Masterarbeit, 2019
79 Seiten, Note: 1,3
1. Annie Leibovitz und der Pirelli-Kalender 2016
1.1 Annie Leibovitz – Life through a lens
1.1.1 Kindheit und Ausbildung
1.1.2 Gegenkultur und das Rolling Stone
1.1.3 Hochglanz und Vanity Fair
1.1.4 Annie Leibovitz heute
1.2 Das ist alles ein Leben
1.2.1 Die Ausstellung A photographer’s Life und ihre Rezeption
1.2.2 Hinter den Kulissen
1.2.3 Vom Dokumentarstil zu visueller Kunstfertigkeit
1.2.4 Political correctness
1.2.5 Starkult in Amerika
1.2.6 Hergestellte Intimitäten
1.3 Zusammenfassung Annie Leibovitz
1.4 Der Pirelli 2016 – authentisch oder imaginierte Intimität
2. Mythos Pirelli-Kalender
2.1 Medienereignis
2.2 Der Kalender in Zahlen
2.3 The Cal – eine virtuelle Zeitreise durch die Moden der Populärkultur
3. Pirelli-Geschichte – Zeugnis weiblicher Emanzipation?
3.1 Ein Mythos wird geboren – Die ersten zehn Jahre: 1964 -1974
3.2 Neugeburt – Die zweite Entwicklungsphase: 1984 - 1994
3.3 Supermodels und Starfotografen – Die dritte Entwicklungsphase: 1994 - 2004
3.4 Die Entmythisierung - Die vierte Entwicklungsphase: 2004 bis heute
4. Bestehende Frauenbilder und die damit einhergehende Erwartungshaltung
4.1 Alte und Neue Frauenbilder
4.2 Das von Pirelli transportierte Frauenbild – Sex sells?
4.3 Reaktionen auf die 2016er Edition
5. Globale Ästhetik
6. Mode als Zeitindikator
7. Der Fotograf als kultische Figur
Die vorliegende Arbeit untersucht den bildästhetischen Wendepunkt des Pirelli-Kalenders 2016 durch die Fotografin Annie Leibovitz. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der bisherigen Historie des Kalenders als erotisches Werbeprodukt und dem konzeptionellen Wandel hin zur Abbildung einflussreicher Frauen zu analysieren sowie die Rolle der Künstlerin und gesellschaftliche Rollenbilder zu hinterfragen.
1.1.3 Hochglanz und Vanity Fair
Die Zeitschrift Vanity Fair wandte sich 1983 an Leibovitz und bat sie, die erste Cheffotografin der Zeitschrift zu werden. Es war ein großes Risiko für die berühmte Rock'n'Roll-Fotografin, zu einer Hochglanz-Mainstream-Publikation überzugehen. Für sie persönlich war es aber der richtige Zeitpunkt, denn ihr exzessiver Drogenkonsum beeinträchtigte ihre Arbeit beim Rolling Stone. Nach einem Drogenentzug war die Fotografin bereit, das nächste Kapitel zu beginnen und Vanity Fair sah in Leibovitz die Fortsetzung von Edward Steichens großer Tradition der Porträtmalerei, die ein zusätzliches Gegenkultur-Gütesiegel beinhaltete. Auch Vanity Fair gab Leibovitz volle künstlerische Freiheit und bald forderten Prominente, die zuvor nie für die Publikation fotografiert werden wollten, mit Leibovitz arbeiten zu wollen, in der Hoffnung, Teil eines interessanten Projekts zu sein. Im Gegensatz zum Rolling Stone waren die Budgets bei Vanity Fair kein Thema und Leibovitz konnte experimenteller sein. Ihre Porträts wandelten sich von einfachen Schwarz-Weiß-Bildern zu extravaganten, inszenierten Produktionen voller Drama und satter Farbe.
1. Annie Leibovitz und der Pirelli-Kalender 2016: Dieses Kapitel stellt die Biografie der Fotografin sowie ihre Bedeutung als Ikonographin der Popkultur dar und führt in ihre spezielle Rolle bei der Neukonzeption des Pirelli-Kalenders 2016 ein.
2. Mythos Pirelli-Kalender: Hier wird der Pirelli-Kalender als mediales Phänomen analysiert, das sich von einem einfachen Werbemittel zu einem exklusiven Kultgegenstand entwickelt hat.
3. Pirelli-Geschichte – Zeugnis weiblicher Emanzipation?: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung des Kalenders in verschiedenen Phasen und setzt diese in Bezug zur zeitgenössischen Frauenbewegung und dem Wandel der Darstellung weiblicher Körper.
4. Bestehende Frauenbilder und die damit einhergehende Erwartungshaltung: Das Kapitel untersucht kritisch, wie der Kalender gesellschaftliche Rollenbilder konstruiert und mit der Erwartungshaltung der Öffentlichkeit an Erotik und Nacktheit spielt.
5. Globale Ästhetik: Hier wird die Rolle der globalen Mode und der ästhetischen Einflüsse auf die Fotografie des Kalenders thematisiert.
6. Mode als Zeitindikator: Dieser Teil betrachtet Mode als soziokulturellen Indikator, der den Zeitgeist und gesellschaftliche Veränderungsprozesse im Pirelli-Kalender widerspiegelt.
7. Der Fotograf als kultische Figur: Abschließend wird die Inszenierung der Fotografenpersönlichkeit selbst als Marketinginstrument des Pirelli-Konzerns diskutiert.
Annie Leibovitz, Pirelli-Kalender, Modefotografie, Frauenbilder, Emanzipation, Celebrity-Kultur, Bildästhetik, Inszenierung, Male Gaze, Identität, Zeitgeist, Werbestrategie, Postmoderne, Sexualisierung, 2016er Edition.
Die Arbeit analysiert den Pirelli-Kalender 2016 unter der Regie von Annie Leibovitz als ästhetischen Wendepunkt innerhalb der langen Historie des Reifenhersteller-Kalenders.
Die Themen umfassen die Geschichte des Pirelli-Kalenders, die künstlerische Entwicklung von Annie Leibovitz, die mediale Konstruktion von Frauenbildern sowie die soziologische Rolle von Mode als Zeitindikator.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern der Pirelli-Kalender 2016 einen Paradigmenwechsel in der Darstellung von Frauen einleitete und ob er als emanzipatorischer Akt oder als kalkulierte Marketingstrategie zu werten ist.
Es handelt sich um eine kunstwissenschaftliche Untersuchung, die Bildanalysen mit soziologischen und kulturkritischen Perspektiven sowie einer Aufarbeitung der Mediengeschichte des Kalenders kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie Leibovitz', die Analyse der Pirelli-Geschichte über vier Jahrzehnte hinweg, die theoretische Debatte über Frauenbilder in der Werbung und die Untersuchung der künstlerischen Inszenierung.
Die Arbeit lässt sich primär über die Stichworte Annie Leibovitz, Pirelli-Kalender, Feminismus, Bildästhetik und Celebrity-Kultur definieren.
Der Bruch bestand darin, dass die erotische Ausstrahlung und klassische Nacktheit der Modelle zugunsten der Darstellung einflussreicher Frauen und deren beruflichen Leistungen in den Hintergrund traten.
Die Arbeit stellt fest, dass sich der Pirelli-Konzern von einer reinen "Sex sells"-Logik hin zu einer differenzierteren "Innovation sells"-Strategie entwickelt hat, um den gesellschaftlichen Wandel und neue Zielgruppen zu erreichen.
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