Bachelorarbeit, 2020
35 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Soziale Arbeit mit Fußballfans
3 Fußballfans als Adressat/Innen Sozialer Arbeit
3.1 Wann ist man ein Fan?
3.1.1 Ultras
3.1.2 Hooligans
3.2 Hauptzielgruppe präventiver Maßnahmen der Fansozialarbeit
3.2.1 Ultras als Jugendkultur
3.2.2 Die Lebenswelt der Ultras
4 Zum Stand der Gewaltprävention in der Fansozialarbeit
4.1 Dimensionen der Gewaltprävention
4.2 Gewaltpräventive Maßnahmen am Beispiel des Dortmunder Fan-Projekts
4.2.1 „Young Generation Dortmund“
4.2.2 „Die Street-Tour“
4.2.3 „Das BVB Lernzentrum“
4.3 Gewaltprävention im Fußball – Zur Zufriedenstellung der Gesellschaft !?
5 Fansozialarbeit zwischen Prävention und Repression
5.1 Auswirkungen repressiver Maßnahmen auf die Lebenswelt der Ultras
5.2 Möglichkeiten und Grenzen lebensweltorientierter Fansozialarbeit
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Fansozialarbeit bei der Gewaltprävention im Fußball unter besonderer Berücksichtigung der Lebensweltorientierung. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Fansozialarbeit trotz struktureller Repression durch Institutionen als lebensweltorientierte Praxis wirksam bleiben und die Interessen der jugendlichen Fans vertreten kann.
3.1.1 Ultras
Anders als die 'normalen Fans' treten Ultra-Anhänger als sehr homogene Gruppe auf, die außerordentlich strukturiert und organisiert ist (vgl. Winands 2015, S. 75). Ihr Ziel ist es durch Choreographien, Sprachgesänge, Kurvenshows oder ähnlichen Stimmung in die Ränge des Stadions zu bringen (Pilz 2012, S. 63). Außerdem nimmt der Fußball weitaus mehr Platz in ihrem Leben ein, denn ein Ultra „verkörpert die Ultra-Mentalität nicht nur am Spieltag, sondern idealerweise in jeder Minute seines Lebens“ (Langer 2012, S. 120). Die damit verbundene hohe Identifikation und große Emotionalität sieht Langer als möglichen Auslöser der Gewalt, die von Ultras ausgeübt wird (vgl. ebd.).
Jedoch kann es nicht verallgemeinernd so dargestellt werden, dass von ihnen stets Gewalt ausgeht. Nach Sommerey kann man unter Ultras sowohl friedliche, gewaltbereite als auch gewaltsuchende Fans finden (vgl. 2010, S. 42). Zudem muss die Art und Motivation, die zur Gewalt führt, genauer betrachtet werden. So werden Gewaltvorkommnisse ihrerseits nicht beschrieben als lustvolle oder geplante Gewalt, sondern kann als reaktiv und instrumentell bezeichnet werden. Gemeint ist damit, dass die Gruppierungen Gewalt nur anwenden „als Antwort auf staatliche Interventionen und Repressionen“ oder als „Mittel zum Zweck, um zum Beispiel das eigene Revier gegenüber Angriffen zu verteidigen“ (Herold 2012, S. 147).
Ebenso ist es wichtig die Handlungen der Fans nicht ausschließlich aus dem Blickwinkel der Gesellschaft zu betrachten, sondern sich auf ihre Ebene zu begeben. Unter den Gruppierungen ist es vielmehr Gang und Gebe sich während der Spieldauer zu beschimpfen oder bedrohen, es gehört für sie zum Erlebnis Fußball schlichtweg dazu (vgl. Langer 2012, S. 120). Außerdem muss hinzugefügt werden, dass auf diese Demonstration von Macht nur selten konkrete gewalttätige Handlungen folgen (vgl. ebd., S. 121). Doch trotzdem haben Anhänger der Ultra-Gruppierungen mit Stigmatisierungen zu kämpfen, die den Fans sicherlich ebenfalls Zündstoff geben, weiter brisant auf Interventionen und Sanktionen zu reagieren. Denn so werden bereits Personen, die nur ein einziges Mal auffällig werden, in der 'Datei Gewalttäter Sport' dokumentiert und geraten somit in den Fokus der Polizei.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Fußballs als Lebenswelt ein und umreißt die Problematik von Ausschreitungen sowie die Relevanz der Fansozialarbeit.
2 Soziale Arbeit mit Fußballfans: Dieses Kapitel erläutert die Ziele und Aufgaben der Fansozialarbeit, wie die Gewalteindämmung und die Beziehungsarbeit zu den Jugendlichen.
3 Fußballfans als Adressat/Innen Sozialer Arbeit: Hier werden unterschiedliche Fankategorien, insbesondere Ultras und Hooligans, hinsichtlich ihrer Struktur und Lebenswelt analysiert.
4 Zum Stand der Gewaltprävention in der Fansozialarbeit: Das Kapitel behandelt die Dimensionen der Prävention und illustriert diese anhand von Projekten des Dortmunder Fan-Projekts.
5 Fansozialarbeit zwischen Prävention und Repression: Die Analyse des Spannungsverhältnisses zwischen repressiven staatlichen Sicherheitsmaßnahmen und dem lebensweltorientierten pädagogischen Ansatz steht hier im Zentrum.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Fans positiv wahrzunehmen und ihre Bedürfnisse jenseits der Problemperspektive zu unterstützen.
Fansozialarbeit, Fußballfans, Gewaltprävention, Ultras, Hooligans, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Jugendkultur, Repression, Prävention, Partizipation, Fan-Projekte, Fan-Identität, Sicherheitskonzepte, Sozialpädagogik
Die Arbeit untersucht das Handlungsfeld der Fansozialarbeit und deren Beitrag zur Gewaltprävention im Kontext von Fußballfans.
Zentrale Themen sind die Lebenswelt von Ultras und Hooligans, die theoretische Einordnung der Fansozialarbeit sowie das Spannungsfeld zwischen pädagogischer Prävention und ordnungspolitischer Repression.
Das Ziel ist es herauszuarbeiten, wie Fansozialarbeit als lebensweltorientierte Praxis wirksam bleiben kann, ohne an den repressiven gesellschaftlichen Strukturen zu scheitern.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis von Fachliteratur, sozialpädagogischen Konzepten und exemplarischen Fallbeispielen, wie dem Dortmunder Fan-Projekt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Adressaten, die Analyse von Gewaltpräventionsdimensionen und die kritische Auseinandersetzung mit der Repressionsproblematik.
Wichtige Begriffe sind Fansozialarbeit, Gewaltprävention, Lebensweltorientierung, Ultras und Soziale Arbeit.
Strukturmaximen dienen als Prinzipien der Jugendhilfe, um die soziale Arbeit mit Fußballfans an deren Lebenswelten auszurichten und ganzheitliche Unterstützung zu ermöglichen.
Repressive Maßnahmen können die pädagogische Arbeit erschweren, da sie zur Stigmatisierung der Fans beitragen und das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Sozialarbeitern und Fans gefährden.
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