Masterarbeit, 2019
160 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Classroom Management
2.1 Begriffsklärung Classroom Management
2.2 Historische Entwicklung und Ansätze des Classroom Managements
2.3 Wichtige Forschungsergebnisse zu Classroom Management
2.4 Kategorien und Maßnahmen des Classroom Managements
2.4.1 Verhaltenssteuerung
2.4.2 Zusammenfassung Verhaltenssteuerung
2.4.3 Beziehungsförderung
2.4.4 Zusammenfassung Beziehungsförderung
2.4.5 Unterrichtsgestaltung
2.4.6 Zusammenfassung Unterrichtsgestaltung
3 ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung
3.1 Klassifikation und Erscheinungsbild der ADHS
3.2 Komorbidität
3.3 Häufigkeit
3.4 Ursachen
3.4.1 Ursachenmodelle von ADHS
3.4.2 Biologische Faktoren
3.4.3 Psychosoziale Faktoren
3.4.4 Umwelteinflüsse
3.5 Diagnostik
3.6 Therapie
3.6.1 Umweltzentrierte Interventionen
3.6.2 Kindzentrierte Interventionen
4 Positive und kritische Elemente des Classroom Managements in Zusammenhang mit Kindern mit ADHS
4.1 Scham und Beschämung
4.2 Positive und negative Aspekte von Classroom Management bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS
4.2.1 Verhaltenssteuerung
4.2.1.1 Routinen, Rituale und Regeln
4.2.1.2 Konsequenzen
4.2.1.3 Überlappung und Allgegenwärtigkeit
4.2.1.4 Reibungslosigkeit und Schwung
4.2.1.5 Orientierungssicherheit
4.2.1.6 Klarheit, Verständlichkeit und unterschiedliche Arbeitstempi
4.2.1.7 Gruppenaktivierung
4.2.1.8 Zusammenfassung
4.2.2 Beziehungsgestaltung
4.2.2.1 Beginn des Schuljahres
4.2.2.2 Gemeinschaftsförderung
4.2.2.3 Verantwortlichkeit der Lernenden
4.2.2.4 Mitbestimmung
4.2.2.5 Selbstinstruktionen und Selbstmanagementmethoden
4.2.2.6 Haltung der Lehrkraft
4.2.2.7 Humor
4.2.2.8 Kommunikation
4.2.2.9 Zusammenfassung
4.2.3 Unterrichtsgestaltung
4.2.3.1 Unterrichtsstruktur
4.2.3.2 Material und Medien
4.2.3.3 Sozialformauswahl
4.2.3.4 Zusammenfassung
5 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Effektivität und die möglichen negativen Auswirkungen gängiger Maßnahmen des Classroom Managements speziell auf Kinder mit ADHS zu untersuchen, wobei ein besonderer Fokus auf den psychologischen Mechanismen von Scham und Beschämung liegt.
4.2.1.1 Routinen, Rituale und Regeln
Zu Beginn der kritischen Auseinandersetzung werde ich die Maßnahmen Routinen, Rituale und Regeln genauer betrachten. Das Positive an Routinen für ADHS Kinder ist, dass sie genau wissen, welches Verhalten von ihnen bei bestimmten Abläufen erwartet wird, so dass sie an Sicherheit gewinnen und es ihnen leichter fällt, angepasst zu reagieren, wodurch ihre Selbstregulationsfähigkeit gefördert wird. Weiterhin sorgen sie dafür, dass der Unterrichtsfluss erhalten bleibt und somit die Gefahr von Ablenkungen reduziert wird und folglich kognitive Kapazitäten erhöht werden. Routinen können bei ADHS Kindern durch therapeutisch erarbeitete Selbstinstruktionen und mit Hilfe von Signalkarten unterstützt werden. Da sich Routinen auch auf die Lehrer / Lehrerinnen – Schüler / Schülerinnen Interaktionen beziehen, wirken sie zudem förderlich auf die Beziehungsebene. Die Erfahrung positiver Interaktionen stärkt das Selbstbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl der ADHS Betroffenen und kann in der Folge zu einer Reduktion der ADHS Symptomatik führen.
Rituale, durch ihr regelmäßiges, gleichbleibendes Vorgehen nach einer festen Ordnung, schaffen für ADHS Kinder eine klare Struktur, wodurch sie auch hier wiederum Sicherheit erlangen und ihre Konzentrationsfähigkeit erhöht wird, da sie sich nicht mit anderen möglichen Abläufen auseinandersetzen müssen und die Ablenkungsgefahr reduziert wird, da alle Kinder das Gleiche machen. Dieses sorgt für ein Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl, was bei ADHS Kindern ein wichtiger positiv fördernder Aspekt auf der Interaktionsebene ist, da sie meist aufgrund ihrer „Andersartigkeit“ von den Klassenkameraden ausgeschlossen oder gemobbt werden.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Übertragbarkeit von Standard-Classroom-Management-Maßnahmen auf Kinder mit ADHS unter besonderer Berücksichtigung von Scham und Beschämung.
2 Classroom Management: Dieses Kapitel definiert Classroom Management, beleuchtet seine historische Entwicklung und stellt verschiedene Ansätze sowie zentrale Forschungsergebnisse vor.
3 ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung: Hier werden das Erscheinungsbild, die diagnostischen Kriterien, Ursachenmodelle, Komorbiditäten sowie therapeutische Interventionsmöglichkeiten bei ADHS detailliert beschrieben.
4 Positive und kritische Elemente des Classroom Managements in Zusammenhang mit Kindern mit ADHS: Dieser Hauptteil analysiert die Auswirkungen verschiedener Classroom-Management-Maßnahmen auf Kinder mit ADHS und bewertet diese kritisch hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Selbstwertgefühl und das Entstehen von Scham und Beschämung.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass Classroom Management bei ADHS-Kindern sowohl große Chancen als auch Risiken birgt und plädiert für einen stärkeren Fokus auf präventive, beziehungsorientierte Ansätze statt rein reaktiver Disziplinierung.
Classroom Management, ADHS, Scham, Beschämung, Klassenführung, Unterrichtsstörungen, Beziehungsgestaltung, Verhaltenssteuerung, Inklusion, Selbstwertgefühl, Prävention, Lehrerhandeln, Schüler-Lehrer-Beziehung, Diagnostik, Therapie
Die Arbeit untersucht kritisch, ob und wie die Maßnahmen des Classroom Managements, die üblicherweise für die allgemeine Schülerschaft entwickelt wurden, bei Kindern mit ADHS wirken und welche Risiken der Stigmatisierung, Scham und Beschämung dabei entstehen.
Die Arbeit verknüpft die Konzepte des Classroom Managements (Unterrichtsgestaltung, Verhaltenssteuerung, Beziehungsgestaltung) mit dem Störungsbild der ADHS sowie den psychologischen Aspekten von Scham- und Beschämungserfahrungen im Schulalltag.
Die Forschungsfrage lautet, ob die positiven Ergebnisse des Classroom Managements auf Kinder mit ADHS übertragbar sind oder ob bestimmte Elemente das Potenzial haben, sich negativ auf die Symptomatik auszuwirken, und wenn ja, welche scham- bzw. beschämungsrelevanten Aspekte dabei eine Rolle spielen.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Forschungsstand zum Classroom Management (u.a. Kounin, Evertson) und zu ADHS (u.a. diagnostische Klassifikationen, biopsychosoziales Modell) integriert und unter dem Fokus der pädagogischen Schamforschung reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Darstellung der Konzepte und eine detaillierte, kritische Analyse der verschiedenen Maßnahmenbereiche (Verhaltenssteuerung, Beziehungsgestaltung, Unterrichtsgestaltung) im Hinblick auf deren spezifische Wirkung bei Kindern mit ADHS.
Wesentliche Begriffe sind Classroom Management, ADHS, Scham, Beschämung, Klassenführung, Inklusion, Selbstwertgefühl und pädagogische Professionalität.
Während diese Strukturen einerseits Sicherheit und Entlastung bieten können, bergen sie andererseits das Risiko der Stigmatisierung, falls sie starr eingefordert werden, ohne die impulsbedingten Schwierigkeiten der Kinder zu berücksichtigen, was in einen negativen Kreislauf aus Fehlverhalten und Beschämung führen kann.
Die Beziehungsgestaltung ist essenziell, da Kinder mit ADHS aufgrund ihrer Symptomatik oft negative Rückmeldungen erfahren; ein authentischer, empathischer und wertschätzender Führungsstil der Lehrkraft kann hingegen das Selbstwertgefühl stärken und die Symptomatik durch soziale Anerkennung positiv beeinflussen.
Die Autorin fordert einen Wechsel von einer "beschämenden Pädagogik" hin zu einer "anerkennenden Pädagogik" und betont, dass Lehrkräfte in ihrer Ausbildung stärker für die schamauslösenden Momente des eigenen Handelns sensibilisiert werden müssen.
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