Bachelorarbeit, 2018
40 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Schwaches Produktivitätswachstum – temporär oder systemisch?
2.1 Produktivitätsparadox
2.2 Erklärungsansätze
2.3 Schwaches Wirtschaftswachstum als simultaner Begleiter
3 Produktivitätsdilemma – Von der Produktion zur Realisation
3.1 Zwang zur stetigen Produktivitätssteigerung
3.2 Das Dilemma der Produktivitätssteigerung
3.3 Externe Nachfragequelle als temporärer Ausweg
4 Die Säkulare Stagnation nach der Großen Depression ab 1929
4.1 Vorstellung einer „reifen Wirtschaft“
4.2 Theorie der säkularen Stagnation
4.3 The Golden Age of Capitalism – Ein Interregnum
5 Die aktuelle säkulare Stagnation und die regressive Moderne
5.1 Die säkulare Stagnation 2.0
5.2 Die langsame Entstehung eines Nachfrageproblems
5.3 Verstärkende Effekte des Nachfrageproblems
6 Wachsende Ungleichheit: eine weitere Wachstumsbremse
7 Fazit
8 Anhang
9 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der gegenwärtigen chronischen Wachstumsschwäche in den entwickelten Volkswirtschaften und geht der Frage nach, ob diese ein Resultat des digitalen Produktivitätsparadoxes ist oder ob fundamentalere strukturelle Gründe vorliegen. Dabei wird die These geprüft, dass das "Produktivitätsdilemma" der kapitalistischen Wirtschaftsweise, welches zu einem Rückgang der Nachfrage bei den erwerbseinkommensbeziehenden Haushalten führt, die eigentliche Ursache für die aktuelle säkulare Stagnation darstellt.
3.2 Das Dilemma der Produktivitätssteigerung
Aus der Marktwirtschaft mit ihrer Konkurrenzlogik folgert also eine permanente Produktivitätsdynamik, die mit einem Prozess sinkender Preise und einer Reduktion der Unternehmensgewinne einhergehen kann (Abb. 2 & vgl. Herrmann 2014: 134 f.).
Der deflationäre Prozess in kapitalistischen Marktwirtschaften ergibt sich aus zwei produktivitätsbedingt gegenläufigen Entwicklungen: Steigerung der Produktionsmenge bei gleichzeitigem Rückgang der effektiven Nachfrage der Haushalte, deren Einkommen großenteils aus Erwerbseinkommen besteht. Diese gegenläufige Entwicklung in den hochentwickelten Wirtschaften wird hier als Produktivitätsdilemma bezeichnet.
Volkswirtschaftlich ist Arbeitsproduktivität das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt (Output) zu geleisteten Arbeitsstunden (Input) einer Ökonomie. Betriebswirtschaftlich relevant ist allerdings nicht die Arbeitsstunde, sondern der Lohn bzw. die anfallenden Lohnkosten (Input) pro Outputmenge. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität hat also einen Rückgang des aggregierten Erwerbseinkommens in Relation zu produzierten Gütern (Waren und Dienstleistungen) und somit einen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zur Folge, da sie in zwei Richtungen gehen kann, in Richtung Mehrproduktion oder/und in Richtung Kostensenkung. Die letztere kann durch Reduktion von Arbeit und/oder durch Lohnsenkung erfolgen. Eine geschlossene Volkswirtschaft ist demnach auf lange Sicht „nachfragebeschränkt“, so auch die Überzeugung von Keynes (Kurz 2013: 92).
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Produktivitätsparadox und die säkulare Stagnation als zentrale Herausforderungen dar und formuliert die These, dass die Nachfrageschwäche die eigentliche Wachstumsbremse bildet.
2 Schwaches Produktivitätswachstum – temporär oder systemisch?: Dieses Kapitel analysiert das Produktivitätsparadox, diskutiert verschiedene Erklärungsansätze von Messproblemen bis hin zum Innovationsproblem und beleuchtet das schwache Wirtschaftswachstum als Begleiter dieser Entwicklung.
3 Produktivitätsdilemma – Von der Produktion zur Realisation: Hier wird das Produktivitätsdilemma eingeführt, welches den Zwang zur stetigen Produktivitätssteigerung der Unternehmen dem resultierenden Nachfragerückgang der Haushalte gegenüberstellt.
4 Die Säkulare Stagnation nach der Großen Depression ab 1929: Das Kapitel betrachtet die historische Theorie der säkularen Stagnation aus den 1930er Jahren sowie das "Goldene Zeitalter des Kapitalismus" als eine historische Ausnahmekonstellation.
5 Die aktuelle säkulare Stagnation und die regressive Moderne: Es erfolgt eine Analyse der "Säkularen Stagnation 2.0" unter Berücksichtigung von Globalisierung, Sharing Economy und der Rationalisierung von Arbeit und Konsum.
6 Wachsende Ungleichheit: eine weitere Wachstumsbremse: Dieses Kapitel thematisiert die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen sowie die daraus resultierenden negativen Effekte auf den gesamtwirtschaftlichen Absatzmarkt.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit neuer Verteilungsmechanismen jenseits der Arbeit, um die Stagnation des kapitalistischen Systems zu adressieren.
Produktivitätsparadox, säkulare Stagnation, Wirtschaftswachstum, Produktivitätsdilemma, Arbeitsproduktivität, effektive Nachfrage, Erwerbseinkommen, Kapitalintensität, Finanzialisierung, Ungleichheit, Massenkonsum, Rationalisierung, Sharing Economy, Globalisierung, Kapitalrendite.
Die Arbeit untersucht die Ursachen der stagnierenden Wirtschaftsentwicklung in den Industrienationen, insbesondere das Verhältnis zwischen Produktivitätssteigerung und ausbleibendem Wirtschaftswachstum.
Zentrale Themen sind das Produktivitätsparadox, die Theorie der säkularen Stagnation, die Rolle der Nachfrage, die Auswirkungen der Digitalisierung und die zunehmende soziale sowie ökonomische Ungleichheit.
Das Ziel ist es zu belegen, dass hinter der aktuellen säkularen Stagnation ein "Produktivitätsdilemma" steckt, bei dem stetige Produktivitätsgewinne langfristig die für den Massenkonsum notwendige Kaufkraft untergraben.
Es handelt sich um eine theoretische und diskursive Analyse, die ökonomische Theorien (wie Keynes, Marx, Piketty) mit aktuellen Statistiken und Forschungsergebnissen kombiniert, um die Stagnationsthese zu untermauern.
Der Hauptteil behandelt die Entstehung des Produktivitätsdilemmas, historische Vergleiche zur Weltwirtschaftskrise von 1929, die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt und die Bedeutung der Vermögenskonzentration für die Wachstumsflaute.
Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Produktivitätsparadox, säkulare Stagnation, Produktivitätsdilemma und Kaufkraftschwäche geprägt.
Die Finanzialisierung wird als Folge der Marktsättigung gedeutet, bei der Kapital in produktionsferne Sektoren abfließt, was den Rationalisierungsdruck auf die Realwirtschaft und damit die Lohnquote weiter verschärft.
Der Autor ordnet die Sharing Economy ambivalent ein: Während sie neue Möglichkeiten bietet, entpuppt sie sich oft als Plattformkapitalismus, der Arbeitsplätze vernichtet und keine neuen Werte schafft, sondern lediglich bestehendes Geldvermögen konzentriert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der zunehmenden Entkopplung von Arbeit und Kaufkraft neue Verteilungsmechanismen jenseits der Erwerbsarbeit notwendig sind, um den Erhalt der Marktwirtschaft zu sichern.
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