Masterarbeit, 2020
104 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Betriebswirtschaftliche Grundlagen
2.1 Produktionsbetrieb und Logistik
2.2 Definition von Kosten, Leistungen und Erlösen
2.3 Charakteristika von Voll- und Teilkostenrechnung
2.4 Prinzipien der Kostenverrechnung
3 Grundlagen der Prozesskostenrechnung
3.1 Grundlagen des Prozessmanagements
3.1.1 Zunahme des Prozessdenkens in Unternehmen
3.1.2 Definition des Prozessmanagements
3.1.3 Prozessarten in Unternehmen
3.2 Prozesskostenrechnung
3.2.1 Entstehung und Grundgedanke der Prozesskostenrechnung
3.2.2 Vorgehensweise bei der Einführung der Prozesskostenrechnung
3.2.3 Etablierung einer kontinuierlichen Prozesskostenrechnung
3.2.4 Beispielhafte Durchführung einzelner Schritte der Prozesskostenrechnung
3.2.5 Analysemöglichkeiten der Prozesskostenrechnung
3.2.6 Grenzen der Prozesskostenrechnung
3.2.7 Gründe für das Scheitern der Prozesskostenrechnung
3.2.8 Bewertung der Prozesskostenrechnung
4 Die XYZ-Gruppe
4.1 Unternehmensprofil
4.2 Lösungen und Märkte
4.3 Produktherstellung
4.4 Veredelungstechniken
4.5 Organisatorischer Aufbau des Standorts Musterstadt
5 Bewertung der Eignung der Prozesskostenrechnung für den Standort
5.1 Beschreibung der bestehenden Bewertung von Prozessen
5.2 Analyse der bestehenden Bewertung von Prozessen
5.3 Bewertung der Anwendungsmöglichkeit der Prozesskostenrechnung
6 Konzeptionierung der Prozesskostenrechnung
6.1 Allgemeine Rahmenbedingungen
6.2 Vorgehensweise der Konzeptionierung
6.3 Prüfung der Sinnhaftigkeit der Prozesskostenrechnung
6.4 Definierung und Abgrenzung der relevanten Einsatzgebiete
6.5 Festlegung der Rechnungsart und -periode
6.6 Tätigkeitsanalyse
6.6.1 Vorbereitung und Begrenzung der Tätigkeitsanalyse
6.6.2 Durchführung der Tätigkeitsanalyse
6.7 Mikro- und Teilprozessbildung
6.7.1 Definierung der Prozesshierarchie
6.7.2 Mikroprozessbildung
6.7.3 Zuordnung von Zeiteinheiten zu Mikroprozessen
6.7.4 Teilprozessbildung
6.7.5 Versandprozessbildung
6.7.6 Bildung von Prozesskosten
6.7.7 Integration der Prozesskostenrechnung in bestehende Systeme
6.8 Hindernisse bei der Umsetzung
6.9 Handlungsempfehlungen zur weiteren Umsetzung
6.10 Bewertung der konzipierten Prozesskostenrechnung
7 Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Eignung der Prozesskostenrechnung für den Produktionsstandort Musterstadt der XYZ-Gruppe zu prüfen und ein unternehmensindividuelles Konzept für deren Einführung in ausgewählten Bereichen, insbesondere der Logistik, zu entwickeln.
3.2.1 Entstehung und Grundgedanke der Prozesskostenrechnung
Die Prozesskostenrechnung gewann ab den achtziger Jahren aufgrund der kontinuierlich steigenden Gemeinkosten deutlich an Bedeutung. Miller und Vollmann analysierten die in der amerikanischen Industrie anfallenden Gemeinkosten von 1845 bis 1980. Abbildung 2 zeigt die Ergebnisse dieser Erhebung. Demnach erreichten die Gemeinkosten bereits 1980 einen Anteil von ca. 75 %, während die Lohneinzelkosten von mehr als 50 % auf etwa 25 % sanken.
Wie folgende Gründe vermuten lassen, ist davon auszugehen, dass sich der Trend steigender Gemeinkosten weiter fortgesetzt hat:
Veränderte Umweltbedingungen: Die Globalisierung, der Wechsel zum Käufermarkt (Qualitätsverbesserungen, Lieferzeitreduzierung, steigende Produktvarianten und kürzere Produktlebenszyklen), ein steigender Wettbewerb sowie der Anstieg von Dienstleistungsunternehmen verändern die Unternehmensumwelt.
Zunehmendes Outsourcing: Fertigungsintensive Prozesse bzw. Unternehmensbereiche werden in Länder mit günstigeren Produktions- und Lohnkosten verlagert. Der direkte Bereich nimmt dadurch ab und die Einzelkosten sinken.
Zunehmend indirekte Leistungsbereiche: Die steigende Komplexität und Dynamik sowie wachsende Interdependenz der Unternehmensumwelt führen zu einem höheren Bedarf an Planungs-, Kontroll- und Steuerungssystemen. Gleichzeitig wird eine schnelle Reaktionsfähigkeit und Flexibilität gefordert, welche die Tätigkeiten in indirekten Leistungsbereichen wie Forschung- und Entwicklung, Vertrieb, Change Management und Qualitätssicherung intensivieren. In diesen Bereichen herrschen typischerweise personalintensive Prozesse vor, welche v. a. Fix- und damit Gemeinkosten darstellen.
Steigende Technologiekosten: Durch kürzere Produktlebenszyklen, Digitalisierung und schnelleren technologischen Fortschritt steigen die Automatisierungsgrade und Technologiekosten (Zinsen, Energie, Wartung sowie Abschreibungen). Neben einem Anstieg an den Gemeinkosten führt dies in der klassischen Vollkostenkalkulation zu möglichen Fehlkalkulationen, da als Grundlage für die Gemeinkostenverrechnung die Einzelkosten herangezogen werden. Produkte, welche auf alten Maschinen mit hohem Anteil an manueller Arbeit hergestellt werden, sind stärker belastet als Produkte auf neuen Maschinen mit geringen Lohneinzelkosten. Die neuen Maschinen erzeugen jedoch größtenteils die Technologiekosten. In Folge findet eine interne Umverteilung der verursachten Kosten satt.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Unternehmensumwelt, die steigende Bedeutung von Gemeinkosten sowie die daraus resultierenden Probleme der traditionellen Kostenrechnung, die den Bedarf für eine Prozesskostenrechnung begründen.
2 Betriebswirtschaftliche Grundlagen: Es werden die zentralen Begriffe Produktion, Logistik, Kosten, Leistungen sowie die Systeme der Voll- und Teilkostenrechnung und verschiedene Prinzipien der Kostenverrechnung erläutert.
3 Grundlagen der Prozesskostenrechnung: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis, behandelt Prozessmanagement, Entstehung, Einführungsvorgehen, Analysemöglichkeiten sowie Grenzen und Erfolgsfaktoren der Prozesskostenrechnung.
4 Die XYZ-Gruppe: Eine Vorstellung der XYZ-Gruppe, ihres Unternehmensprofils, der Märkte sowie des organisatorischen Aufbaus am Standort Musterstadt.
5 Bewertung der Eignung der Prozesskostenrechnung für den Standort: Hier wird die aktuelle Bewertungssituation am Standort analysiert und die Anwendbarkeit der Prozesskostenrechnung auf die Anforderungen des Standorts geprüft.
6 Konzeptionierung der Prozesskostenrechnung: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Vorgehensweise zur Konzeptionierung, von der Tätigkeitsanalyse über die Mikro- und Teilprozessbildung bis hin zur Integration in bestehende Systeme.
7 Zusammenfassung: Abschließende Zusammenführung der Ergebnisse und Bewertung der Eignung sowie der Implementierung der Prozesskostenrechnung am Standort Musterstadt.
Kostenrechnung, Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Kostentreiber, Logistik, Prozessmanagement, Kostentransparenz, Produktionsunternehmen, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, Ressourcenverbrauch, Leistungsbereiche, Produktkalkulation
Die Master Thesis beschäftigt sich mit der Konzeptionierung einer Prozesskostenrechnung für einen spezifischen Produktionsbetrieb der XYZ-Gruppe am Standort Musterstadt, um die Gemeinkosten transparenter zu erfassen.
Die Arbeit behandelt die betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Kostenrechnung, das Prozessmanagement, die methodische Vorgehensweise der Prozesskostenrechnung sowie deren praktische Anwendung im Bereich Logistik.
Ziel ist es zu prüfen, ob die Prozesskostenrechnung die Anforderungen an eine verursachungsgerechte Kostenverrechnung am Standort Musterstadt erfüllen kann und ein entsprechendes Konzept zur Einführung zu erstellen.
Es wird eine unternehmensindividuelle Vorgehensweise gewählt, die auf einer Ist-Rechnung basiert, Tätigkeitsanalysen durchführt und Prozesskosten über eine retrograde Bestimmung verteilt.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die Analyse der XYZ-Gruppe, die Bewertung der Eignung der Prozesskostenrechnung für den Standort sowie eine detaillierte Konzeptionierung inklusive Tätigkeitsanalyse und Prozessbildung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kostenrechnung, Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Kostentreiber, Logistik, Prozessoptimierung und Kostentransparenz charakterisieren.
Die Logistik-Abteilung wies besonders hohe Gemeinkosten auf und wurde als ineffizient und optimierungsbedürftig eingeschätzt, zudem war hier der Widerstand gegen neue Projekte geringer als in anderen Bereichen.
Als Hindernisse werden mangelnde Personalkapazitäten im Controlling, laufende Umstrukturierungsmaßnahmen sowie die COVID-19 Pandemie identifiziert.
Da keine spezielle Software eingeführt wurde, dient Microsoft Excel als Instrument zur Berechnung und Integration der Prozesskosten, um Aufwand und Kosten gering zu halten.
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