Masterarbeit, 2020
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Bestimmung von Begrifflichkeiten
2.1.Tod
2.2 Trauer und Trauerarbeit
3. Umgang mit Tod und Trauer
3.1 Tod und Trauer in der Gesellschaft
3.1.1 Gesellschaftliche Entwicklung im Umgang mit Tod und Trauer
3.1.2 Tabuisierung und Enttabuisierung von Tod und Trauer
3.2 Tod und Trauer in den Medien
3.3 Kindliche Wahrnehmungen und Erfahrungen von Tod und Trauer
3.3.1 Mögliche Einflussfaktoren auf die kindlichen Erfahrungen
3.3.2 Todesvorstellungen von Kindern
3.3.3 Trauer bei Kindern
4. Tod und Trauer im Sachunterricht
4.1 Tod und Trauer in der Grundschule
4.2 Überblick über die zentralen Aufgaben des Sachunterrichts
4.3 Tod und Trauer als Thema im Sachunterricht der Grundschule
4.4 Herausforderungen für Lehrer*innen
5. Zusammenfassung und Herleitung der Fragestellung
6. Methodisches Vorgehen
6.1 Qualitative Sozialforschung
6.2 Das Interview als qualitative Erhebungsmethode
6.2.1 Das Problemzentrierte Interview
6.2.2 Entwicklung des Interviewleitfadens
6.2.3 Feldzugang
6.2.4 Durchführung der Interviews
6.2.5 Transkription
6.3 Auswertung der Interviews
7. Darstellung der Ergebnisse
7.1 Fallübergreifende Analyse
7.2 Einzelfallvergleich
7.3 Zusammenfassende Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
8. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die subjektiven Wahrnehmungen und die Positionierung von Grundschullehrkräften gegenüber den Themen Tod und Trauer im Sachunterricht. Sie geht der Forschungsfrage nach, wie sich Lehrpersonen in diesem Kontext positionieren, welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen und welche Chancen der Sachunterricht für eine kindgerechte Auseinandersetzung mit diesen existentiellen Themen bietet.
3.3.1 Mögliche Einflussfaktoren auf die kindlichen Erfahrungen
Durch die Institutionalisierung des Todes und dem Strukturwandel der Familie (siehe Kapitel 3.3.1) sind Begegnung mit dem Sterben und dem Tod bei Kindern nur noch wenig präsent. Kinder erleben den Tod von Angehörigen nur noch selten, da dieser nicht mehr im familiären Umfeld stattfindet, sondern in Institutionen wie Krankenhäusern, Hospizen oder Altenheimen. Dabei wird vieles was den Tod betrifft versucht vor Kindern fernzuhalten. Nur selten sprechen Eltern mit ihren Kindern über den bevorstehenden Tod Angehöriger (vgl. Franz 2013, S. 53). Erwachsene möchten Kinder vor vermeintlichen Tabuthemen wie dem Tod schützen. Kinder symbolisieren die Zukunft und Wachstum, wohingegen der Tod das Ende des Lebens darstellt (vgl. Jennessen 2007, S. 14).
Kinder im Vor- und Grundschulalter integrieren den Tod häufig im Spiel, woraus hervorgeht, dass Kinder interessiert an dem Themenbereich sind (vgl. Butt 2013, S. 23). Die Integration ermöglicht es den Kindern, Informationen und Erlebnisse zu erinnern, einzuordnen und sich mit anderen Kindern darüber auszutauschen (vgl. ebd.). Butt (2013) erklärt zudem, dass das Spielen dabei mehrere Dimensionen hat. Zum einen geht es um ein Nachspielen von Tod und Trauer. Dabei ahmen sie Trauersituationen, wie Beerdigungen nach, indem sie sich verkleiden oder den Tod eines/einer Mitspieler*in betrauern. Auch das Ausprobieren des Totseins testen die Kinder im Spiel. Eine weitere Dimension ist die des Erlebens von Tod und Trauer. Durch das Abschießen, Umfallen oder Totsein innerhalb des Spiels kann der Tod nachvollzogen und erlebt werden. Aufgrund des fehlenden Zeitverständnisses geht das Spiel dann meist nach kurzer Zeit unbeschwert weiter (vgl. Butt 2013, S. 24). Darüber hinaus gehört auch das „Besuchen von Friedhöfen, das Anschauen von Grabsteinen, Gräbern und Aufsuchen von Orten, die für Kinder mit Tod und Beerdigung zu tun haben“ (ebd.) zu diesen Dimensionen. Das Hauptinteresse liegt dabei auf dem Informationsbedürfnis der Kinder und dem Erforschen von Dingen, die mit dem Tod und der Beerdigung zu tun haben (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Themen Tod und Trauer für Kinder und Herleitung der zentralen Forschungsfrage.
2. Bestimmung von Begrifflichkeiten: Definition der Grundbegriffe Tod und Trauer sowie Erläuterung der Trauerphasen.
3. Umgang mit Tod und Trauer: Analyse der gesellschaftlichen Tabuisierung sowie Untersuchung kindlicher Todeswahrnehmungen und Trauerreaktionen.
4. Tod und Trauer im Sachunterricht: Darstellung der Rolle der Grundschule und der spezifischen Möglichkeiten sowie Herausforderungen des Fachs Sachunterricht.
5. Zusammenfassung und Herleitung der Fragestellung: Synthese der theoretischen Erkenntnisse zur Vorbereitung der empirischen Untersuchung.
6. Methodisches Vorgehen: Erläuterung des qualitativen Forschungsansatzes mittels problemzentrierter Interviews.
7. Darstellung der Ergebnisse: Analyse und Diskussion der gewonnen Interviewdaten der Lehrpersonen.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Interpretation und Reflexion der Möglichkeiten für die zukünftige Grundschularbeit.
Sachunterricht, Grundschule, Tod, Trauer, Trauerarbeit, Todeskonzept, Kindliche Entwicklung, Qualitative Sozialforschung, Problemzentriertes Interview, Tabuisierung, Trauerbegleitung, Soziales Lernen, Lebensweltbezug, Vielperspektivität, Lehrkompetenz
Die Arbeit untersucht, wie Grundschullehrkräfte die Themen Tod und Trauer im Sachunterricht wahrnehmen und welchen Stellenwert sie diesen Themen in der schulischen Bildung beimessen.
Die zentralen Felder umfassen den gesellschaftlichen Umgang mit Tod, die kindliche psychologische Entwicklung bezüglich des Todesbegriffs sowie die didaktischen Möglichkeiten des Sachunterrichts zur Integration dieser Themen.
Die Forschungsfrage lautet: Wie positionieren sich Grundschullehrkräfte zu den Themen Tod und Trauer im Sachunterricht und welche Gründe sowie Einflussfaktoren liegen dieser Positionierung zugrunde?
Die Autorin wendet ein qualitatives Forschungsdesign an und nutzt das problemzentrierte Interview als Erhebungsmethode mit Grundschullehrkräften aus dem Raum Hildesheim und Hannover.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Part über Thanatologie, Kindheitsforschung und Didaktik sowie einen empirischen Teil, in dem Interviewergebnisse fallübergreifend analysiert und diskutiert werden.
Schlüsselwörter sind insbesondere Sachunterricht, Tod, Trauer, kindliche Entwicklung, Trauerarbeit, qualitative Forschung und Lehrpersonen-Positionierung.
Die Befragten berichten von Schwierigkeiten durch die hohe persönliche Betroffenheit, mangelnde Vorbereitung in der universitären Ausbildung und die Sorge, bei den Kindern Ängste auszulösen.
Lehrkräfte sehen Eltern als wichtige Ansprechpartner, betonen jedoch die Notwendigkeit von Transparenz und Aufklärung, da manche Eltern die Thematisierung des Todes als nicht kindgerecht ablehnen könnten.
Es zeigten sich deutliche Unterschiede in der Offenheit gegenüber den Themen, wobei Lehrkräfte mit direkten Erfahrungen im Umfeld tendenziell sensibler und proaktiver agierten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

