Bachelorarbeit, 2019
40 Seiten
1 Einleitung
2 Die Kirchen(musik) im Dritten Reich
3 Der Fall Julio Goslar
3.1 Der Versuch der kircheninternen Eliminierung Goslars
3.1.1 Vorläufige Beurlaubung
3.1.2 Kompetenzstreit zwischen Kirche und Reichsmusikkammer
3.1.3 Die kirchliche Arbeitserlaubnis und ihre Folgen
3.1.4 Gutachten des Evangelischen Oberkirchenrates
3.2 Die öffentliche Beschädigung
3.2.1 Rufmord
3.2.2 Bekenntnispresbyterium schaltet Gestapo ein
3.2.3 "Jud bleibt Jud!"
3.3 Berufsverbot
3.3.1 Von der Orgelbank und die Zwangsarbeit
3.3.2 Hilfsaktion scheitert an Bekenntnispresbyterium
3.4 Überleben im Untergrund
3.5 Nach der NS-Zeit
3.5.1 Die erzwungene Wiedereinsetzung und Goslars Lebensabend
4 Die Musik Julio Goslars
5 Fazit
Diese Arbeit rekonstruiert anhand von Archivdokumenten die Auseinandersetzungen zwischen Staat und evangelischer Kirche sowie das Schicksal des jüdischen Kirchenmusikers Julio Goslar in Köln-Nippes während der Zeit des Nationalsozialismus, um die Mechanismen der Verfolgung und das kirchliche Handeln aufzuzeigen.
3.2.1 Rufmord
Die „Deutschen Christen“ entwickelten jedoch immer wieder neue Strategien, um Goslar doch noch von der Orgelbank zu verbannen. Eine neue Möglichkeit sahen sie in den Nürnberger Gesetzen. Hier speziell das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, welches ihnen die Möglichkeit bot durch eine Verleumdung das Leben eines kirchlichen Angestellten zu zerstören, wenn die Geschichte nur schlüpfrig genug war.
Die „Deutschen Christen“ haben auch schnell eine falsche Zeugin gefunden, die seit Ende 1935 Unwahrheiten verbreitete. Es war die sechzigjährige, „armselige und erpreßbare“ Frau Anna Flier. Sie gehörte früher zum Kirchenchor der Gemeinde Nippes und wurde kurz zuvor wegen Kuppelei verurteilt wurde.
Sie beschuldigte Goslar, er habe ein außereheliches Verhältnis mit dem „deutschen Fräulein H. aus der Nippeser Florastraße“ und sei sogar der Vater ihrer unehelichen Tochter.
Julio Goslar erfuhr am Heiligabend 1935, wer diese Gerüchte gegen ihn verbreitet hat. Er begab sich sofort zu Frau Flier und soll gesagt haben, dass er sich eine Kugel durch den Kopf schießen könne, wenn solche verleumderischen Dinge über ihn in die Öffentlichkeit gebracht werden würden. Das Zuchthaus sei ihm sicher.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Gleichschaltung der evangelischen Kirchenmusik und stellt Julio Goslar als exemplarischen Fall für die staatliche Willkür und die Entjudung der Kirchenmusik dar.
Die Kirchen(musik) im Dritten Reich: Dieses Kapitel erläutert die Spaltung der evangelischen Kirche in die "Bekennenden Kirche" und die "Deutschen Christen" sowie die generellen Motive der kulturellen Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten.
Der Fall Julio Goslar: Hier wird der Lebensweg Julio Goslars sowie der systematische Versuch seiner kircheninternen Eliminierung durch die "Deutschen Christen" und die Reichsmusikkammer detailreich nachgezeichnet.
Die Musik Julio Goslars: Dieser kurze Abschnitt widmet sich der kompositorischen Tätigkeit Goslars, deren Erforschung durch den Verlust vieler Werke im Zweiten Weltkrieg erschwert wird.
Fazit: Das Fazit resümiert das Versagen der evangelischen Kirche im Umgang mit verfolgten Mitgliedern wie Goslar und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur NS-Kirchengeschichte.
Julio Goslar, Nationalsozialismus, evangelische Kirche, Kirchenmusik, Gleichschaltung, Reichsmusikkammer, Antisemitismus, Verfolgung, Bekennende Kirche, Deutsche Christen, Arierparagraph, Köln-Nippes, Rufmord, Widerstand, Memorialkultur.
Die Arbeit befasst sich mit der Verfolgung des nichtarischen Kirchenmusikers Julio Goslar in Köln-Nippes während der NS-Zeit und untersucht das Verhältnis zwischen evangelischer Kirche und NS-Staat.
Zentrale Themen sind die Gleichschaltung der kirchlichen Musikorganisationen, die kircheninterne Verfolgung jüdischer Musiker und die Rolle der "Deutschen Christen".
Ziel ist es, anhand von Archivdokumenten die konkreten Mechanismen der Ausgrenzung und die Reaktionen der evangelischen Gemeinde und ihrer Leitungen zu rekonstruieren.
Der Autor nutzt eine quellenbasierte historische Analyse, die sich primär auf Archivdokumente wie Protokolle und Korrespondenzen stützt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Stadien der Verfolgung Goslars, von der versuchten Entlassung über Rufmordkampagnen bis hin zum Überleben im Untergrund.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Kirchenmusik, Antisemitismus, Gleichschaltung und das spezifische Schicksal von Julio Goslar.
Obwohl das Bekenntnispresbyterium Goslar teilweise schützte, war sein Handeln durch eine starke politische Zurückhaltung und den Mangel an Einheit im Widerstand gegen NS-Maßnahmen geprägt.
Der Artikel trug den Fall in die breite Öffentlichkeit und verstärkte den Druck auf Goslar massiv, was letztlich zu seiner faktischen Entlassung und weiteren persönlichen Schwierigkeiten führte.
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