Bachelorarbeit, 2018
37 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Globale Bewegungsfreiheit und Versuche zu ihrer Rechtfertigung
3. Das Cantilever-Argument
4. Einwände gegen das Cantilever-Argument
4.1 Die Adequacy-Objection
4.2 Menschenrecht im weiten Sinn
4.3 Auf den globalen Fall nicht übertragbare Rechtfertigungsgründe
5. Analogieschlüsse und logische Notwendigkeit
6. Fazit
7. Literatur
Die Arbeit untersucht kritisch die Validität des sogenannten "Cantilever-Arguments", mit dem Joseph Carens ein Menschenrecht auf globale Bewegungsfreiheit als logische Erweiterung der innerstaatlichen Bewegungsfreiheit rechtfertigt. Ziel ist es zu prüfen, ob der Analogieschluss den erhobenen Anspruch auf logische Notwendigkeit erfüllen kann oder ob er als induktives Verfahren lediglich Plausibilität beanspruchen darf.
3. Das Cantilever-Argument
Der englische Begriff „cantilever“ kann mit „Ausleger“ oder „Freiträger“ ins Deutsche übersetzt werden. Beim Cantilever-Argument wird an das Fundament des bereits geltenden Menschenrechtes auf innerstaatliche Bewegungsfreiheit der passende Ausleger in Form einer globalen Erweiterung dieses Rechtes angebracht. Die Vorteile liegen auf der Hand. Wie bereits erwähnt, kann so der Rückgriff auf umstrittene Theorien wie einen globalen Schleier des Nichtwissens oder einen utilitaristischen Nutzenkalkül vermieden werden. Außerdem stehen die Gegner eines Menschenrechts auf globale Bewegungsfreiheit vor zwei nahezu unlösbaren Problemen: Sie sind entweder in der durchaus verzwickten Beweispflicht, substanzielle Unterschiede zwischen beiden Arten der Bewegungsfreiheit aufzuzeigen, oder sie müssen dem Recht auf innerstaatliche Bewegungsfreiheit selbst den Status eines Menschenrechts absprechen. Da Letzteres kaum eine zufriedenstellende Option sein kann und Ersteres Carens zufolge nicht möglich ist, bleibt aus Konsistenzgründen nur noch die Möglichkeit übrig, globale Bewegungsfreiheit als Menschenrecht anzuerkennen.
Die Basis für Carens’ Ausleger ist das unter Artikel 13.1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aufgeführte Recht auf innerstaatliche Bewegungsfreiheit: „Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen“.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der globalen Migrationsethik und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich des Cantilever-Arguments von Joseph Carens.
2. Globale Bewegungsfreiheit und Versuche zu ihrer Rechtfertigung: Bestimmung der Merkmale des Menschenrechts auf globale Bewegungsfreiheit und Einordnung in den theoretischen Diskurs.
3. Das Cantilever-Argument: Analyse der Struktur des Analogieschlusses, der die innerstaatliche Bewegungsfreiheit als Fundament für die globale Ausweitung nutzt.
4. Einwände gegen das Cantilever-Argument: Kritische Diskussion verschiedener Einwandstypen, darunter die Adequacy-Objection und Probleme der Übertragbarkeit von Rechtfertigungsgründen.
4.1 Die Adequacy-Objection: Detaillierte Untersuchung des Einwands, dass Bewegungsfreiheit kein unbegrenztes Recht auf alle Optionen, sondern nur auf ein angemessenes Maß bietet.
4.2 Menschenrecht im weiten Sinn: Analyse von Matthias Hoeschs Position, globale Bewegungsfreiheit nur als Menschenrecht in einem weiten Sinne einzustufen.
4.3 Auf den globalen Fall nicht übertragbare Rechtfertigungsgründe: Untersuchung der Kritik, dass spezifische Begründungen für innerstaatliche Mobilität nicht auf den globalen Kontext übertragbar sind.
5. Analogieschlüsse und logische Notwendigkeit: Eigene philosophische Bewertung der logischen Form des Cantilever-Arguments und Zurückweisung der behaupteten deduktiven Notwendigkeit.
6. Fazit: Zusammenfassende Verneinung der Frage, ob das Cantilever-Argument eine logische Erweiterung darstellt, sowie Ausblick auf eigenständige Begründungsstrategien.
7. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Globale Bewegungsfreiheit, Cantilever-Argument, Joseph Carens, Migrationsethik, Innerstaatliche Bewegungsfreiheit, Analogie, Menschenrecht, Politische Philosophie, Individuelle Autonomie, Adequacy-Objection, Rechtfertigung, Offene Grenzen, Politische Gleichheit, Induktives Schlussverfahren, Gerechtigkeitstheorie.
Die Arbeit analysiert das sogenannte "Cantilever-Argument" von Joseph Carens, das versucht, ein Menschenrecht auf globale Bewegungsfreiheit mittels eines Analogieschlusses aus der bereits anerkannten innerstaatlichen Bewegungsfreiheit abzuleiten.
Zu den zentralen Themen gehören die Migrationsethik, die philosophische Rechtfertigung von Grundrechten sowie die logische Untersuchung von Analogieschlüssen im politischen Kontext.
Die Arbeit untersucht, ob globale Bewegungsfreiheit tatsächlich als "logische Erweiterung" der innerstaatlichen Bewegungsfreiheit gelten kann und ob das Cantilever-Argument einer kritischen logischen Überprüfung standhält.
Es wird eine philosophisch-analytische Methode angewendet, die die logische Struktur von Argumenten rekonstruiert, auf ihre Präsuppositionen prüft und gegen alternative Einwände diskutiert.
Im Hauptteil wird zunächst die Struktur des Cantilever-Arguments rekonstruiert, anschließend werden wesentliche Einwände (wie die Adequacy-Objection und Hoeschs Kritik) diskutiert, bevor die logische Notwendigkeit der Analogie selbst widerlegt wird.
Die wichtigsten Schlagworte sind globale Bewegungsfreiheit, Cantilever-Argument, Analogie, Menschenrecht, Autonomie und Migrationsethik.
Der Autor argumentiert, dass das Cantilever-Argument formale Schwächen aufweist, da es als induktiver Analogieschluss keine "logische Notwendigkeit" begründen kann, sondern lediglich Plausibilität erzeugt.
Sie bezeichnet den Einwand von David Miller, dass ein Anspruch auf Bewegungsfreiheit lediglich den Zugang zu einem "angemessenen" Umfang an Optionen schützt, anstatt ein Recht auf das volle Spektrum weltweiter Wahlmöglichkeiten zu gewährleisten.
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