Masterarbeit, 2020
130 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund zu Autismus
2.1 Geschichtlicher Einblick
2.2 Klassifikation und Definition
3 Autismus-Spektrum-Störung
3.1 Diagnostik
3.1.1 Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-5
3.1.2 Diagnostik von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung
3.2 Epidemiologie
3.3 Komorbidität
4 Ätiologie und Symptomatologie
4.1 Ursachen und Entstehung von Autismus
4.2 Autistische Kernsymptome und daraus resultierende soziale Probleme
4.2.1 Soziale Interaktion und Sozialverhalten
4.2.2 Sprache und Kommunikation
4.2.3 Verhaltensweisen
4.3 Schlussbetrachtung der Autismus-Spektrum-Störung
5 Psychosoziale Gesundheit
5.1 Psychische Gesundheit
5.2 Psychische Gesundheit bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung
5.2.1 Risiko- und Schutzfaktoren
5.2.2 Psychische Erkrankungen und Autismus
5.3 Schlussbetrachtung Psychosoziale Gesundheit
6 Therapieansätze
6.1 Vorwort
6.2 Psychotherapie
6.3 Verhaltenstherapeutische und lernorientierte Therapieansätze
6.3.1 TEACCH
6.3.2 ABA
6.4 Therapieansätze zur Förderung der Kommunikation und Sozialkompetenz
6.4.1 PECS
6.4.2 Social Stories
6.4.3 TOMTASS
6.5 Therapieansätze in der Gesamtschau
6.6 Diskussion und vorläufiges Resümee
7 Ausblick auf das Praxisfeld Soziale Arbeit
8 Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den mangelnden Bezug bestehender Therapieansätze auf die psychische Verfassung von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Das primäre Ziel ist die Identifizierung von Therapieaspekten, die die psychosoziale Gesundheit autistischer Kinder gezielt fördern können, um eine hohe Lebensqualität statt einer bloßen Defizitorientierung anzustreben.
4.2.1 Soziale Interaktion und Sozialverhalten
Allen Kindern, die eine Störung des Autismus-Spektrums vorweisen, ist eine Beeinträchtigung der sozialen Interaktion sowie des Sozialverhaltens gemeinsam. Kinder mit ASS haben demnach Schwierigkeiten beim Umgang sowie der Ausübung von Mimik, Gestik und Blickkontakt. Des Weiteren fällt es ihnen schwer, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen und zu halten. Dies ist oft durch einen Mangel an spontaner Freude oder Interessen sowie eines fehlenden Bedürfnisses, dies anderen mitzuteilen, begründet (vgl. Preißmann 2017: 18). Die Betroffenen wirken sozial unbeholfen und machen den Eindruck, sich von der Umwelt abkapseln zu wollen (vgl. Girsberger 2016: 45; Josefs-Gesellschaft gGmbH 2015: 6). Ihnen fehlt es an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit, was sich zum Beispiel in unangemessenen Annäherungsversuchen innerhalb sozialer Situationen äußert (vgl. www. Schönke 2018).
Autistische Kinder kommen ohne ein sogenanntes „soziales Navigationssystem“ (Notbohm/ Zysk/ Autismus Deutschland e.V. 2020: 185) beziehungsweise einen „sozialen Autopiloten“ (Prölß/ Schnell/ Koch 2019: 140) auf die Welt. Sie verfügen nicht über das neuronale Netzwerk des sozialen Verstehens, das ihnen zeigt, wohin sie in der sozialen Welt gehen sollen. Das Wissen, das diese Kinder zeigen, haben jene demnach ausschließlich aus selbst erlebten Situationen generiert (vgl. Notbohm/ Zysk/ Autismus Deutschland e.V. 2020: 185f.).
Bezüglich des Sozialverhaltens und der zwischenmenschlichen Interaktion ist insbesondere die Theory of Mind, auch Mentalisierungsfähigkeit genannt, ausschlaggebend (vgl. Arens-Wiebel 2019: 77; Josefs-Gesellschaft gGmbH 2015: 6). Die Theory of Mind meint die Fähigkeit, sich Gefühle, Wünsche, Absichten sowie Gedanken anderer Menschen vorstellen zu können. Zusätzlich umschließt es die Erkenntnis, dass sich die gerade genannten Aspekte von der eigenen Sichtweise sowie den eigenen Gefühlen und Gedanken unterscheiden können. Autisten sind in dem Bereich der Theory of Mind stark eingeschränkt. Sie haben beispielsweise große Probleme, sich in andere Mitmenschen einzufühlen und einzudenken. Infolgedessen können Betroffene weder mitfühlend noch adäquat auf bestimmte Situationen, Personen, Aussagen oder Handlungen reagieren (vgl. Arens-Wiebel 2019: 77).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Autismus-Spektrum-Störung im Kindesalter und stellt die Forschungsfrage zur Gestaltung von Therapieansätzen mit Fokus auf die psychosoziale Gesundheit.
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund zu Autismus: Dieses Kapitel gibt einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung des Autismus-Begriffs und erläutert die heutige Klassifikation und Definition als Spektrum-Störung.
3 Autismus-Spektrum-Störung: Hier werden die diagnostischen Herausforderungen, die Epidemiologie sowie die häufig auftretenden Komorbiditäten von ASS im Kindesalter detailliert besprochen.
4 Ätiologie und Symptomatologie: Dieses Kapitel widmet sich den Ursachen sowie den Kernsymptomen, unterteilt in soziale Interaktion, Kommunikation und Verhaltensweisen.
5 Psychosoziale Gesundheit: Es werden theoretische Grundlagen der psychischen Gesundheit, Risiko- und Schutzfaktoren sowie die spezifische Problematik psychischer Erkrankungen bei autistischen Kindern erarbeitet.
6 Therapieansätze: Der Hauptteil analysiert sechs spezifische Therapieansätze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihres Einflusses auf die psychische Gesundheit sowie die soziale Integration.
7 Ausblick auf das Praxisfeld Soziale Arbeit: Das Kapitel verknüpft die therapeutischen Erkenntnisse mit der Rolle der Sozialen Arbeit als lebensweltorientierte Profession.
8 Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Ausblick: Diese Zusammenfassung synthetisiert die Ergebnisse und plädiert für eine individuelle, bedürfnisgerechte und psychosozial orientierte Therapiegestaltung.
Autismus, Autismus-Spektrum-Störung, Kinder, Psychosoziale Gesundheit, Förderung der psychischen Gesundheit, Therapieansätze, Therapieaspekte, Resilienz, Theory of Mind, Frühförderung, Soziale Integration, Verhaltenstherapie, TEACCH, ABA, Inklusion.
Die Arbeit untersucht, wie bestehende Therapieansätze für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) gestaltet sein müssen, um nicht nur die Kernsymptome zu adressieren, sondern aktiv die psychosoziale Gesundheit der Kinder zu fördern.
Die Schwerpunkte liegen auf den ätiologischen Grundlagen von Autismus, der Diagnostik, der Bedeutung der psychischen Gesundheit sowie der kritischen Analyse und Einordnung verschiedener therapeutischer Methoden.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie müssen Therapieansätze gestaltet sein, damit sie die psychosoziale Gesundheit von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung fördern?“.
Es handelt sich um eine systematische Literaturarbeit, die bestehende Therapieansätze auf ihre förderlichen und hinderlichen Aspekte für die psychische Gesundheit untersucht und in einem Anforderungskatalog zusammenführt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ansätze Psychotherapie, TEACCH, ABA, PECS, Social Stories und TOMTASS hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer Ziele und ihrer Auswirkungen auf die Lebensqualität und psychische Verfassung autistischer Kinder.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Autismus-Spektrum-Störung, Psychosoziale Gesundheit, Therapieansätze, Resilienz und Soziale Integration charakterisieren.
Die Autorin hebt hervor, dass Autismus selbst als lebenslange Behinderung und nicht als heilbare Krankheit angesehen werden sollte, während psychische Erkrankungen als komorbide Störungen oder Begleiterscheinungen auftreten können, die einer gezielten Behandlung bedürfen.
Die Autorin kritisiert ABA aufgrund des „dressurhaften“ Charakters, der hohen Intensität und der Gefahr, dass durch den starken Fokus auf Verhaltensanpassung die Selbstbestimmung sowie die emotionalen Bedürfnisse und Stärken des Kindes vernachlässigt werden, was teilweise zu Traumatisierungen führen kann.
Defizite in der Theory-of-Mind-Fähigkeit erschweren autistischen Kindern das soziale Verstehen und das Empathievermögen. Die Arbeit zeigt auf, wie Ansätze wie TOMTASS versuchen, durch gezieltes Training dieser Fähigkeiten soziale Teilhabe und Lebensqualität zu verbessern.
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