Bachelorarbeit, 2016
77 Seiten, Note: 1,6
1 Grundlagen
1.1 Definition wesentlicher Begriffe
1.2. Intimität und Sexualität
1.2.1 Themenbezogener Forschungsstand
1.2.2 Der Mensch und Sexualität
1.2.3 Sexualität im Alter
1.3. Beziehung
1.3.1 Verschiedene Formen intimer Beziehungen
1.3.2 Entwicklungsaufgaben langjähriger Partnerschaften in Bezug auf Intimität
1.4. Besondere Situation im Pflegeheim
1.4.1 Rechtliche Rahmenbedingungen im Pflegeheim
1.4.2 Einschränkungen
1.4.3 Auswirkungen auf Personen und zwischenmenschliche Intimität/ Privatsphäre
1.5 Heilpädagogische Relevanz
2 Methodik
2.1 Erhebungsinstrument
2.2 Fallauswahl (qualitatives Sampling)
2.3 Zugang zum Feld (Rekrutierung)
2.4 Umgang mit Daten- und Vertrauensschutz, Forschungsethik
2.5 Durchführung der Erhebung
2.6 Teilnahmebereitschaft der Befragten
2.7 Auswertungsverfahren
3 Ergebnisse
3.1 Was verstehen die Interviewpartnerinnen heute beziehungsweise grundsätzlich unter „Intimität“?
3.2 Die Intimität sowie Sexualität von Bewohner*innen und deren Partner*innen werden durch die Institution Pflegeheim eingeschränkt.
3.1.1 Ethische Werte resultierend aus einer kirchlichen Trägerschaft und den dementsprechenden Wertevorstellungen der Heimleitung schränken Intimität sowie Sexualität von Bewohner*innen und deren Partner*innen ein.
3.1.2 Räumliche/ architektonische Einschränkungen beziehungsweise das Verhalten des Pflegepersonals gewährleisten keine beziehungsweise unzureichende Privatsphäre.
3.2 Verschiedene Faktoren behindern sexuelle und intime Handlungen.
3.2.1 Die Auswahl an potenziellen Sexualpartner*innen ist für alleinstehende Bewohner*innen eingeschränkt.
3.2.2 Der Stellenwert sexueller Aktivität verliert während einer langjährigen Partnerschaft an Bedeutung.
3.2.3 Gesundheitliche Aspekte behindern das Ausleben gemeinsamer Sexualität von Bewohner*innen und ihren Partner*innen.
3.2.4 Einflussfaktor Erziehung: Die häufig konservative sowie Sexualität tabuisierende Erziehung der heute älteren Generation bewirkt, dass Sexualität im Alter als unangemessen empfunden und wenig thematisiert wird.
3.3 Sexualität im Alter ist nach wie vor ein Tabu – sowohl in der Gesellschaft als auch im Pflegeheim.
3.3.1 Trotz der zunehmenden medialen Öffnung bezüglich Sexualität im Alter dominiert das Bild des asexuellen alten Menschen im Alltagsdiskurs.
3.3.2 Der Umgang des Heimpersonals mit den Ehepartner*innen von Bewohner*innen und der Privatsphäre der Bewohner*innen behindern ein Ausleben von Sexualität und Intimität.
3.4 Weitere Ergebnisse
4 Diskussion
4.1 Intimität im Alter – (k)ein Thema?
4.2 Sprachlosigkeit im Pflegeheim – die Rolle des Heilpädagogen/ der Heilpädagogin
4.3 Der Genderaspekt
4.4 Der demografische Wandel und die Heilpädagogik
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich der Kontext „Pflegeheim“ auf die Intimität und zwischenmenschliche Beziehung von Bewohnerinnen und deren Partnern auswirkt und inwieweit diese durch institutionelle Rahmenbedingungen eingeschränkt werden.
1.2.2 Der Mensch und Sexualität
„Sexualität hängt mit der Persönlichkeit zusammen, ist eine Energie, die sich in jedem Aspekt eines menschlichen Wesens ausdrückt. Wie sich jemand bewegt, seine Vitalität, seine Lebensfreude, all das ist Ausdruck seiner Sexualität“ (Starr & Weiner 1996, 13). Dies widerspricht der weit verbreiteten Annahme, „Sexualität“ sei ausschließlich Geschlechtsverkehr und impliziert gleichzeitig, dass sie als ganzheitliches Phänomen betrachtet werden muss (Bamler in: Buchen & Maier 2008, 185). Sie umfasst Träume, Vorstellungen, Fantasien, die Auseinandersetzung mit sich selbst, ist real oder imaginär (Bamler 2008 & Ebberfeld 2005 & von Sydow 1991 in: Buchen & Maier 2008, 185).
Sexuelles Erleben ist nicht angeboren, jeder Mensch muss es von Kindheit an lernen. Dementsprechend unterscheidet es sich individuell und ist biografisch bedingt. „In der Art, wie sich ein Mensch sexuell verhält und wie er sexuell empfindet, spiegeln sich neben den biologischen Faktoren seine bisherige Lebensgeschichte, seine individuellen Erfahrungen sowie die besonderen gesellschaftlichen Umstände, unter denen er aufgewachsen ist und bisher gelebt hat“ (Zettl 2000, 14).
Sexualität kann sich vielseitig ausdrücken: in Form von gewünschter Nähe zu einem Partner/ einer Partnerin, in Form von Angst, sexuellen Anforderungen oder der gesellschaftlichen Norm nicht zu entsprechen, welche einem „gesunden“ Sexualleben eine bestimmte Koitusfrequenz zuschreibt (Bamler in: Buchen & Maier 2008, 185).
1 Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Intimität, Sexualität, Alter und Pflegeheim und erläutert den aktuellen Forschungsstand sowie Einflussfaktoren.
2 Methodik: Hier wird das qualitative, episodische Interview als Erhebungsinstrument vorgestellt sowie das Sampling der Interviewpartnerinnen und das Auswertungsverfahren nach Mayring dargelegt.
3 Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse zu den Hypothesen über Einschränkungen durch die Institution und Faktoren, die intime Handlungen behindern.
4 Diskussion: Die Ergebnisse werden hier kritisch mit der Literatur in Beziehung gesetzt, insbesondere hinsichtlich der Rolle der Heilpädagogik und dem Einfluss gesellschaftlicher Normen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Grenzen der Studie zusammen und bietet eine inhaltliche Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse.
Intimität, Sexualität, Alter, Pflegeheim, Heilpädagogik, Partnerschaft, Privatsphäre, Institutionalisierung, demografischer Wandel, Tabuisierung, Lebensqualität, Biografie, qualitative Forschung, Geragogik, Sexualethik.
Die Arbeit untersucht das menschliche Bedürfnis nach Intimität und Sexualität im Kontext von Pflegeheimen und beleuchtet die damit verbundenen Herausforderungen für Bewohner und deren Partner.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bedeutung von Sexualität und Intimität im Alter, institutionelle Rahmenbedingungen in Pflegeeinrichtungen und die heilpädagogische Begleitung von älteren Menschen.
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie sich der Umzug in ein Pflegeheim auf die Beziehungsgestaltung und Intimität der Betroffenen auswirkt und welche Barrieren dabei bestehen.
Die Autorin führte eine qualitative Untersuchung durch, basierend auf episodischen Interviews mit vier Frauen, die in einer festen Partnerschaft mit einem Heimbewohner leben oder selbst im Heim wohnen.
Der Hauptteil analysiert, inwieweit institutionelle Strukturen (Architektur, Personal, Heimleitung) intimes Verhalten behindern und welche persönlichen oder biografischen Faktoren eine Rolle spielen.
Zu den Kernbegriffen zählen Intimität, Sexualität im Alter, Pflegeheim, Heilpädagogik, Privatsphäre und die institutionellen Barrieren im Pflegekontext.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die spezifischen Moralvorstellungen der Trägerschaft und Heimleitung die Ausgestaltung von Sexualität beeinflussen können, oft hin zu einer stärkeren Tabuisierung.
Heilpädagogik zielt darauf ab, Selbstständigkeit zu erhalten und Teilhabe zu ermöglichen; die Unterstützung beim Erhalt intimer Beziehungen ist dabei ein wesentlicher Beitrag zur Lebensqualität.
Ja, die Arbeit reflektiert kritisch, dass aufgrund der Teilnehmerauswahl ausschließlich weibliche Perspektiven abgebildet werden, was die Ergebnisse gender-spezifisch konnotiert.
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