Examensarbeit, 2002
116 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLEGUNGEN
2.1 Terminologische Abgrenzungen
2.2 Formen der Gewalt
2.3 Erklärungsmodelle - Theorien
2.3.1 Triebtheorie nach Sigmund Freud
2.3.2 Ethologisches Instinktkonzept nach Konrad Lorenz
2.3.3 Frustrations- Aggressions- Theorie
2.3.4 Lernpsychologische Theorien
2.4 Entstehungsmechanismen und Ursachen von Gewalt
2.4.1 Sozialisationsinstanz Familie
2.4.2 Ursachen in der Freizeitgestaltung
2.4.3 Massenmediale Gewaltdarstellungen
2.4.4 Gewaltmonopol Gesellschaft
2.4.5 Konfliktfeld Schule
2.5 Gewalt in der Schule
2.5.1 Gewalt von Schülern gegen Schüler
2.5.2 Gewalt von Schülern gegen Sachen
2.5.3 Gewalt von Schülern gegen Lehrer
2.5.4 Gewalt von Lehrern gegen Schüler
3 WISSENSCHAFTLICHE FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN
4 METHODISCHER ZUGANG
4.1 Durchführung der Untersuchung
4.2 Methoden der eingesetzten Verfahren
4.3 Statistische Darstellungen
5 ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG
5.1 Freizeitgestaltung und Medienkonsum
5.2 Hintergrundbedingungen der Gewaltbereitschaft
5.3 Selbsteinschätzung und Gewaltbereitschaft
5.4 Reflexion über das Thema Gewalt
6 VERALLGEMEINERUNG DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK
6.1 Bewährung der Hypothesen
6.2 Diskussion der Hauptergebnisse
6.3 Schlussfolgerungen
7 KONSEQUENZEN UND PRÄVENTIONSMAßNAHMEN FÜR DIE SCHULPRAXIS
7.1 Anforderungen an die Schule und an die Lehrkräfte
7.2 Präventionsmodelle
7.2.1 Gewaltpräventionsmaßnahmen nach DAN OLWEUS
7.2.2 Konfliktbewältigung nach JAMIE WALKER 1995
7.2.3 FAUSTLOS– ein Projekt zur Gewaltprävention in der Grundschule
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Gewalt im Grundschulalter. Das primäre Ziel ist es, empirisch zu analysieren, welche Formen von Gewalt auftreten, wie Kinder ihr Freizeitverhalten gestalten, welche Medien eine Rolle spielen und wie diese Faktoren die Gewaltbereitschaft beeinflussen, um daraus fundierte Konsequenzen für die erzieherische Arbeit an Schulen abzuleiten.
2.3.1 Triebtheorie nach Sigmund Freud
In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts hatten die Triebtheorien in der sozialwissenschaftlichen Forschung in nahezu allen Bereichen einen hohen Stellenwert. Die Triebtheorie als Auslöser aggressiven und gewaltbereiten Handelns ist somit der älteste Bereich der Aggressionstheorien. Am meisten verbreitet war die dualistische Triebtheorie von Sigmund Freud.
Nach Freud ist der Mensch von Geburt an zwei gegensätzlichen Trieben ausgesetzt. Zum einen dem Lebenstrieb Eros, und zum anderen dem Todestrieb. Während der Lebenstrieb Eros dem Menschen zu seinem Fortbestand und Überleben dient, zielt der Todestrieb auf die Selbstzerstörung des Individuums ab. Der Todestrieb will das Lebendige auslöschen.
Menschliches Verhalten entsteht nach Freud durch das Zusammenspiel dieser beiden Triebe. Der Todestrieb zielt darauf ab, das Lebendige zum Tode zu führen. Allerdings wird der Todestrieb von Eros als Gegenspieler sein Ziel nicht so einfach durchsetzen können, denn Eros richtet ihn gegen Objekte in der Lebenswelt.
Die in uns lebenden Aggressionen sind in der Regel nicht sehr stark ausgeprägt. Für diese Tatsache sorgt laut Freud das sogenannte „Über-Ich“. Es überwacht die von außen auf uns einwirkenden kulturellen Zwänge, wie z.B. durch die Gesellschaft, die das Ausleben der Aggression gegen andere verbietet. Dadurch wird verhindert, dass wir unsere Aggressionen und unser Gewaltpotenzial nach außen ausleben. Demnach richten wir unsere Aggressionen nach innen, d.h. gegen uns selbst.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema Gewalt im Grundschulalter und Erläuterung der Motivation sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 THEORETISCHE GRUNDLEGUNGEN: Darstellung zentraler Gewaltbegriffe, theoretischer Erklärungsmodelle (Trieb-, Frustrations- und Lerntheorien) sowie Ursachenfaktoren wie Familie, Medien und Schulumfeld.
3 WISSENSCHAFTLICHE FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN: Formulierung der forschungsleitenden Fragen und der daraus abgeleiteten Hypothesen für die empirische Untersuchung.
4 METHODISCHER ZUGANG: Beschreibung der durchgeführten Untersuchung an zwei Schulen, der eingesetzten Fragebögen und der statistischen Auswertungsmethoden.
5 ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG: Präsentation und Analyse der erhobenen Daten zu Freizeitverhalten, Medienkonsum, Hintergrundbedingungen, Selbsteinschätzung und Reflexion zum Thema Gewalt.
6 VERALLGEMEINERUNG DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK: Überprüfung der aufgestellten Hypothesen anhand der Untersuchungsergebnisse und Diskussion der Haupterkenntnisse.
7 KONSEQUENZEN UND PRÄVENTIONSMAßNAHMEN FÜR DIE SCHULPRAXIS: Ableitung praktischer Anforderungen an Lehrkräfte und Vorstellung konkreter Präventionsmodelle zur Gewaltminderung im schulischen Alltag.
Gewalt, Grundschule, Aggression, Medienkonsum, Freizeitgestaltung, Gewaltprävention, Erziehung, Konfliktbewältigung, Schule, Schülerverhalten, Triebtheorie, Frustrations-Aggressions-Theorie, Lernen am Modell, Gewaltbereitschaft, Schulklima.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Gewalt im Grundschulalter und untersucht, wie dieses entsteht und wie Pädagogen präventiv darauf reagieren können.
Das Spektrum reicht von theoretischen Erklärungsmodellen der Gewaltentstehung über den Einfluss von Medien und familiären Strukturen bis hin zur konkreten Situation an Grundschulen.
Das Ziel ist eine empirische Analyse der Gewaltbereitschaft und des Gewaltverständnisses bei Grundschulkindern, um daraus Empfehlungen für den Umgang mit Konflikten in der Schule abzuleiten.
Die Autorin führte eine empirische Untersuchung an zwei Grundschulen in Baden-Württemberg durch und befragte insgesamt 51 Schüler mittels Fragebögen zu ihrem Freizeit- und Sozialverhalten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit zu Aggressionskonzepten sowie die Auswertung und Diskussion der durchgeführten empirischen Umfragen.
Kernbegriffe sind Gewaltprävention, Grundschule, Aggression, Medienkonsum und Konfliktbewältigung.
Die Untersuchung zeigt, dass der Computer und der Fernseher eine große Rolle spielen; die meisten Kinder nutzen diese Medien moderat, wobei deutliche geschlechtsspezifische Interessen (z. B. Sportspiele vs. Lernspiele) erkennbar sind.
Sie betont die Notwendigkeit eines schülerorientierten Klimas, die Bedeutung der Vorbildfunktion von Lehrkräften und den Einsatz strukturierter Präventionsmodelle wie "FAUSTLOS", um soziale Kompetenzen frühzeitig zu fördern.
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