Bachelorarbeit, 2018
50 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Reiseintentionen und Reisebeschreibungen im 18. Jahrhundert
2.1 Reiseintentionen im 18. Jahrhundert
2.2 Reisebeschreibungen im 18. Jahrhundert
3 Der Mensch als Desiderat
4 Biografische Vorstellung Georg Forsters
4.1 Wissenschaftliche Bildung
4.2 Die Weltumseglung (1772 – 1775)
4.3 Der Reisebericht „Reise um die Welt“
4.4 Forsters Netzwerke – Anstellungsverhältnisse und Freimaurerei
5 Reisebeschreibung „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich, im April, Mai, Junius 1790“
5.1 Forsters Reiseintention
5.2 Reisebericht „Ansichten vom Niederrhein“
5.3 Briefe, 1790 – 1791
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob Georg Forsters Werk „Ansichten vom Niederrhein“ lediglich anthropologische Beobachtungen wiedergibt oder als getarnte politische Bildungsschrift fungiert, die den Leser zur mündigen Teilhabe am politischen Diskurs und zur Reflexion über gesellschaftliche Missstände anregen soll.
Reisebericht „Ansichten vom Niederrhein“
Im Laufe des Reiseberichts wechselte er kontinuierlich zwischen Beschreibung des von ihm Gesehenen, Beobachteten und seinen Reflexionen dazu. Diese Vorgehensweise folgte in ihrer Wiederholung bereits einer Methode, die er seinem Leser, der –geleitet durch den Titel des Werks- zunächst einen klassischen Reisebericht erwartet haben wird, erst am Ende des ersten Abschnitts ankündigte:
„Ein- für allemal bitte ich jetzt um Deine Nachsicht, wenn ich künftig auf Abschweifungen gerathe, oder nicht so zierlich wie ein Gelehrter, der auf seinem Studierzimmer reiset, frisch nach der That, nur auch von der Spannung des Beobachtens ermüdet, erzähle.“
Als er die Festung Ehrenbreitstein gegenüber der Moselmündung bei Koblenz erreichte, erwähnte er zwar in aller Kürze die Sehenswürdigkeiten, thematisierte jedoch in der Hauptsache die dortige Justizvollzugssituation für die Gefangenen:
„[...] nichts von dem allen konnte mich für den abscheulichen Eindruck entschädigen, den die Gefangenen dort auf mich machten, als sie mit ihren Ketten rasselten und zu ihren räucherigen Gitterfenstern hinaus einen Löffel steckten, um dem Mitleiden der Vorübergehenden ein Almosen abzugewinnen.“
1 Einleitung: Hinführung zur Forschungsfrage und zum Stand der Forschung über Georg Forsters Werk im Kontext der Aufklärung.
2 Reiseintentionen und Reisebeschreibungen im 18. Jahrhundert: Darstellung des Wandels des Reisens von reinen wissenschaftlichen Expeditionen hin zur Bildung von aktiven Staatsbürgern.
3 Der Mensch als Desiderat: Analyse des Anthropologie-Begriffs des 18. Jahrhunderts und dessen Bedeutung für das Verständnis des menschlichen Wesens.
4 Biografische Vorstellung Georg Forsters: Einblicke in Forsters Bildungsweg, seine Weltumseglung, berufliche Tätigkeiten und seine Einbindung in intellektuelle Netzwerke.
5 Reisebeschreibung „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich, im April, Mai, Junius 1790“: Analyse der konkreten Reise, der methodischen Umsetzung und der politisch-kritischen Reflexionen im Reisebericht.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur didaktischen und politischen Absicht Forsters in seinem Reisebericht.
Georg Forster, Ansichten vom Niederrhein, Aufklärung, Reisebericht, Politische Bildung, Anthropologie, Empirie, Mündigkeit, Sozialkritik, Klerus, Reformen, Gesellschaftsstruktur, Didaktik, Wissenschaftsgeschichte, Kommunikation.
Die Arbeit analysiert Georg Forsters Reisebericht „Ansichten vom Niederrhein“ und prüft, ob Forster diesen als Instrument zur politischen Erziehung seiner Leser einsetzte.
Zentrale Themen sind die Rolle der Aufklärung, das Reisewesen im 18. Jahrhundert, die Bedeutung von Bildung für die Freiheit sowie die Kritik an politischen und religiösen Missständen.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob Forster seine Leser zu mündigen, aktiven Staatsbürgern erziehen wollte oder ob er lediglich sein anthropologisches Weltbild dokumentierte.
Die Arbeit nutzt eine werkanalytische Methode, welche die Struktur von Forsters Reisebericht untersucht und diese in den Kontext zeitgenössischer gesellschaftspolitischer Diskurse stellt.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der Reisemotive, Forsters Biografie, der detaillierten Analyse des Reiseberichts sowie dem Einfluss seiner Netzwerke und Briefe auf seine Publizistik.
Die wichtigsten Schlagworte sind Georg Forster, Aufklärung, Politische Bildung, Anthropologie, Empirie und Mündigkeit.
Forster kritisiert die Kirche als Hemmschuh für den ökonomischen und geistigen Fortschritt, da sie durch Aberglauben und Privilegien die Bevölkerung in Unwissenheit halte und somit die politische Freiheit behindere.
Die Wahl der Briefform ermöglichte Forster einen direkten, dialogischen Kontakt zum Leser, was die didaktische Vermittlung seiner Thesen als vertrautes Gespräch erleichterte.
Der Rückgriff auf die Historie ist für Forster essenziell, um die Ursachen für den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft zu verstehen und die Konsequenzen politischer Entscheidungen realistisch bewerten zu können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

