Bachelorarbeit, 2018
48 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Biographische Details
3. Literaturhistorische Einordnung
4. Begriffserklärungen
4.1 Intertextualität
4.2 Montage/Collage
5. Döblins Kunstverständnis und seine Romantheorie
6. Aufbau des Romans
7. Die Montagetechnik im Roman Berlin Alexanderplatz
7.1 Reale Figuren im fiktiven Kontext
7.2 Die Montage als Mittel zur Darstellung der Großstadt
7.3 Die Sprache als Montage
7.3.1 Die „herrenlose Sprache“
7.3.2 Dialekt und Slang als Montage
7.4 Symbole und Leitmotive
7.4.1 Das Radio
7.4.2 Das Hiobsmotiv
7.4.3 Der Schlachthof
7.4.4 Die Hure Babylon
8. Die Montagetechnik im Film
8.1 Verfilmung von Piel Jutzi ( 1931)
8.1.1 Die Fahrt mit der Elektrischen
8.1.2 Die Marktszene
8.1.3 Jutzis Umgang mit dem Erzähler
8.2 Verfilmung von Rainer Werner Fassbinder (1980)
8.2.1 Ton und Kameraführung
8.2.2 Umgang mit montiertem Material
9. Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht den Einsatz der Montagetechnik in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz sowie deren Übertragung in die Verfilmungen von Piel Jutzi (1931) und Rainer Werner Fassbinder (1980), um zu ergründen, wie die filmischen Mittel die im Roman durch Montage erzeugte Wirkung von Großstadt-Reizflut und Orientierungslosigkeit adaptieren.
Die Montagetechnik im Roman Berlin Alexanderplatz
Die Schupo beherrscht gewaltig den Platz. Sie steht in mehreren Exemplaren auf dem Platz. Jedes Exemplar wirft Kennerblicke nach zwei Seiten und weiß die Verkehrsregeln auswendig. Es hat Wickelgamaschen an den Beinen, ein Gummiknüppel hängt ihm an der rechten Seite, die Arme schwenkt es von Westen nach Osten, da kann Norden, Süden nicht weiter, und der Osten ergießt sich nach westen, der westen nach Osten. Dann schaltet sich das Exemplar selbstständig um: der Norden ergießt sich nach Süden, der Süden nach Norde. Scharf ist der Schupo auf Taille gearbeitet. Auf seinen Ruck laufen in Richtung Königstraße etwa 30 private Personen, sie halten zum Teil auf der Schutzinsel, ein Teil erreicht glatt die Gegenseite und wandert auf Holz weiter. Ebenso viele haben sich nach Osten aufgemacht, sie sind den anderen entgegengeschwommen, es ist ihnen ebenso ergangen, aber keinem ist etwas passiert.
Es sind Männer Frauen und Kinder, die letzteren oft an der Hand von Frauen. Sie alle aufzuzählen und ihr Schicksal zu beschreiben, ist schwer unmöglich, es könnte nur bei einigen gelingen. Der Wind wirft gleichmäßig Häcksel über sie alle. Das Gesicht der Ostwanderer ist in nichts unterschieden von dem der West-, Süd-, und Nordwanderer, sie vertauschen auch ihre Rollen, und die jetzt über den Platz zu Aschinger gehen, kann man in einer Stunde vor dem leeren Kaufhaus Hahn finden. Und ebenso mischen sich die, die von der Brunnenstraße kommen und zur Jannowitzbrücke wollen, mit den umgekehrt Gerichteten. Ja, viele biegen auch seitlich um, von Süden nach Osten, von Süden nach westen, von Norden nach Osten. Sie sind so gleichmäßig wie die, die im Autobus, in der Elektrischen sitzen. Die sitzen alle in verschiedenen Haltungen da und machen so das außen angeschriebene Gewicht des Wagens schwerer. Was in ihnen vorgeht, wer kann das ermitteln, ein ungeheures Kapitel.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, die den Vergleich der Montagetechnik im Roman mit zwei Verfilmungen fokussiert.
2. Biographische Details: Erörterung der Lebensumstände von Alfred Döblin, die zur Entstehung des Romans und zum Interesse an großstädtischen Themen beitrugen.
3. Literaturhistorische Einordnung: Verortung des Romans in der Moderne zwischen Naturalismus und Expressionismus, wobei Döblins spezifischer Stil hervorgehoben wird.
4. Begriffserklärungen: Definition der für die Analyse zentralen Termini Intertextualität, Montage und Collage.
5. Döblins Kunstverständnis und seine Romantheorie: Darstellung der ästhetischen Vorstellungen Döblins, insbesondere der Forderung nach Objektivität und dem Verzicht auf traditionelle Handlungsorientierung.
6. Aufbau des Romans: Analyse der Struktur in neun Büchern und der Versuche Franz Biberkopfs, in Berlin Fuß zu fassen.
7. Die Montagetechnik im Roman Berlin Alexanderplatz: Detaillierte Untersuchung des Einsatzes von Fremdtexten, Perspektivenwechseln und Symbolik wie Radio oder Hiobsmotiv.
8. Die Montagetechnik im Film: Analyse der filmischen Adaptionen von Piel Jutzi und Rainer Werner Fassbinder hinsichtlich ihrer spezifischen Umsetzung der literarischen Montagetechniken.
9. Schlussfolgerung: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach beide Verfilmungen unterschiedliche filmische Strategien wählen, um die durch die Romanmontage erzeugte Wirkung zu adaptieren.
Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz, Montagetechnik, Literaturwissenschaft, Intertextualität, Großstadtroman, Piel Jutzi, Rainer Werner Fassbinder, Filmanalyse, Franz Biberkopf, Erzähltheorie, Moderne, Symbolik, Medienvergleich, Literaturverfilmung.
Die Bachelorarbeit untersucht die Montagetechnik in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und analysiert, wie diese Technik in den Verfilmungen von Piel Jutzi und Rainer Werner Fassbinder filmisch umgesetzt bzw. adaptiert wurde.
Die Schwerpunkte liegen auf der literaturhistorischen Einordnung von Döblins Werk, der Definition der Montagetechnik im modernen Roman, der Analyse von Symbolen und Motiven sowie der Untersuchung filmischer Adaptionen.
Ziel ist es herauszuarbeiten, wie der Film mit der im Roman durch Montage erzeugten Wirkung – insbesondere dem Eindruck von Reizflut, Chaos und Orientierungslosigkeit – umgeht und welche filmischen Mittel dabei eingesetzt werden.
Es handelt sich um eine literatur- und medienwissenschaftliche Vergleichsanalyse, die auf der theoretischen Grundlage von Textfragmenten, Montagetheorien und einer vergleichenden Analyse von Filmsequenzen und Textstellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Montagetechniken im Roman (z.B. Einbau von Fremdtexten, Sprachmontage, Symbole) und die vergleichende Untersuchung der filmischen Umsetzungen von Jutzi (1931) und Fassbinder (1980).
Wichtige Begriffe sind Montagetechnik, Intertextualität, Großstadtwahrnehmung, Erzählerinstanz, filmische Montage, Symbolik und die spezifische Poetik des "Döblinismus".
Jutzi verzichtet weitgehend auf die literarischen Montage-Einschübe des Romans und setzt stattdessen auf rein filmische Mittel wie Schnitt und Kameraführung, während Fassbinder durch einen Voice-Over-Erzähler versucht, wichtige Fragmente des Romans gezielter in den Film einzubringen.
Dieses Bild dient als Symbol für die durch die Großstadt hervorgerufene Orientierungslosigkeit und Reizüberflutung des Protagonisten Biberkopf, verdeutlicht seine Wahrnehmungsstörung und spiegelt das passive Erleben der urbanen Umwelt wider.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

