Masterarbeit, 2019
114 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Methodik
2.1 Literaturrecherche
2.2 Suchstrategie
2.3 Auswahlkriterien und Stichwörter
2.4 Literaturauswahl
3. Grundlegende Begrifflichkeiten
4. Ausgangssituation und Bedingungen im deutschen Kaiserreich
5. Anfänge einer demokratischen, politischen Bildung und Erziehung in der Weimarer Republik
5.1 Das Konstrukt der Weimarer Republik
5.2 Erste bildungspolitische Aktivitäten zur Einführung demokratischer politischer Bildung in das Bildungssystem
5.2.1 Bildungspolitische Umsetzung des Verfassungsauftrages
5.2.2 Konzeptionelle Ansätze für politische Bildung und Erziehung
5.2.3 Wirklichkeit der staatsbürgerkundlichen Erziehung an den Schulen
5.3 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
6. Antidemokratische politische Bildung und Erziehung in der NS-Zeit
6.1 Der Anfang vom Ende – Wirtschaftskrise und Präsidialregime
6.2 Ziele der antidemokratischen Bildung und Erziehung in der NS-Zeit
6.2.1 Schulische Elemente antidemokratischer Erziehung und Bildung
6.2.2 Außerschulische Elemente der antidemokratischen Erziehung und Bildung
6.3. Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
7. Neuanfang demokratischer politischer Bildung und Erziehung ab 1945
7.1 Politische Bildung und Erziehung in den Besatzungszonen ab 1945
7.1.1 Demokratisierung durch Entnazifizierung
7.1.2 Demokratisierung durch Re-education
7.1.3 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
7.2 Politische Bildung und Erziehung in den 50er Jahren
7.2.1 Umsetzung des demokratischen Bildungsauftrages
7.2.2 Entwicklung von philosophisch-pädagogischen Ideen zur politischen Erziehung
7.2.2.1 Theodor Wilhelm – Das Konzept der Partnerschaftspädagogik
7.2.2.2 Theodor Litt – Erziehung zu Staatsbewusstsein
7.2.3 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
7.3 Politische Bildung in den 60er Jahren – Didaktische Wende und Sozialwissenschaftliche Orientierung
7.3.1 Reformen zur Umsetzung des bildungspolitischen Auftrags
7.3.2 Politische Bildung auf wissenschaftlicher Grundlage – didaktische Wende
7.3.2.1 Problemorientierter Ansatz – Wolfgang Hilligen
7.3.2.2 Konfliktorientierter Ansatz – Hermann Giesecke
7.3.3 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
7.4 Politische Bildung in den 70er Jahren – Politisierung und fachdidaktischer Minimalkonsens
7.4.1 Der Beutelsbacher Konsens
7.4.2 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
8. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die Bedingungen demokratischer politischer Bildung in Deutschland zwischen 1918 und 1970. Das Hauptziel besteht darin, die historischen Konfliktlinien, politischen Herausforderungen und die mühsame Etablierung einer demokratischen politischen Erziehung im Schulsystem nachzuvollziehen, um daraus Erkenntnisse für aktuelle Herausforderungen wie Populismus und schwindendes politisches Interesse abzuleiten.
7.4.1 Der Beutelsbacher Konsens
Ein Dialog zwischen den Repräsentanten der beiden „Lager“ auf pädagogisch-fachlicher Ebene um die Polarisierung zu überwinden, wurde mehr und mehr für nötig erachtet. Die konservative und eher rückschrittige „Tendenzwende“ und die vielen Konflikte innerhalb der Politikdidaktik machten ein Gespräch zwischen den zerstrittenen Richtungen unabdingbar. Eine Fachtagung in Beutelsbach, veranlasst von der Baden-Württembergischen Landeszentrale für politische Bildung, wurde zur richtungsweisenden Veranstaltung. 1976 gelang es der Landeszentrale, politische Bildner aller Richtungen aus der BRD zusammenzutrommeln und über einen Minimalkonsens in der politischen und demokratischen Bildung zu diskutieren (Mambour, 2014).
Die Pädagogen Rolf Schmiederer (emanzipatorische, liberale Zielsetzung) und Bernhard Sutor (konservatives Ziel der politischen Bildung) vertraten hierbei die größten Gegensätze. Schmiederer wies auf die Unvereinbarkeit von der wissenschaftlichen, politischen Begründung der Konzeptionen und einem Konsens hin; ihm erschien lediglich „eine Übereinstimmung im Bereich der auf Unterricht gerichteten Vorschläge und Überlegungen“ (Schiele, Schneider, 1977, S. 136, zitiert nach Gagel, 2005, S. 219) möglich. Sutor schlug vor, eine allgemeingültige Lernzielbeschreibung für die politische, demokratische Bildung her- bzw. abzuleiten: „Jeder, der politische Bildung meint, kann folgender Zielformulierung zustimmen: Politische Bildung soll die Fähigkeit und Bereitschaft vermitteln zu politischer Beteiligung durch möglichst unvoreingenommene Information, gewissenhafte Urteilsbildung und verantwortliche Entscheidung, die sich kritisch orientiert an den Grundnormen der Verfassung“ (Schiele, et al., 1977, S. 170, zitiert nach Gagel, 2005, S. 219).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der deutschen Geschichte für das Bildungssystem und führt in das aktuelle Problem des abnehmenden politischen Interesses und des erstarkenden Populismus ein.
2. Methodik: Dieses Kapitel erläutert den Ansatz der Sekundärforschung durch eine gezielte Literaturanalyse und beschreibt die Suchstrategien sowie Auswahlkriterien für die verwendeten Quellen.
3. Grundlegende Begrifflichkeiten: Hier werden zentrale Termini wie Demokratie, Didaktik, Freiheit und politische Bildung definiert, um ein einheitliches Verständnis für die nachfolgenden Analysen zu schaffen.
4. Ausgangssituation und Bedingungen im deutschen Kaiserreich: Das Kapitel beschreibt, wie das Kaiserreich politische Bildung als Instrument der Herrschaftssicherung gegen sozialdemokratische Tendenzen nutzte.
5. Anfänge einer demokratischen, politischen Bildung und Erziehung in der Weimarer Republik: Es wird analysiert, warum trotz verfassungsrechtlicher Verankerung (Artikel 148) die Umsetzung einer echten demokratischen politischen Bildung in der Weimarer Zeit scheiterte.
6. Antidemokratische politische Bildung und Erziehung in der NS-Zeit: Diese Sektion untersucht, wie das NS-Regime politische Bildung durch Rassenideologie und Indoktrination ersetzte und das Fach als Mittel der totalitären Erziehung missbrauchte.
7. Neuanfang demokratischer politischer Bildung und Erziehung ab 1945: Dieses zentrale Kapitel beschreibt den Prozess der Re-education, die didaktische Wende der 60er Jahre und die Etablierung des Beutelsbacher Konsens als Meilenstein der Fachdidaktik.
8. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit reflektiert die historischen Lehren und bewertet die heutige politische Bildung als stetigen Prozess, der trotz aktueller Krisen wie Digitalisierung oder Populismus unverzichtbar bleibt.
Politische Bildung, Demokratie, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Didaktische Wende, Beutelsbacher Konsens, Politikdidaktik, Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot, Staatsbürgerkunde, politische Mündigkeit, Extremismusprävention, politische Beteiligung, Lehrerbildung, Schulpädagogik.
Die Arbeit analysiert die historischen Entwicklungslinien der politischen Bildung in Deutschland von 1918 bis 1970 und untersucht die Bedingungen, unter denen demokratische Erziehung entstehen konnte oder systematisch behindert wurde.
Zu den Schwerpunkten gehören der Systembruch nach dem Kaiserreich, die schwierige Demokratisierung in der Weimarer Republik, der Missbrauch politischer Erziehung im Nationalsozialismus sowie der Neuanfang durch die "Re-education" und die fachdidaktischen Reformen nach 1945.
Ziel ist es, zu verstehen, warum demokratische politische Bildung in Deutschland lange Zeit nur schwer Fuß fassen konnte und welche Meilensteine, wie die didaktische Wende, notwendig waren, um eine mündige politische Bildung zu etablieren.
Die Masterthesis basiert auf einer systematischen Sekundärforschung, bei der vorhandene Fachliteratur, historische Dokumente und Denkschriften mittels eines Literatur-Reviews analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen: das Kaiserreich, die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus und die Entwicklung in der Bundesrepublik von 1945 bis in die 70er Jahre, wobei jeweils auf die schulische und außerschulische politische Bildung eingegangen wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Bildung, Demokratisierung, Didaktische Wende, Beutelsbacher Konsens, Staatsbürgerkunde und politische Mündigkeit definiert.
Die Autorin stellt fest, dass viele Lehrer der Weimarer Zeit ideologisch dem Kaiserreich verhaftet waren und die neue demokratische Ordnung nicht stützten, was einer erfolgreichen Implementierung der politischen Bildung entgegenstand.
Er markiert den fachdidaktischen Minimalkonsens, der die Polarisierung zwischen verschiedenen pädagogischen Lagern beendete und mit den Prinzipien Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot und Schülerinteressenorientierung bis heute den Goldstandard der politischen Bildung bildet.
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