
4.2.2 Feinfühligkeit
4.2.3 Emotionsübertragung
4.2.4 Dialogtechnik
5 Das Video als Reflexionsmedium
5.1 Technische Komponenten
5.1.1 Dichte
5.1.2 Permanenz
5.2 Beeinflussung der Aufmerksamkeitsfokussierung
5.2.1 Aktivierung
5.2.2 De-Automatisierung
5.2.3 Perspektiv-Wechsel
5.2.4 Spiegelung des Selbst(-Konzeptes)
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Potenziale des reflexiven Coachings durch MarteMeo und den Einsatz von Videoaufzeichnungen in der Frühförderung, um die Entwicklung und Stärkung pädagogischer Erziehungskompetenzen bei Eltern zu fördern.
2.3.2 Videoaufzeichnung
Hinsichtlich des Settings der Videoaufnahme sind sowohl die gewohnte, heimische Umgebung möglich, wie auch die Diensträumlichkeiten der pädagogischen Institution. Grundsätzlich sind aber auch andere Orte möglich, wie zum Beispiel der Kindergarten, die Teil der kindlichen und familiären Alltags- und Familienwelt sind.
Die Videoaufnahmen begrenzen sich damit nicht auf einen einzigen Ort, sondern variieren, um einen möglichst umfassenden Informationsspektrum über das familiäre Zusammenleben und dem kindlichen Erleben seines Alltags zu gewinnen.
Der Ortswechsel, der die Eltern aus der gewohnten heimischen Umgebung holt, „[…] erleichtert den Perspektivwechsel von der Innenperspektive eines Teilnehmers eines „Problemkontextes“ zur Außenperspektive eines (Selbst-)Beobachters. Dieser Perspektivwechsel wird durch das Setting der Videoberatung unterstützt.“
Da die Beobachtungssituation die Beratungsgrundlage darstellt, ist es für das Arbeitsbündnis bedeutsam, dass jene Situation mit den Beratungsanliegen der Eltern kooperiert. Diese Beobachtungsformate oder auch „explorative Fenster“ lassen sich in drei Situationen unterscheiden.
Die unstrukturierte Situation zeigt die spontanen Entwicklungsinitiativen von Kindern und korrespondierende Fähigkeiten der Eltern. Gemeint sind damit also Freispiele, in denen das Kind ohne Regeln nach seiner Fantasie entweder eigene Ideen für Beschäftigung findet oder die Eltern im besten Fall miteinbezieht.
Der Blick auf jenes Spiel bedeutet eine explorative Einschätzung des kindlichen Entwicklungsniveaus gibt auch einen Eindruck davon, wie ausgereift die Bindung zwischen Eltern und Kind ist.
Durch die Möglichkeit zu einer freien, ungezwungenen Kommunikation ist beobachtbar, ob die Eltern ihr Kind in seinen Handlungen und Ideen unterstützen oder ob die verbalen Initiativen des Kindes (z.B. „Spiel doch mit, du nimmst diese Figur und ich die andere“) oder die nonverbalen Signale (Blickkontakt, Lächeln, physische Nähe) als Kontaktversuche verstanden und aufgenommen werden. Außerdem erhält der Beratende einen Eindruck von dem normativen alltäglichen Spielverhalten innerhalb der Familie und inwiefern sich die gefilmten Personen aufeinander abstimmen und interagieren.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Methode der Videoaufnahme in der Erziehungsberatung im Rahmen der Frühförderung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage.
2 MarteMeo als historisches Beispiel einer videobasierten Fördermethode: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundsätze von MarteMeo und beschreibt den Prozess des Videoeinsatzes von der Kontaktaufnahme bis zum Review.
3 Reflexives Coaching: Hier wird der Coaching-Begriff in den pädagogischen Beratungskontext integriert und das Lernmodell nach Bandura als theoretische Grundlage für die Video-Reflexion dargelegt.
4 Elterliche Erziehungs-Kompetenzen: Das Kapitel befasst sich mit intuitiven sowie entwicklungsfördernden pädagogischen Kompetenzen wie Feinfühligkeit, Emotionsübertragung und Dialogtechnik.
5 Das Video als Reflexionsmedium: Hier werden die technischen und psychologischen Wirkmechanismen des Mediums Video, wie Dichte, Permanenz, Aktivierung und Perspektivwechsel, analysiert.
6 Fazit: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, dass bereits eine alltägliche gefilmte Situation als wertvolles Anschauungsmaterial für einen gezielten erzieherischen Lernerfolg dient.
MarteMeo, Videoberatung, Frühförderung, Reflexives Coaching, Elternkompetenz, Erziehungsberatung, Selbstwirksamkeit, Feinfühligkeit, Bindungstheorie, Video-Feedback, Selbstkonfrontation, Interaktionsanalyse, Pädagogik, Familienhilfe, Entwicklungsförderung
Die Bachelorarbeit behandelt den Einsatz von Videoaufnahmen als Methode in der Erziehungsberatung innerhalb der Frühförderung, um Eltern bei der Entwicklung und Stärkung ihrer erzieherischen Fähigkeiten zu unterstützen.
Zu den zentralen Feldern gehören die MarteMeo-Methode, das Modell des reflexiven Coachings, elterliche Erziehungskompetenzen sowie die psychologische Wirkungsweise von Video-Feedback.
Ziel ist es, zu ergründen, welche Potenziale das reflexive Coaching durch MarteMeo und den Videoeinsatz bietet, um Eltern in ihrer Interaktion mit ihrem Kind nachhaltig zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlich-theoretischen Grundlage, indem sie pädagogische Ansätze (MarteMeo), psychologische Lerntheorien (Bandura) und medientheoretische Aspekte (Videoanalyse) miteinander verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung des Videoeinsatzes, die Definition des reflexiven Coachings, die Darlegung relevanter elterlicher Kompetenzen und die Analyse der Wirkweise des Mediums Video.
Zentrale Begriffe sind MarteMeo, Videoberatung, Selbstwirksamkeit, Feinfühligkeit, Reflexives Coaching und Erziehungsberatung.
MarteMeo zielt nicht darauf ab, ein "richtiges" oder "falsches" Verhalten zu vermitteln, sondern aktiviert durch die Analyse realer Interaktionssequenzen die bereits vorhandenen, oft unbewussten Ressourcen und intuitiven Fähigkeiten der Eltern.
Die Spiegelung ermöglicht eine objektive Selbstkonfrontation. Indem Eltern sich selbst beim Handeln beobachten, können sie ihre eigenen Interaktionsmuster erkennen, hinterfragen und durch eine "Rollendistanz" ihre Wirksamkeit auf das Kind bewusster steuern.
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