Examensarbeit, 2003
137 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Zur theoretischen Grundlage
1. Das Problem der Literaturanalyse in Anlehnung an Foucault
2. Grundlagen der Philosophie Foucaults
2.1 Diskurse und ihre Bedingungsfelder
2.1.1 Diskurs
2.1.2 Diskurs und Macht
2.1.3 Subversion des Diskurses
2.1.3.1 Subversion der Vernunft
2.1.3.2 Subversion der Wahrheit
2.1.3.3 Subversion des Verbotes
2.1.3.4 Subversion internalisierten Verhaltens
3. Sexueller Diskurs und Gender Studies
3.1 Sexualität und Diskurs
3.2 Foucault und Gender Studies
3.2.1 Jana Sawicki
3.2.2 Judith Butler
3.3 Gender im Britischen Theater der 90er
4. Zusammenfassung
III. Synthese der theoretischen Konzepte am Beispiel von Sarah Kanes Blasted
1. Die Subversion von Verboten – Das Ende des Tabus
1.1 Das Obszöne in Blasted
1.2 Die Vergewaltigung Cates
1.3 Die Vergewaltigung Ians
1.4 Die Rückkehr Cates
1.5 Zusammenfassung
2. Die Grenzen der Vernunft – Die Darstellung des Wahnsinns
2.1 Zum Problem der Hysterie
2.2 Cates Hysterie
2.3 Cates Hysterie und Ians Reaktion
2.4 Zum Problem der Sprache
2.5 Zusammenfassung
3. Die Grenzen der Wahrheit – Traum und Fantasie
3.1 Die Darstellung verschiedener Realitätsebenen
3.2 Dekonstruktion der Geschlechtsidentitäten
3.3 Zusammenfassung
4. Die Verflechtung von Institutionen
4.1 Medien und Militär
4.2 Zur Konstruktion von Ians Geschlechterrolle
4.3 Zusammentreffen von Medien und Krieg
4.4 Zusammenfassung
IV. Schlussfolgerung
V. Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Geschlechterrollenzuweisung in den Dramen von Sarah Kane unter Verwendung der Diskurstheorie von Michel Foucault, um aufzuzeigen, wie Machtstrukturen im Theater subversiv dargestellt und dekonstruiert werden können. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit theatralischer Mittel, bestehende sexuelle Diskurse zu durchbrechen.
Die Subversion von Verboten – Das Ende des Tabus
The violation of boundaries in the theatre is as old as its dedication to Dionysos and to excess. Such transgression can adopt forms as diverse as the infringement of moral or juridical norms, the violation of taboos, the profanation of the sacred, the subversion of ideologies or the negation of values. Yet rejecting the norm affirms the norm. For a limit is meaningless if its transgression is impossible.
Wie zuvor festgestellt wurde, ist ein erster Schritt in Richtung Subversion das Brechen von Tabus. Im Theater kann dies sowohl in Sprache, Darstellung, Thema als auch Form geschehen. Der Effekt ist wohl bei allen Arten des Tabubruchs zunächst einmal als ‚Schock’ zu bezeichnen. Nach Sierz stehen Tabubrüche und somit Schock am Anfang der Subversion, um das Publikum zunächst einmal aufzuwecken und es darauf vorzubereiten, dass etwas Dringendes gesagt werden muss. Schock steht am Anfang und bereitet die Rezipienten darauf vor, eine subversive Erfahrung von tiefer liegender Bedeutung zu machen, da die Grenzen im britischen ‚Erlebnis Theater’ genau so überschritten werden wie die der offensichtlichen gesellschaftlichen Tabus.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Geschlechterrollenzuweisung ein und begründet die methodische Wahl von Michel Foucaults Diskurstheorie für die Analyse von Sarah Kanes Dramen.
II. Zur theoretischen Grundlage: Dieser Abschnitt erläutert Foucaults Philosophie, insbesondere die Konzepte Diskurs, Macht, Wissen und Subjekt, und verbindet diese mit den Gender Studies sowie der Rolle des Theaters.
III. Synthese der theoretischen Konzepte am Beispiel von Sarah Kanes Blasted: Der praktische Teil exemplifiziert die theoretischen Grundlagen anhand von Sarah Kanes Stück, indem Tabubrüche, Wahnsinn, Realitätsebenen und Institutionen analysiert werden.
IV. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass Kane keine einfachen Antworten bietet, sondern Machtstrukturen und Geschlechterrollen durch subversive Mittel radikal hinterfragt.
V. Ausblick: Der Ausblick schlägt weitere Forschungsfelder vor, etwa eine vertiefte Untersuchung der Interdependenz von Medien und Krieg sowie die spezifische Rolle der Frau in diesem Kontext.
Sarah Kane, Blasted, Michel Foucault, Diskurstheorie, Macht, Geschlechterrollen, Gender Studies, Wahnsinn, Hysterie, Subversion, Institutionen, Medien, Theater, Postmoderne, Männlichkeit.
Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Geschlechterrollenzuweisung in Sarah Kanes Theaterstücken, primär anhand des Dramas Blasted, unter Zuhilfenahme der machtkritischen Diskurstheorie von Michel Foucault.
Zentrale Themen sind die Verflechtung von Macht und Wissen, die Konstruktion von Geschlecht (Gender), die Rolle von Institutionen (wie Medien und Militär) und die subversive Funktion von Literatur und Theater.
Es wird untersucht, inwiefern Sarah Kanes Theater die bestehenden gender-bezogenen Machtverhältnisse durch eine Umkehrung oder Subversion der sexuellen Diskurse freilegen und somit verändern kann.
Die Autorin stützt sich auf die Diskursanalyse von Michel Foucault, ergänzt durch Ansätze der Gender Studies, der Dekonstruktion und der Surrealismus-Forschung.
Im Hauptteil werden die theoretischen Konzepte (Diskurs, Macht, Hysterie) konkret auf das Drama Blasted angewandt, wobei Themen wie Tabubrüche, Wahnsinn, Realitätsebenen und die Rolle der Institutionen im Fokus stehen.
Sarah Kane, Diskurstheorie, Foucault, Gender Studies, Subversion, Macht, Geschlechterrollen, Hysterie.
Der Wahnsinn wird als ein dramatisches Mittel interpretiert, das der rationalen männlichen Weltsicht gegenübersteht und es ermöglicht, aus den restriktiven Diskursen der Gesellschaft auszubrechen.
Die Medien werden als Institution begriffen, die Ians Weltbild und sein internalisiertes Männlichkeitsverständnis prägen, wodurch er – trotz seiner Täterrolle – zugleich als passives Opfer dieser gesellschaftlichen Machtstrukturen dargestellt wird.
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