Masterarbeit, 2018
131 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
1.1 Fragestellung, Methode und Ziele
1.2 Forschungsstand
2. Erste Koloniegründungen und Expansionsversuche in Nord- und Ostafrika
2.1 Eritrea und Italienisch-Somaliland
2.2 Abessinien und die Niederlage bei der Schlacht von Adua 1896
2.3 Tripolitanien und die Cyrenaika
2.4 Libyen
3. Äthiopien – Ein Land auf dem Weg in die Moderne?
3.1 Äthiopiens wirtschaftliche Positionierung und ökonomische Möglichkeiten
4. Der Abessinienkrieg und die Besatzungszeit 1935-41
4.1 Politische Struktur und Ideologie des faschistischen Italiens
4.2 Kriegsvorbereitungen und Propaganda
4.3 Das Versagen des Völkerbundes
4.4 Ein entfesselter Krieg im Dienste der modernen Zivilisation?
4.5 Italiens angestrebte sozialpolitische und wirtschaftliche Strukturen in Ostafrika
4.6 Die Besatzungszeit bis zur britischen Befreiung 1941
5. Die Südtiroler im Abessinienkrieg
5.1 Erinnerungskultur
5.2 Rekrutierung und Desertion
5.3 Akzeptanz und Verdrängung
6. Gesellschaftliche und bilaterale Beziehungen zwischen Italien und Äthiopien in der Gegenwart
6.1 Mit der Vergangenheit im Reinen?
7. Conclusio
Die vorliegende Arbeit untersucht die italienische Kolonialpolitik in Ostafrika zwischen 1935 und 1941, wobei sie insbesondere die Frage beleuchtet, ob der Abessinienkrieg und die nachfolgende Besatzungszeit eine nachhaltige Modernisierung Äthiopiens bewirkten oder diesen Prozess vielmehr unterbrachen. Dabei wird der Fokus auf die faschistische Ideologie, die militärische Aggression sowie die sozioökonomischen Auswirkungen auf die äthiopische Gesellschaft gelegt. Ergänzend wird die Rolle der Südtiroler im Abessinienkrieg analysiert, um eine interdisziplinäre Perspektive auf dieses historische Ereignis zu bieten.
4.2 Kriegsvorbereitungen und Propaganda
Nach der Niederlage von Adua 1896 herrschte in der italienischen Öffentlichkeit und Politik lange Schweigen in Bezug auf ein erneutes militärisches Arrangement in Ostafrika. Mit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden immer wieder verschiedenste Szenarien eines erneuten Krieges von der bestehenden Kolonialverwaltung durchgespielt, ohne jedoch das Interesse der italienischen Machtelite für eine erneute Expansion in Ostafrika zu wecken. Mit der Machtergreifung der Faschisten rückte das Interesse an einem großen Kolonialreich am Horn von Afrika wieder in den Vordergrund, auch wenn der Fokus in den 1920er Jahren vorerst noch auf den Kampfhandlungen und der Befriedung der nordafrikanischen Küste lag.
Trotz der Gebundenheit des italienischen Militärs, ließ Mussolini ab 1925 verstärkt das abessinische Kaiserreich beobachten und erteilte den Auftrag an die Kolonialregierungen, Informationen über die abessinische Schlagkraft und die gegebenen Infrastrukturen zu sammeln. Zusätzlich dazu beauftragte Generalstabschef Pietro Badoglio einen seiner engsten Vertrauten, General Giuseppe Mallandra (1863-1940), nach Eritrea zu reisen und eine fundierte Beurteilung der momentanen Situation bezüglich der militärischen Stärke des Feindes und den Schwächen des italienischen Kolonialkorps abzugeben, sowie die Möglichkeiten eines Einsatzes von chemischen Kampfstoffen zu eruieren.
Dieser sogenannte „Mallandra-Bericht“ wurde Mussolini im August 1926 als 76-seitige Analyse vorgelegt, mit dem Fazit, dass das abessinische Kaiserreich wohl kaum auf eine Konfrontation mit Italien aus sei. Mallandra beschrieb in seinem Bericht aber dennoch die schlimmste anzunehmende Situation, wobei das Kaiserreich in Eritrea einfällt, um so eine Verbindung zum Roten Meer zu erwirken. Um im Falle eines solchen Ereignisses entsprechend entgegenwirken zu können, müsse man die Konzepte der Verteidigung dringend überarbeiten.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die faschistische Kolonialpolitik unter Mussolini ein und skizziert die zentrale Fragestellung nach dem Einfluss des Abessinienkrieges auf die Modernisierung Äthiopiens.
2. Erste Koloniegründungen und Expansionsversuche in Nord- und Ostafrika: Dieses Kapitel behandelt die frühen italienischen Kolonialbestrebungen in Eritrea, Somalia und Libyen sowie die prägende Niederlage bei Adua 1896.
3. Äthiopien – Ein Land auf dem Weg in die Moderne?: Der Autor beleuchtet die sozioökonomische Entwicklung Äthiopiens unter Menelik II. und Haile Selassie I. vor Beginn der italienischen Invasion.
4. Der Abessinienkrieg und die Besatzungszeit 1935-41: Das Hauptkapitel analysiert die faschistische Ideologie, die Kriegsvorbereitungen, das Versagen des Völkerbundes sowie den grausamen Verlauf des Krieges und der Besatzung.
5. Die Südtiroler im Abessinienkrieg: Dieses Kapitel widmet sich der speziellen Rolle Südtiroler Soldaten, ihrer Erinnerungskultur und der Haltung zur Rekrutierung und Desertion.
6. Gesellschaftliche und bilaterale Beziehungen zwischen Italien und Äthiopien in der Gegenwart: Die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit und die heutige bilaterale Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern stehen hier im Fokus.
7. Conclusio: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert die Auswirkungen des italienischen Angriffskrieges auf die Entwicklung Äthiopiens sowie die langwierige historische Aufarbeitung.
Abessinienkrieg, Faschismus, Kolonialismus, Äthiopien, Italien, Haile Selassie, Benito Mussolini, Modernisierung, Giftgaseinsatz, Südtirol, Erinnerungskultur, Völkerbund, Kriegsvorbereitung, Widerstand, Aufarbeitung
Die Arbeit untersucht die italienische Kolonialpolitik unter Mussolini, insbesondere den Abessinienkrieg (1935-1941) und dessen Auswirkungen auf das äthiopische Kaiserreich.
Zentrale Aspekte sind die faschistische Expansionsideologie, die Rolle der modernen Kriegsführung (einschließlich Giftgas) und die sozioökonomische Entwicklung Äthiopiens.
Das Ziel ist zu klären, ob der italienische Angriffskrieg Äthiopien strukturell modernisierte oder diesen Prozess stoppte.
Die Autorin verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der Diplomatie-, Kolonial- und Militärgeschichte mit wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlichen Methoden verbindet.
Der Hauptteil analysiert die faschistischen Machtstrukturen, die Propaganda, das Versagen des Völkerbundes sowie den konkreten Verlauf des Krieges und die folgende Besatzung.
Wichtige Begriffe sind Abessinienkrieg, Faschismus, Kolonialismus, Giftgaseinsatz und Erinnerungskultur.
Das Buch analysiert dies durch Oral-History-Projekte, die zeigen, dass die Teilnahme als „Pflicht“ empfunden wurde, während Erinnerungen an Kriegsverbrechen oft verdrängt wurden.
Das Mausoleum in Affile löste internationale Proteste aus, da es einen Kriegsverbrecher ehrt und stellvertretend für die schwierige Aufarbeitung der faschistischen Geschichte in Italien steht.
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