Diplomarbeit, 2004
172 Seiten, Note: 1,6
1. Einführung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und methodisches Vorgehen
1.3 Begriffsdefinitionen
2. Theoretische Grundlagen der Gästeführung
2.1 Geschichtlicher Hintergrund der Reiseleitertätigkeit
2.2 Bedeutung der Gästeführung
2.3 Didaktische Grundlagen
2.3.1 Die Gesamtkonzeption
2.3.2 Richtziele
2.3.3 Lernziele
2.4 Methodische Grundlagen
2.4.1 Direkte und indirekte Methoden
2.4.2 Methodische Prinzipien und Verfahren
2.5 Grundgedanken für eine erlebnisorientierte Wissensvermittlung
2.6 Zusammenfassung
3. Die Erlebnisorientierung vor dem soziologischen Hintergrund
3.1 Der gesellschaftliche Wandel - von der Askese zum Genuss
3.1.1 Die Erlebnisorientierung
3.1.2 Der Erlebniskonsum
3.1.3 Der Erlebnismarkt
3.2 Erlebnisorientierung in Freizeit und Tourismus
3.2.1 Der Tourismusmarkt im Wandel
3.2.2 Das Erlebnisangebot als notwendige Konsequenz
3.2.2.1 Erlebbare Attraktionen als Fundament des Erlebnisangebots
3.2.2.2 Inszenierung als Strategie für die Gestaltung touristischer Angebote
3.3 Kulturtourismus
3.3.1 Städtetourismus
3.3.2 Erlebniswelt Kultur
3.3.3 Erlebnisse als Medium für den kommunikativen Tourismus
3.4 Erlebnisorientierte Gästeführung
3.4.1 Zusammenfassung und Begründung erlebnisorientierter Gästeführungen
4. Die psychologische Dimension des Erlebnisses
4.1 Psychologische Grundlagen des Erlebnisses
4.1.1 Der Prozess des Erlebens
4.1.2 Reflexion
4.1.3 Emotionale Aspekte des Erlebens
4.2 Erlebnisbereiche im Urlaub
4.3 Das Flow-Erlebis
4.3.1 Das Flow Modell
4.3.2 Externe und interne Bedingungen für Flow
4.3.3 Auswirkungen und Potenziale von Flow
4.3.4 Erkenntnisse für die Erlebnis-Gästeführung
4.4 Zusammenfassung
5. Das Erlebnis vor dem pädagogischen Hintergrund
5.1 Die Erlebnispädagogik
5.1.1 Ziele der Erlebnispädagogik
5.1.2 Das erlebnispädagogische Setting
5.1.3 Transfer und Reflexion
5.1.4 City-Bound
5.1.5 Erkenntnisse für die Erlebnis-Gästeführung
5.2 Das erlebnisorientierte Lernen
5.2.1 Erlebnisorientiertes Lernen als Form des informellen Lernens
5.2.2 Erlebniswelten als erlebnisorientierte Lernorte
5.2.3 Emotionale Bildung als Vorraussetzung für erlebnisorientiertes Lernen
5.2.4 Ebenen des erlebnisorientierten Lernens
5.2.5 Pädagogik erlebnisorientierter Lernorte
5.2.6 Erkenntnisse für die Erlebnis-Gästeführung
5.3 Die Animation
5.3.1 Begriffsbestimmung
5.3.2 Ziel und Wirkung
5.3.3 Animationsbereiche
5.3.3.1 Bewegung
5.3.3.2 Geselligkeit
5.3.3.3 Kreatives Tun
5.3.3.4 Eindrücke, Entdecken und Erleben
5.3.3.5 Abenteuer
5.3.3.6 Ruhe und Besinnung
5.3.4 Erkenntnisse für die Erlebnis-Gästeführung
5.4 Beispiele und Ansätze erlebnisorientierter Gästeführungen
5.4.1 Das Konzept Stattreisen
5.4.2 Das Modell der Spurensuche
5.4.3 Historix-Tours
5.5 Zusammenfassung
6. Begriffsbestimmung der erlebnisorientierten Gästeführung
6.1 Inhaltliche Eingrenzung
6.2 Definition
7. Kriterien für die Gestaltung und Bewertung des Erlebnisaspektes
7.1 Didaktische Kriterien
7.1.1 Erlebnisvermittlung als didaktisches Ziel
7.1.2 Inszenierung
7.1.3 Thematisierung
7.1.4 Dynamisierung
7.1.5 Objektwahl zur Verstärkung des Erlebniswertes
7.1.6 Einhaltung eines roten Fadens
7.1.7 Motivbündelung
7.1.8 Der Gästeführer als Erlebnisgefährte
7.1.9 Geselligkeit
7.1.10 Aktivität
7.1.11 Kreativität
7.1.12 Abenteuer
7.1.13 Ruhe und Muße
7.2 Methodische Kriterien
7.2.1 Storytelling
7.2.2 Mythisierung
7.2.3 Dramaturgie
7.2.4 Exploratives Erleben
7.2.5 Lenkung der Wahrnehmung
7.2.6 Modell der Spurensuche
7.2.7 Förderung der Kommunikation
7.2.8 Ganzheitliches, innengeleitetes Verständnis
7.2.9 Induktives Verfahren
7.2.10 Exemplarisches Verfahren
7.2.11 Prinzip der Anschaulichkeit
7.2.12 Prinzip der Elementarisierung
7.2.13 Prinzip der Aktivierung
7.2.14 Zeitliche, inhaltliche und methodische Rhythmisierung
7.2.15 Einsatz von Quellen und Medien
7.3 Psychologische Kriterien
7.3.1 Raum für Emotionen bieten
7.3.2 Reflexion
7.3.3 Auslösen innengeleiteter Bedürfnisse
7.3.4 Exklusivität
7.3.5 Atmosphäre und Ambiente
7.3.6 Sinnesansprache
7.3.7 Flow
7.3.8 Selbsterleben in der Fremde
7.3.9 Das Bildungserlebnis
7.3.10 Das religiöse Erlebnis
7.4 Räumliche Kriterien
7.4.1 Wetter- und Lichtverhältnisse als dramaturgische Elemente
7.4.2 Authentizität
7.4.3 Vorhandene Atmosphäre nutzen
7.5 Herausstellung zentraler Kriterien
7.6 Zusammenfassung
8. Verbindung von Theorie und Praxis
8.1 Die Beobachtung
8.2 Das Experteninterview
9. Resümee und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen theoretischen Rahmen für das Feld der erlebnisorientierten Gästeführung zu etablieren, um die Lücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Anwendung zu schließen. Hierbei soll ein Kriterienkatalog entwickelt werden, der Praktikern als methodische und didaktische Richtschnur dient, um Gästeführungen hinsichtlich ihres Erlebnispotenzials strategisch zu planen, zu gestalten und zu bewerten.
Die Erlebnisorientierung vor dem soziologischen Hintergrund
Die Bedeutung des Erlebnisses rückt in unserer Gesellschaft immer mehr in den Vordergrund. Nach dem Agrar- und Industriezeitalter folgt das Erlebniszeitalter (vgl. Opaschowski 1983, S.88). Doch wie kommt es zu dieser erlebnisorientierten Gesellschaft? Wie äußert sie sich und welche Bedingungen liegen ihr zugrunde? Die Entwicklung setzt einen Wandel der gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen und einen daraus resultierenden Wertewandel voraus.
Dieses Kapitel widmet sich einer Betrachtung des Erlebnisbegriffs aus soziologischer Sicht. Dabei wird deduktiv vorgegangen. Es werden gesellschaftliche Hintergründe aufgezeigt, die zur Erlebnis-orientierung geführt haben. Dies soll einen Weg zur weiteren, tiefergehenden Betrachtung ebnen. Zunächst folgt eine Thematisierung auf gesellschaftlicher Ebene, danach folgt eine genauere Betrachtung des Tourismus. Schließlich wird die Gästeführung konkret im Zusammenhang der Erlebnisorientierung thematisiert.
1. Einführung: Darstellung der gesellschaftlichen Relevanz von Erlebnissen und Definition der Zielsetzung, eine Brücke zwischen Wissenschaft und praktischer Gästeführung zu schlagen.
2. Theoretische Grundlagen der Gästeführung: Analyse der didaktischen und methodischen Prinzipien sowie der historischen Entwicklung, die als Fundament für die erlebnisorientierte Wissensvermittlung dienen.
3. Die Erlebnisorientierung vor dem soziologischen Hintergrund: Untersuchung des gesellschaftlichen Wandels von der Askese zum Genuss und dessen Auswirkungen auf Tourismusmärkte und Konsumverhalten.
4. Die psychologische Dimension des Erlebnisses: Analyse von Erlebnisprozessen, Motivationslagen und psychologischen Bedingungen wie dem Flow-Zustand, um diese für die Gestaltung von Führungen nutzbar zu machen.
5. Das Erlebnis vor dem pädagogischen Hintergrund: Erläuterung erlebnispädagogischer Konzepte, der Rolle der Animation und informeller Lernformen, um Bildungsaspekte in Führungen zu integrieren.
6. Begriffsbestimmung der erlebnisorientierten Gästeführung: Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse zu einer prägnanten Definition, die Bildungs- und Unterhaltungsaspekte vereint.
7. Kriterien für die Gestaltung und Bewertung des Erlebnisaspektes: Vorstellung eines umfassenden Katalogs didaktischer, methodischer, psychologischer und räumlicher Kriterien zur praktischen Anwendung.
8. Verbindung von Theorie und Praxis: Evaluierung der aufgestellten Kriterien anhand einer praktischen Beobachtung (Mephisto-Tour) und ergänzende Einblicke durch ein Experteninterview.
9. Resümee und Ausblick: Kritische Reflexion der Arbeit und Ausblick auf die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterentwicklung erlebnisstrategischer Konzepte im Tourismus.
Erlebnisorientierte Gästeführung, Tourismus, Erlebnismarkt, Didaktik, Methodik, Inszenierung, Soziologie, Psychologie, Flow-Erlebnis, Erlebnispädagogik, Animation, Kulturtourismus, Informelles Lernen, Motivbündelung, Qualitätssicherung.
Die Diplomarbeit untersucht, wie Gästeführungen durch gezielte didaktische und methodische Planung bereichert werden können, um den modernen gesellschaftlichen Anforderungen nach Erlebnissen im Tourismus gerecht zu werden.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Erlebnisorientierung, psychologische Aspekte des Erlebens und Flow-Zustände sowie pädagogische Ansätze wie Erlebnispädagogik und Animation.
Ziel ist die Erstellung eines praxisorientierten Kriterienkatalogs, mit dem Anbieter von Gästeführungen ihre Angebote methodisch fundiert gestalten und auf ihren Erlebniswert hin bewerten können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Zur Verknüpfung mit der Praxis wurden eine teilnehmende Beobachtung einer Führung sowie ein Experteninterview durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gästeführung, die soziologische, psychologische und pädagogische Betrachtung des Erlebnisses sowie die Herleitung der spezifischen Kriterien für die Praxis.
Die wichtigsten Begriffe sind Erlebnisorientierung, Gästeführung, Inszenierung, Erlebnispädagogik, Flow-Erlebnis und kommunikativer Tourismus.
Die Tour dient als Fallstudie, da sie durch ihre erzählerische Figur (Mephisto), den Einsatz von Schauspiel und kulinarischen Elementen eine moderne Form der Inszenierung praktiziert, die viele der theoretischen Kriterien erfüllt.
Das Interview mit Barbara Krull untermauert die theoretischen Erkenntnisse aus der Perspektive der Praxis und bestätigt den wachsenden Trend zu hochwertigen Erlebnisangeboten, für die es bisher kaum wissenschaftliche Richtlinien gab.
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