Diplomarbeit, 2002
211 Seiten, Note: 1,4
1 Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Methodik
1.4 Derzeitiger Forschungsstand und Literatur- und Quellenlage
2 Begriffsbestimmungen und theoretische Grundlagen
2.1 Berufsbild
2.2 Leitbild
2.3 Berufliches Selbstverständnis
2.4 Beruf
2.5 Innere Führung
2.6 Corporate Identity
3 Das Bild des Soldaten unter veränderten Rahmenbedingungen
3.1 Die sicherheitspolitische Diskussion nach 1989
3.2 Die Aspekte des postmodernen Krieges
3.3 Die neuen Formen der Bedrohung der internationalen Sicherheit
3.4 Die Multinationalisierung der Streitkräfte
3.5 Die Einflüsse des gesellschaftlichen Wandels und des Wertewandels
4 Die Diskussion um das Bild des Soldaten der Zukunft
4.1 Die theoretischen Grundlagen und die Zukunft des Konzepts der Inneren Führung
4.2 Corporate Identity – Eine Konzeption für die Bundeswehr?
4.2.1 Corporate Identity als Führungsinstrument
4.2.2 Hartmanns Konzept zur Bildung von Corporate Identity auf Verbandsebene
4.3 Das Leitbild vom „Staatsbürger in Uniform“
4.3.1 Der „Weltbürger in Uniform“ – Kämpfer im Auftrag der Weltgesellschaft?
4.3.2 Der „europäische Staatsbürger in Uniform“ – Konsequenz von europäischer Integration und Multinationalität?
4.4 Das Berufsbild des Soldaten im Wandel
4.4.1 Das Theorem der Inkompatibilität von Militär und Gesellschaft
4.4.2 Die idealtypischen Berufsleitbilder des Offiziers
4.4.3 Dänikers Thesen zum Wesen und Gebrauch künftiger Streitkräfte
4.4.4 Das erweiterte Aufgaben- und Einsatzspektrum der Bundeswehr
4.4.5 Die Kompetenzen und Qualifikationen des Soldaten aus der Sicht des Zentrums Innere Führung
4.4.6 Die Gedanken des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr zum gewandelten Berufsbild und zum Profil des Soldaten der Zukunft
4.4.7 Die Konzepte der Teilstreitkräfte für ein neues Berufsbild und Qualifikationsprofil des Offiziers
4.4.8 Weitere Beiträge zur aktuellen Berufsbild-Diskussion
4.4.9 Der Diskussionsentwurf der Führungsakademie der Bundeswehr über ein streitkräftegemeinsames Anforderungsprofil
4.5 Das berufliche Selbstverständnis des Soldaten
4.5.1 Das Selbstbild im Umbruch
4.5.2 Das integrierte Selbstbild des Soldaten
5 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Wandel des Soldatenbildes der Bundeswehr seit 1989 unter Berücksichtigung veränderter sicherheitspolitischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Im Fokus stehen dabei das Berufsbild, das Leitbild sowie das berufliche Selbstverständnis des Soldaten, wobei insbesondere die Rolle des Offiziers des Truppendienstes analysiert wird.
3.2 Die Aspekte des postmodernen Krieges
Das Militär in der Postmoderne weist nach Moskos, Williams und Segal fünf Elemente des Wandels auf. Im Folgenden werden diese thesenartig dargestellt:
(1) Die wechselseitige Durchlässigkeit zwischen ziviler und militärischer Ebene, sowohl strukturell als auch kulturell, steigt immer weiter an.
(2) Die Unterschiede innerhalb der Streitkräfte werden weiter vermindert. So wird u.a. die starre Abgrenzung zwischen den Teilstreitkräften, Truppengattungen und Dienstgradgruppen weiter aufgeweicht. Auch der Gegensatz zwischen bewaffneten Kampfeinsätzen und Unterstützungsaufgaben wird zunehmend entschärft.
(3) Das Aufgaben- und Einsatzspektrum der Streitkräfte wandelt sich. Weg vom „Kämpfen auf dem Schlachtfeld“ hin zu Missionen, welche kaum noch der traditionellen Rolle des Militärs entsprechen.
(4) Militärische Kräfte werden zunehmend von überstaatlichen Organisationen auf der Grundlage international autorisierter und legitimierter Abkommen jenseits des eigenen Staatsgebietes befohlen.
(5) Die internationale Kooperation und Multinationalisierung der Streitkräfte schreitet immer weiter fort. Bi- und multinationale Verbände innerhalb der NATO sowie gemeinsame Übungen und Programme wie z.B. „Partnerschaft für den Frieden“ gehören zum Alltag der Streitkräfte.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des sich wandelnden Soldatenbildes nach 1989 ein und erläutert den Aufbau sowie die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
2 Begriffsbestimmungen und theoretische Grundlagen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Beruf, Berufsbild, Leitbild und Innere Führung, die für die militärsoziologische Betrachtung grundlegend sind.
3 Das Bild des Soldaten unter veränderten Rahmenbedingungen: Hier werden die weltpolitischen Veränderungen, der postmoderne Krieg und die Einflüsse des Wertewandels analysiert, die den Druck zur Anpassung des Soldatenbildes erzeugen.
4 Die Diskussion um das Bild des Soldaten der Zukunft: Dieser Hauptteil verknüpft die theoretischen Konzepte mit der Praxis, analysiert moderne Ansätze der Inneren Führung und Corporate Identity und diskutiert konkrete Anforderungsprofile für Offiziere.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und notwendige weitere Untersuchungen zum Soldatenbild.
Bundeswehr, Soldat, Berufsbild, Leitbild, Innere Führung, Corporate Identity, Sicherheitspolitik, Postmoderne, Multinationalität, Wertewandel, Offizier, Selbstverständnis, Anforderungsprofil, Staatsbürger in Uniform, Weltbürger in Uniform
Die Arbeit analysiert den Wandel des Soldatenbildes innerhalb der Bundeswehr seit 1989 vor dem Hintergrund veränderter sicherheitspolitischer und gesellschaftlicher Bedingungen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Soldatenberufs, die sicherheitspolitischen Veränderungen durch das Ende des Kalten Krieges, der gesellschaftliche Wertewandel und moderne Management-Konzepte wie Corporate Identity für Streitkräfte.
Das Ziel ist ein wissenschaftlicher Beitrag zur Debatte über ein teilstreitkraftgemeinsames Berufsbild, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht.
Die Untersuchung basiert auf einer umfassenden Literatur- und Quellenanalyse sowie auf einer qualitativen Analyse von Experteninterviews mit hochrangigen Offizieren und Militärexperten.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Zukunft der Inneren Führung, der Übertragbarkeit von Corporate Identity auf die Bundeswehr und der Erarbeitung zeitgemäßer Anforderungsprofile für Offiziere.
Wichtige Begriffe sind Innere Führung, Staatsbürger in Uniform, Corporate Identity, Multinationalität und die postmoderne Transformation von Streitkräften.
Die Innere Führung wird als bewährte Führungsphilosophie der Bundeswehr angesehen, die auch in Zukunft das Leitbild prägt, jedoch eine inhaltliche Anpassung an neue Einsatzszenarien benötigt.
Die Arbeit sieht in der Corporate Identity ein hilfreiches Instrument für einzelne Verbände zur Nachwuchsgewinnung und Identitätsbildung, warnt jedoch vor einer vollständigen, zentralistischen CI-Strategie für die gesamte Bundeswehr.
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