Bachelorarbeit, 2017
24 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung des Siedlungsbaus
3 Architektonische Merkmale der genossenschaftlichen und gemeinnützigen Siedlungen
4 Beschreibung der Siedlung Heimat
5 Denkmalwert und denkmalpflegerische Möglichkeiten des Siedlungsbaus
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Siedlung Heimatplan in Wuppertal als architektonisches und historisches Zeugnis des sozialen Wohnungsbaus der 1920er Jahre. Das primäre Ziel ist es, den Denkmalwert der Anlage herauszuarbeiten und zu begründen, warum die Siedlung als schützenswertes Ensemble innerhalb des lokalen und regionalen Architekturkanons anzuerkennen ist.
Beschreibung der Siedlung Heimat
Die „Heimat“ war - wenngleich reichsweit an Bauprojekten beteiligt - auch Bauherr der Siedlung gleichen Namens im ehemaligen Elberfeld. Es handelte sich hierbei um die „Heimat Gemeinnützige Bau- und Siedlungsaktiengesellschaft“, die in Zusammenschluss mit dem deutschen Bankbeamtenverein Mietwohnungen für reichsversicherte Angestellte baute. Die Siedlung Heimat wurde von 1927 bis 1930 nach Planung des Architekten August Kegels und unter Mitwirkung des Bildhauers Wilhelm Koopmann zwischen dem Zooviertel und der Königshöhe, in Hanglage für eben jene Angestellte errichtet.
Die „(...) städtebaulich großzügig angelegt(e) und der Hangsituation entsprechend geplant(e) (...)“ (Busmann 1993, S. 88.) Siedlung verortete sich damit im Bereich der vornehmen bürgerlichen Wohnviertel Wuppertals, die seit dem 19. Jahrhundert stets in Hanglage und im Grünen angesiedelt waren, nämlich in „(...) der Nähe des vornehmen Zooviertels (...)“ (Busmann 1993, S. 88.).
Der Anspruch daran, als sich von den Arbeitern im Tal abgrenzende gehobene Schicht, als „Mittelschicht“ begriffen zu werden, macht jedoch nicht nur Wahl des Bauorts deutlich. Die gesamte Siedlung wurde als barockähnliche Schlossanlage geplant, mit einem Treppenaufgang zu einem der größeren Gebäudekomplexe der Siedlung ebenso ausgestattet, wie mit einem als Cour d’Honneur angelegten Grünstreifen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Untersuchungsobjekt „Siedlung Heimatplan“ ein, thematisiert das Forschungsdesiderat hinsichtlich ihrer kunsthistorischen Bewertung und legt die methodische Herangehensweise dar.
2 Historische Entwicklung des Siedlungsbaus: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung des Wohnungsbaus vom 19. Jahrhundert bis zur Weimarer Republik und erläutert die Rolle der Reformarchitektur sowie der Baugenossenschaften.
3 Architektonische Merkmale der genossenschaftlichen und gemeinnützigen Siedlungen: Hier werden die typischen Gestaltungselemente des sozialen Massenwohnungsbaus der 1920er Jahre, insbesondere der Stilpluralismus und die Bedeutung der Gartenstadtidee, analysiert.
4 Beschreibung der Siedlung Heimat: Das Kapitel bietet eine detaillierte architektonische Bestandsaufnahme der Siedlung Heimat, inklusive Fassadengestaltung, städtebaulicher Einordnung und der Verwendung von Symbolik.
5 Denkmalwert und denkmalpflegerische Möglichkeiten des Siedlungsbaus: Der Fokus liegt auf der denkmalpflegerischen Bewertung von Siedlungsanlagen und der Problematik der Unterschutzstellung von Ensembles als Geschichtszeugnisse.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Siedlung Heimatplan als architektonisches und sozialgeschichtliches Denkmal zusammen und unterstreicht ihre Einordnung als Teil des Mittelstandshabitats der 1920er Jahre.
Siedlung Heimatplan, Wuppertal, Genossenschaftssiedlung, Weimarer Republik, Wohnungsbau, Architekturgeschichte, Denkmalpflege, Reformarchitektur, Stilpluralismus, Siedlungsbau, Arbeiterwohnungsbau, Denkmalwert, Siedlungsensemble, Architektur, Historismus
Die Arbeit behandelt die Siedlung Heimatplan in Wuppertal, eine in den 1920er Jahren entstandene Genossenschaftssiedlung, und deren Rolle als schützenswertes bauliches Denkmal.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus, die architektonischen Spezifika genossenschaftlicher Siedlungen und die theoretische Fundierung des Denkmalwertes.
Das Ziel ist die Aufarbeitung der historischen und architektonischen Dimension der Siedlung, um deren bisher geringe Repräsentation in der Forschung zu korrigieren und eine Begründung für den Denkmalwert zu liefern.
Die Autorin verwendet eine baugeschichtliche und architektonische Analyse sowie die Einbettung des Objekts in den sozial- und wohnungspolitischen Kontext der Weimarer Republik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Siedlungsbaus, die Analyse architektonischer Stiltendenzen und eine detaillierte bauliche Beschreibung der Siedlung Heimat.
Wichtige Begriffe sind Denkmalpflege, Siedlungsbau, Genossenschaftssiedlung, Stilpluralismus und das Identitätskonzept der Architektur der 1920er Jahre.
Die Siedlung Heimat weist im Vergleich zu schlichteren Arbeitersiedlungen eine aufwändige, „barockisierende“ Formensprache und eine schlossartige Konzeption auf, die den Anspruch einer gehobenen „Mittelschicht“ widerspiegelt.
Die Autorin kritisiert, dass derzeit nur 26 Gebäude der Anlage unter Denkmalschutz stehen, und hinterfragt, ob eine Ensemblebetrachtung für den Erhalt historisch relevanter Siedlungen zielführender wäre.
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