Bachelorarbeit, 2020
46 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Was ist Sprache?
2.1 Allgemeine Ansätze
2.2 Merkmale von Kommunikationssystemen nach Charles F. Hockett
3 Kommunikation nichtmenschlicher Primaten
3.1 Natürliche Kommunikation
3.1.1 Rufe
3.1.2 Gesten
3.2 Erlernte Kommunikation durch menschlichen Einfluss dargestellt an Forschungsbeispielen
3.2.1 Studien zum Erwerb der American Sign Language bei Schimpansen
3.2.2 Premacks Versuche mit Plastiksteinen als Spracherwerbsinstrumente
3.2.3 Der Bonobo Kanzi und das „Yerkish Keyboard“
4 Vergleich der menschlichen Sprache mit der Kommunikation nichtmenschlicher Primaten
4.1 Gemeinsamkeiten
4.2 Unterschiede
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Fähigkeiten nichtmenschlicher Primaten, um die fundamentale Forschungsfrage zu beantworten, ob Affen tatsächlich sprechen können. Hierzu werden theoretische Grundlagen menschlicher Sprache mit den kommunikativen Systemen von Primaten in Beziehung gesetzt.
3.2.1.1 Gardners Versuche mit Washoe
Beatrix und Richard Allan Gardner begannen 1966 als erste Wissenschaftler, mit der Gebärdensprache an Affen zu arbeiten (Fichtel et al. 2011: 248). Ihr Versuchstier war ein weiblicher Schimpanse im Säuglingsalter namens Washoe. Das Ehepaar trainierte das Schimpansenweibchen in der amerikanischen Gebärdensprache ASL. Es wurde schnell klar, dass die Verwendung einer gestischen Sprache die richtige Methode war, einem Schimpansen eine Form der menschlichen Sprache zu lehren. Die Gardners wählten bewusst diese Affenart für ihre Studien aus, da Schimpansen nicht nur hochintelligent sind, sondern auch über eine beträchtliche Soziabilität verfügen (Gardner & Gardner 1969: 664 f.).
Da das Ehepaar Washoe dazu bringen wollte, nicht nur Nahrung und andere Dinge zu verlangen, sondern eine Art Konversationsverhalten zu entwickeln, schafften sie ihr ein Umfeld, das für ein solches Verhalten förderlich war. Sie versuchten ihr so viel Raum wie möglich zu gewähren und ihre Betreuer sollten für sie Freunde und Spielkameraden sowie Versorger und Beschützer zugleich sein. Es wurden außerdem viele Spiele und Aktivitäten genutzt, um Washoe zum Interagieren zu bringen. Sie stellten sicher, dass während ihrer Wachzeiten stets mindestens ein Betreuer bei ihr war. Alle menschlichen Begleiter wurden dazu angehalten in ihrer Gegenwart mittels der American Sign Language zu kommunizieren, sowohl mit Washoe als auch untereinander. Selbstverständlich konnte man das Sprechen in gesprochenem Englisch dennoch nicht gänzlich vermeiden (Gardner & Gardner 1969: 665 f.).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der sprachlichen Fähigkeiten von nichtmenschlichen Primaten ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Untersuchung.
2 Was ist Sprache?: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene linguistische Definitionen von Sprache und stellt die für den Vergleich zentralen Design-Merkmale nach Charles F. Hockett vor.
3 Kommunikation nichtmenschlicher Primaten: Der Hauptteil analysiert sowohl die natürliche Kommunikation durch Rufe und Gesten als auch verschiedene empirische Forschungsansätze zur erlernten Kommunikation bei Menschenaffen.
4 Vergleich der menschlichen Sprache mit der Kommunikation nichtmenschlicher Primaten: Hier werden die Ergebnisse aus der theoretischen Analyse und den Fallstudien gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und signifikante Unterschiede in der Kommunikationsstruktur zu identifizieren.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Affen zwar über erstaunliche kognitive und kommunikative Ansätze verfügen, die Kriterien für eine menschliche Sprache im vollen Sinne jedoch nicht erfüllen.
Affen, Menschenaffen, Kommunikation, Sprache, Sprachwissenschaft, Spracherwerb, Kommunikationssysteme, Charles F. Hockett, Gesten, Rufe, American Sign Language, Yerkish Keyboard, Syntax, Kognition, Intentionalität.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung, ob nichtmenschliche Primaten über sprachliche Fähigkeiten verfügen und ob diese mit menschlicher Sprache vergleichbar sind.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Abgrenzung von Kommunikation und Sprache, die Analyse der natürlichen Kommunikationsmittel bei Primaten sowie die Evaluation von Spracherwerbsstudien bei Menschenaffen.
Das Ziel ist es, einen Überblick über die kommunikativen Potenziale von Primaten zu geben und diese kritisch mit den Merkmalen menschlicher Sprache zu vergleichen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der kritischen Auswertung bekannter Forschungsstudien zur Primatenkommunikation basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung natürlicher Kommunikationssignale wie Rufe und Gesten sowie die Betrachtung erlernter Kommunikationsformen, etwa durch Gebärdensprache oder den Einsatz von Lexigrammen.
Wichtige Begriffe sind Primatenkommunikation, Design-Merkmale nach Hockett, Intentionalität, Zeigegesten und die Kontroverse um die syntaktische Kompetenz bei Tieren.
Die Rufe der Affen sind meist stark an Emotionen gebunden, genetisch festgelegt und unflexibel, während menschliche Sprache durch ein offenes System, Syntax und die Fähigkeit zur Produktivität gekennzeichnet ist.
Kanzi gilt als bedeutendes Fallbeispiel, da er die Lexigrammsprache "Yerkish" durch Beobachtung erlernte und ein wechselseitiges Verständnis für Symbole sowie eine gewisse grammatische Kompetenz demonstrierte.
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