Bachelorarbeit, 2020
278 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen
1. Autismus-Spektrum-Störung
1.1 Begriffsdefinition
1.2 Historische Grundlagen
1.3 Autismus nach DSM-V
1.4 Autismus nach ICD-10
1.4.1 Frühkindlicher Autismus
1.4.2 Atypischer Autismus
1.4.3 Hochfunktionaler Autismus
1.4.4 Asperger-Syndrom
1.5 Kritik an den Klassifikationssystemen
1.6 Diagnosestellung
1.7 Professionelle Hilfen
1.8 Rechtliche Grundlagen
1.9 Besondere Eigenschaften von autistischen Menschen
1.10 Ursachen autistischer Besonderheiten
2. Belastungssituationen
2.1 Definition: Belastung
2.2 Vier-Ebenen-Modell
2.3 Belastungssituationen der Eltern
2.4 Belastungssituationen der Geschwisterkinder
2.5 Belastungssituationen bei autistischen Menschen
2.6 Bewältigungsstrategien
3. Stärkenorientierung
3.1 Definition: Stärke und Ressource
3.2 Ansatz der Stärkenperspektive
3.3 Stärkenorientierung der Eltern
3.4 Stärkenorientierung der Geschwisterkinder
4. Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen
III. Methodische Grundlagen
1. Fragestellung und Zielsetzungen
2. Forschungszugang
3. Datenerhebung
3.1 Erhebungsmethoden
3.2 Erhebungsinstrument
3.3 Datenauswahl
3.4 Information zur Durchführung
4. Datenaufbereitung
4.1 Datenaufbereitung
4.2 Analysemethode
4.2.1 Inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse
4.2.2 Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse
5. Gütekriterien
IV. Ergebnisse
1. Vorstellung der Probandinnen
2. Vorstellung des Kategoriensystems
3. Auswertung des Interviews
4. Zusammenfassung der Ergebnisse
V. Diskussion und Ausblick
1. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
2. Diskussion des Forschungsprozesses
2.1 Diskussion des methodischen Vorgehens
2.2 Diskussion der qualitativen Gütekriterien nach Mayring
3. Ausblick
VI. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Belastungssituationen und Stärkenorientierungen von Familien mit autistischen Kindern zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie betroffene Eltern und Geschwisterkinder ihren Alltag bewältigen, welche Herausforderungen sie erleben und wie sie persönliche sowie externe Ressourcen zur Stärkung der familiären Situation nutzen.
1.1 Begriffsdefiniton
Der Begriff Autismus-Spektrum-Störung besitzt sowohl im englischen als auch im griechischen Sprachgebrauch eine Bedeutungszuschreibung (Poustka & Poustka, 2017, S. 233). Dabei besteht bei der Bezeichnung autism spectrum disorder eine Ähnlichkeit zu der deutschen Bezeichnung Autismus-Spektrum-Störung. Sie ist eine Zusammenstellung der griechischen Begriffe autos und imos, die im Deutschen als „selbst“ und „Zustand, Orientierung“ übersetzt werden (Bölte, 2009, S. 21).
Eine grundlegende Auffälligkeit von Autisten und -innen ist hauptsächlich die beeinträchtigte soziale Kommunikation, die unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Nicht nur Menschen mit einer kognitiven und sprachlichen Beeinträchtigung, sondern auch Menschen mit durchschnittlichen sprachlichen und kognitiven Kompetenzen sind von der Störung betroffen (Poustka & Poustka, 2017, S. 233). Außerdem befinden sich weitere Auffälligkeiten von autistischen Menschen im Sozialverhalten und Einschränkungen im Interessensspektrum. Diese Bereiche werden nach bestimmten Symptomen untersucht, die häufig in einem engen Bezug zueinanderstehen. Die Kombination der Symptomatik aus den jeweiligen Bereichen ist vielfältig ausgeprägt. Zur Diagnose von Autismus-Spektrum-Störung werden die einzelnen Symptome in der Summe betrachtet. Dies wird als Summationsdiagnose bezeichnet (Schirmer, 2010, S. 12f.).
Insgesamt weisen die autistischen Störungen eine Heterogenität auf und sind meistens angeboren (Poustka & Poustka, 2017, S. 233). Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Ursachen von Autismus in der genetischen Reizempfindlichkeit und -empfänglichkeit liegen (Grabrucker & Schmeißer, 2015; zitiert nach Theunissen & Sagrauske (2019), S. 34). In diesem Zusammenhang spielen die epigenetischen Prozesse eine wichtige Rolle, die sich aus genetischen Faktoren mit Umweltkomponenten zusammensetzen. Dabei beziehen sich beispielsweise die genetischen Faktoren auf Genmutationen und die Umweltkomponenten auf mütterliche Erkrankungen. Jedoch bestehen hinsichtlich der Ursachen und Auswirkungen Unklarheiten in der Wissenschaft. Hauptsächlich werden durch Zwillingsstudien belegt, dass die Umweltfaktoren und Genen nicht differenziert betrachtet werden sollten. An dieser Stelle ist es interessant zu betrachten, dass bei eineiigen männlichen Zwillingen trotz hoher Konkordanzrate in autistischen Merkmalen variable Entwicklungsverläufe beobachtet werden können (Theunissen & Sagrauske, 2019, S. 34).
Autismus-Spektrum-Störung: Dieses Kapitel definiert Autismus, beleuchtet historische Grundlagen sowie Klassifikationssysteme (DSM-V, ICD-10) und geht auf spezifische Symptome und Ursachen ein.
Belastungssituationen: Es wird das Vier-Ebenen-Modell erläutert, das aufzeigt, wie elterliche und geschwisterliche Stresssituationen durch die autistische Symptomatik und Anforderungen im Alltag entstehen.
Stärkenorientierung: Hier wird der Ansatz der Stärkenperspektive definiert, der darauf fokussiert, persönliche und Umweltressourcen zur Bewältigung von Krisen und zur Förderung des familiären Wohlbefindens zu nutzen.
Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen: Dieses Kapitel bündelt die zentralen theoretischen Erkenntnisse zu Autismus, Belastung und Stärkenorientierung als Basis für die empirische Untersuchung.
Methodische Grundlagen: Das Kapitel beschreibt den qualitativen Forschungszugang, das Experteninterview als Erhebungsinstrument sowie die inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring.
Ergebnisse: Dargelegt werden die Vorstellung der Probandinnen, das Kategoriensystem sowie die Auswertung der Interviews mit Fokus auf Alltag, Belastung und Ressourcen.
Diskussion und Ausblick: Die Ergebnisse werden in den theoretischen Kontext eingeordnet, der Forschungsprozess reflektiert und Anregungen für weitere Studien formuliert.
Fazit: Eine abschließende Bewertung der Arbeit, die die Notwendigkeit von Sensibilisierung und struktureller Entlastung für Familien hervorhebt.
Autismus-Spektrum-Störung, Belastungssituationen, Stärkenorientierung, Familienberatung, Geschwisterkinder, Bewältigungsstrategien, Resilienz, Qualitative Inhaltsanalyse, Frühe Diagnose, Therapeutische Maßnahmen, Soziale Unterstützung, Elternbelastung, Ressourcenorientierung, Inklusion, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht Belastungssituationen und die Anwendung von Stärkenorientierung im Alltag von Familien, die mit einem autistischen Kind zusammenleben.
Die zentralen Themen sind das Belastungserleben von Eltern und Geschwistern, die Rolle von Ressourcen sowie die Bedeutung therapeutischer und pädagogischer Unterstützung.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die alltäglichen Anforderungen dieser Familien zu gewinnen und aufzuzeigen, wie eine stärkenorientierte Perspektive bei der Bewältigung helfen kann.
Es handelt sich um eine qualitative Interviewstudie, bei der Interviews mit Eltern, Geschwisterkindern und Experten mittels der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Autismus und Belastung, methodische Grundlagen des Forschungszugangs sowie die Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Schlüsselwörter sind unter anderem Autismus-Spektrum-Störung, Stärkenorientierung, familiäre Belastung, Geschwisterkinder und Bewältigungsstrategien.
Geschwisterkinder erleben oft eine hohe Verantwortung und müssen im Alltag stark zurückstecken, was zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann; sie benötigen daher eigene Stärkung und Aufmerksamkeit.
Die Arbeit betont, dass Aufklärung Vorurteile abbauen und die soziale Isolation der betroffenen Familien reduzieren kann, was eine wesentliche Entlastungsquelle darstellt.
Die Stärkenperspektive hilft den Familien, den Fokus von reinen Defiziten auf vorhandene Kompetenzen zu lenken, was die Lebenszufriedenheit steigern und die Erziehung sowie Betreuung konstruktiver gestalten kann.
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