Bachelorarbeit, 2020
62 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die außenpolitischen Rollenkonzepte
2.1 Das Zivilmachtkonzept
2.1.1 Basis des Zivilmachtkonzepts
2.1.2 Die idealtypische Zivilmacht
2.2 Wirtschaftsmacht
3. Grundlagen der deutsch-russischen Energiebeziehungen
3.1 Die Energiepolitik der Europäischen Union
3.1.1 Transeuropäische Netze
3.1.2 Der Energiecharta-Vertrag
3.1.3 Der Energiebinnenmarkt
3.1.4 Die EU-Energiestrategie
3.2 Die deutsche Energiesituation
3.2.1 Die Entwicklung des Primärenergieverbrauch
3.2.2 Primärenergiegewinnung und Energieimport
3.2.3 Das Problem der Energiesicherheit
3.3 Die russische Energiewirtschaft
3.3.1 Reserven von Energierohstoffen
3.3.2 Verbrauch und Förderung
3.3.3 Export der Energierohstoffe
3.3.4 Gazprom und das Erdgasmonopol
4. Die Nord Stream Pipeline als „gemeinsames Projekt“
4.1 Grundlegendes zum Projekt
4.1.1 Zahlen und Fakten
4.1.2 Vorgeschichte, Planung und Bau
4.2 Die deutsche Energiepolitik
4.3 Interessen der „rot-grünen“ Regierung
4.4 Von Schröder zu Merkel
4.5 BRD: Zivilmacht oder Wirtschaftsmacht?
5. Perspektive zu Nord Stream II
6. Schlussfolgerung
Diese Arbeit untersucht die außenpolitischen Interessen Deutschlands im Kontext des Nord Stream Pipeline-Projektes. Dabei wird analysiert, inwiefern die verfolgten Ziele mit dem theoretischen Rollenkonzept der "Zivilmacht" oder der "Wirtschaftsmacht" korrespondieren, insbesondere im Hinblick auf den Regierungswechsel von Schröder zu Merkel im Jahr 2005.
4.1.1 Zahlen und Fakten
Die North-Stream Pipeline, Nord Stream Pipeline oder auch Ostsee-Pipeline ist eine Gasleitung, die für den Transport von Erdgas von Russland nach Europa geplant und in Betrieb genommen wurde. Die Pipeline verbindet zwei russische Gasfelder mit den Abnehmern in Deutschland beziehungsweise Europa. Genauer gesagt, startet die Pipeline, circa 100 Kilometer westlich von St. Petersburg im russischen Wyborg, mit Gas aus dem offshore Gasfeld Stockmann und dem onshore Gasfeld Russkoe und endet im deutschen Greifswald. Außer den beiden Start- und Endpunkten verläuft die Pipeline komplett unter Wasser. Die Pipeline verläuft durch die Wirtschaftszonen von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland. Die 1224 Kilometer lange Pipeline hat einen Durchmesser von 1200 Millimeter und besteht aus zwei parallelen Leitungen. Ihre Transportkapazität beträgt 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr und deckt damit 10% des damaligen Gasbedarfs von Europa. (hierzu Abb. 1).
Der Bau der Pipeline wurde auf etwa 4 Milliarden Euro geschätzt, stieg jedoch im Laufe der Bauarbeiten auf ungefähr 7,4 Milliarden Euro an. Finanziert wurde das Projekt zu 30 Prozent aus Eigenmitteln der beteiligten Unternehmen und zu 70 Prozent durch Kredite.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Nord Stream Pipeline als Markenzeichen der deutsch-russischen Beziehungen und Formulierung der Forschungsfragen.
2. Die außenpolitischen Rollenkonzepte: Theoretische Herleitung der Konzepte Zivilmacht nach Maull und Wirtschaftsmacht als Basis für die folgende Analyse.
3. Grundlagen der deutsch-russischen Energiebeziehungen: Untersuchung der EU-Energiepolitik, der deutschen Energiesituation und der russischen Energiewirtschaft als Rahmenbedingungen.
4. Die Nord Stream Pipeline als „gemeinsames Projekt“: Detaillierte Betrachtung des Projekts, der deutschen Energiepolitik sowie der Regierungsinteressen unter Schröder und Merkel.
5. Perspektive zu Nord Stream II: Diskussion der zweiten Pipeline und der damit verbundenen politischen Kontroversen und Sanktionsrisiken.
6. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Rolle der Bundesrepublik Deutschland zwischen Zivil- und Wirtschaftsmacht.
Nord Stream, deutsche Außenpolitik, Zivilmacht, Wirtschaftsmacht, Gerhard Schröder, Angela Merkel, Energiesicherheit, Russlandpolitik, Gazprom, Erdgas, Energiepolitik, Europäische Union, Pipeline, internationale Beziehungen, Geopolitik.
Die Arbeit analysiert die deutsche Außenpolitik im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb der Nord Stream Gaspipeline.
Thematisiert werden Energiepolitik, theoretische außenpolitische Rollenkonzepte, bilaterale Beziehungen zu Russland sowie der Regierungswechsel 2005.
Es soll geklärt werden, ob die deutsche Politik im Rahmen der Pipeline den Kriterien einer Zivilmacht oder einer Wirtschaftsmacht entspricht.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Einordnung (Rollenkonzepte) und vergleicht diese mit den politischen Handlungen der Bundesregierungen (Schröder/Merkel).
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft sowie die konkrete Ausrichtung der deutschen Politik gegenüber Russland.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nord Stream, Zivilmacht, Wirtschaftsmacht, Energiesicherheit und deutsch-russische Beziehungen charakterisiert.
Schröder setzte auf eine engere, oft realpolitisch motivierte Partnerschaft (Männerfreundschaft), während Merkel stärker auf Beschwichtigung der EU-Partner und multilaterale Kooperation setzte.
Gazprom wird als russisches Monopolunternehmen dargestellt, dessen Kontrolle über die Pipeline und den Export maßgeblich zur wirtschaftlichen und politischen Brisanz des Projekts beiträgt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass unter Schröder kaum zivilmachttypische Instrumente erkennbar waren, während die Große Koalition unter Merkel wieder mehr Tendenzen in diese Richtung zeigte.
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