Masterarbeit, 2016
72 Seiten, Note: 1,3
1.Einleitung
2. Künstlerische Anfänge
2.1 Werkstätte des Vaters
2.2 Lehre bei Michael Wolgemut
2.3 Hausbuchmeister
2.4 Martin Schongauer
3. Venezianische Einflüsse
3.1 Andrea Mantegna
3.3 Giovanni Bellini
4. Weitere Inspirationen in Venedig
4.1 Vittore Carpaccio
4.2 Jacopo Bellini
5. Anlehnung an Leonardo Da Vinci
6. Raffael
7. Willibald Pirckheimer
8. Proportionsstudien
8.1 Vorbilder der Antike
8.2 Jacopo de Barbari
8.3 Vitruv
8.4 Dürers eigene Erkundungen der Proportionen
9. Perspektive
9.1 Zur Entdeckung der Perspektive in der Renaissance
9.2 Dürers eigene Erkundungen der Perspektive
10. Resümee
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die vielfältigen künstlerischen Einflüsse und Inspirationsquellen, die Albrecht Dürers Entwicklung und Werk maßgeblich geprägt haben. Dabei wird analysiert, wie der Nürnberger Künstler Techniken und Motive von Zeitgenossen sowie Vorgängern aufnahm, adaptierte und in seinen eigenen Stil integrierte, um so die kunsthistorische Bedeutung dieser persönlichen und fachlichen Bezüge herauszuarbeiten.
3.1 Andrea Mantegna
Die zu Beginn seines ersten Aufenthaltes in Venedig (1494-95) entstandenen Werke Dürers geben uns Aufschluss: Es sind Kopien von Kupferstichen Andrea Mantegnas (1431-1506). Mantegna, Künstler des venezianischen Quattrocentos (Frührenaissance), manifestierte in seinen Arbeiten die künstlerische Darstellung organischer, wohl proportionierter Körper, dargestellt in einer Dynamik an Bewegung, mit der bezüglich der Körperteile einhergehenden Komplexität der Verkürzungen, in eindrucksvollen Stichen. Panofsky sah darin einen der hauptsächlichen Beweggründe Dürers für das intensive Studium der mantegnesken Zeichnungen, denn er schreibt, dass für Dürer bei Mantegnas Akten die Oberflächenbehandlung und das Motiv der Bewegung von größtem Interesse gewesen sein muss (vgl. Panofsky 1915, 68). Thausing formulierte ähnlich, indem er schrieb, dass es wohl die gewaltige Belebung der von antiken Reliefs beeinflussten Gruppen und das Ebenmaß der nackten Körper waren, welche Dürer am meisten anzogen (vgl. Thausing 1876, 87). Und Mantegna, so umreißt Thausing dessen Qualitäten weiter,
vertiefte die Bildfläche zu täuschender Räumlichkeit und belebte dieselbe mit lebhaften, handelnden Gestalten. (ebd., 82)
Daneben lobt er dessen Studium antiker Denkmäler sowie das Erschaffen einer „neuentdeckten Formenwelt“ (ebd.), welche Mantegna eine bewunderte Stellung unter den venezianischen Künstlern einbrachte. Auch der junge Giovanni Bellini (siehe Kapitel 3.3) näherte sich übrigens Mantegnas Arbeitsweise an, sodass die Gemälde aus seiner früheren Zeit häufig mit dem Namen Mantegnas verwechselt wurden*. Es ist also nicht verwunderlich, dass auch Dürer in den Bann dieser durch Mantegna personifizierten Frührenaissance gezogen wurde.
1.Einleitung: Diese Einleitung stellt Albrecht Dürer als prägende Figur der deutschen Kunstgeschichte vor und umreißt die Forschungsfrage, welche Künstler und Inspiratoren ihn maßgeblich beeinflussten.
2. Künstlerische Anfänge: Dieses Kapitel behandelt die handwerkliche Grundlagenausbildung Dürers in der Goldschmiedewerkstatt seines Vaters sowie seine anschließende Lehrzeit bei dem Nürnberger Meister Michael Wolgemut.
3. Venezianische Einflüsse: Dieser Abschnitt widmet sich den ersten Kontakten Dürers mit der italienischen Kunstwelt, insbesondere dem Einfluss von Andrea Mantegna und der Familie Bellini auf Dürers künstlerisches Schaffen.
4. Weitere Inspirationen in Venedig: Hier werden ergänzende künstlerische Einflüsse während Dürers Aufenthalten in Venedig beleuchtet, mit besonderem Fokus auf Vittore Carpaccio und Jacopo Bellini.
5. Anlehnung an Leonardo Da Vinci: In diesem Kapitel wird das Verhältnis zu Leonardo da Vinci untersucht, wobei Dürers Auseinandersetzung mit dessen Proportionsstudien und Physiognomie-Darstellungen diskutiert wird.
6. Raffael: Dieser Teil betrachtet den künstlerischen Austausch zwischen Dürer und Raffael, der insbesondere durch den überlieferten Briefwechsel und Geschenkaustausch belegt ist.
7. Willibald Pirckheimer: Kapitel 7 analysiert die tiefe Freundschaft zu dem Humanisten Willibald Pirckheimer und dessen Rolle als geistiger Ratgeber und Vermittler humanistischer Ideale.
8. Proportionsstudien: Dieser Abschnitt beschreibt Dürers intensives Streben nach mathematischer Exaktheit in der menschlichen Darstellung, unter Einbeziehung antiker Vorbilder, Jacopo de Barbaris und der Schriften von Vitruv.
9. Perspektive: Hier wird Dürers methodisches Ringen um die Beherrschung der Zentralperspektive dargestellt, von ersten Versuchen bis hin zu seinen eigenen theoretischen Abhandlungen.
10. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung reflektiert die zentralen Ergebnisse der Untersuchung und betont Dürers Fähigkeit, vielfältige Impulse in ein eigenständiges, geniales Gesamtwerk zu integrieren.
Albrecht Dürer, Renaissance, Kunstgeschichte, Italienreise, Kupferstich, Holzschnitt, Proportionslehre, Zentralperspektive, Humanismus, Willibald Pirckheimer, Andrea Mantegna, Giovanni Bellini, Leonardo da Vinci, Raffael, Künstleraustausch
Die Masterarbeit analysiert die mannigfachen künstlerischen und persönlichen Einflüsse, die Albrecht Dürers Entwicklung als Künstler maßgeblich bestimmt haben.
Zentrale Felder sind Dürers handwerkliche Anfänge in Nürnberg, sein Austausch mit italienischen Meistern wie Mantegna und Bellini sowie seine intensive theoretische Beschäftigung mit Proportion und Perspektive.
Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Dürers Werken und den Persönlichkeiten oder Werken seiner Zeitgenossen und Vorgänger aufzudecken, ohne dabei Dürers eigenes schöpferisches Genie zu schmälern.
Die Arbeit nutzt kunstwissenschaftliche Werkvergleiche und eine Analyse des schriftlichen Nachlasses (Briefe, Widmungen), um Einflüsse und Inspirationen methodisch nachzuweisen.
Der Hauptteil gliedert sich personen- und themenbezogen in Kapitel über seine Lehrer, italienische Künstler, Leonardo da Vinci, Raffael, Willibald Pirckheimer sowie Dürers eigene theoretische Studien.
Zu den prägenden Begriffen zählen Dürers Venedig-Reisen, seine theoretische Auseinandersetzung mit der Antike, der Humanismus und die Perfektionierung graphischer Künste.
Pirckheimer fungierte als geistiger Inspirator, der Dürer den Zugang zur antiken Mythologie und dem humanistischen Denken eröffnete und ihn maßgeblich in seiner intellektuellen Entwicklung förderte.
Die Perspektive wird als ein von Dürer mühsam erarbeitetes, neues wissenschaftliches Fundament der Kunst dargestellt, das ihn bis an sein Lebensende beschäftigte und in theoretischen Schriften mündete.
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