Bachelorarbeit, 2014
66 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Theorie
1.1 Brüder und Schwestern – eine spezielle Form familiärer Beziehungen
1.2 Die Geschwisterbeziehung in der (Kinder-)Literatur
2 Analyse
2.1 „Und wir spielten und spielten und spielten“: Geschwisterbeziehungen in ausgewählten Werken
2.1.1 Die Kinder aus Bullerbü
2.1.2 Madita
2.1.3 Ich will auch Geschwister haben
2.1.4 Die Brüder Löwenherz
2.2 Geschwisterlosigkeit als Mangel in Nils Karlsson-Däumling
2.3 „Ich wünschte, du wärst mein Bruder!“: Wahlgeschwister in Ronja Räubertochter
Schluss
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Darstellung und Bedeutung von Geschwisterbeziehungen im literarischen Werk Astrid Lindgrens. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Funktionen diese Beziehungen im narrativen Kontext einnehmen und wie sie sich im Spannungsfeld zwischen realistischer Alltagswelt und fantastischer Erzählung konstituieren.
1.1 Brüder und Schwestern – eine spezielle Form familiärer Beziehungen
Von der frühesten Kindheit bis zum Tod eines Geschwisters finden unzählige gegenseitige Beeinflussungen statt, Geschwister prägen einander und gestalten gleichzeitig ihre ganz individuelle Beziehung zueinander [...] Positive wie negative Anteile jeder Geschwisterbeziehung durchziehen den ganzen Lebenslauf und Lebensentwurf eines Menschen und zwar sowohl real durch Erfahrungen wie durch die verinnerlichten Geschwisterbilder.
Der Psychologe Frick verdeutlicht hier, welche immense Bedeutung die Geschwisterbeziehung im Leben eines Einzelnen hat. Die dementsprechende Geschwisterforschung wird mit unterschiedlichen Schwerpunkten in verschiedenen Wissenschaftsbereichen durchgeführt. Kasten stellte in einer Auswertung der Ergebnisse aktueller Geschwisterforschung allerdings fest, dass die Wissenschaftler verschiedener Professionen in einigen Punkten zu sehr ähnlichen Schlüssen kommen, welche im Folgenden aufgezeigt werden.
An dieser Stelle erfolgt zunächst die Klärung der Begriffe Geschwister und Geschwisterbeziehung, bevor dargestellt wird, welchen wissenschaftlichen Stellenwert die Erforschung von Geschwistern und deren Beziehung hat. Anschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung Geschwister für das Leben des Menschen haben, wobei einzelne Aspekte im Hinblick auf die Analysen in Kapitel 2 vertieft werden. Das Wort ‚Geschwister‘ wird erst ab dem 16. Jahrhundert im heute gebräuchlichen Sinne verwendet und war früher auf zwei oder mehrere Schwestern bezogen, im Gegensatz zum Begriff ‚Gebrüder‘, welcher sich folglich auf zwei bzw. mehrere Brüder bezog. Da dieser Begriff zunehmend verdrängt wird, schließt Nave-Herz daraus, dass die Sprache einer gesellschaftlichen Veränderung folgt und „nicht mehr die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Geschwisterbeziehung besonders herausstellen will, sondern deren familiale Nähe und ihre Gleichartigkeit.“
Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas und Darstellung der biographischen sowie literarischen Ausgangslage.
1 Theorie: Theoretische Einbettung in die soziologische und psychologische Geschwisterforschung sowie Auseinandersetzung mit motivgeschichtlichen Grundlagen der Literaturwissenschaft.
1.1 Brüder und Schwestern – eine spezielle Form familiärer Beziehungen: Erläuterung der soziologischen und psychologischen Basisbegriffe der Geschwisterkonstellation.
1.2 Die Geschwisterbeziehung in der (Kinder-)Literatur: Untersuchung der historischen Verwendung von Geschwistermotiven und deren Bedeutung in der Erzählliteratur.
2 Analyse: Praktische Anwendung der erarbeiteten Theorien auf ausgewählte, zentrale Werke von Astrid Lindgren.
2.1 „Und wir spielten und spielten und spielten“: Geschwisterbeziehungen in ausgewählten Werken: Analyse realistischer Erzählungen unter Berücksichtigung der kindlichen Alltagswelt.
2.1.1 Die Kinder aus Bullerbü: Untersuchung der ambivalente Gefühle zwischen Geschwistern im realitätsnahen Kontext.
2.1.2 Madita: Analyse der Beziehung zwischen Schwestern bei unterschiedlicher sozialer Wahrnehmung.
2.1.3 Ich will auch Geschwister haben: Darstellung der kindlichen Bewältigungsstrategien bei der Ankunft eines neuen Geschwisterkindes.
2.1.4 Die Brüder Löwenherz: Analyse der geschwisterlichen Bindung vor dem Hintergrund von Krankheit und Tod.
2.2 Geschwisterlosigkeit als Mangel in Nils Karlsson-Däumling: Untersuchung der Kompensationsmechanismen bei fehlender Geschwisterkonstellation.
2.3 „Ich wünschte, du wärst mein Bruder!“: Wahlgeschwister in Ronja Räubertochter: Analyse der Wahlverwandtschaft als emotionale und soziale Bindung über die Herkunftsfamilie hinaus.
Schluss: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten.
Astrid Lindgren, Geschwisterbeziehung, Kinderliteratur, Motivforschung, Geschwisterkonstellation, Sozialisation, Familie, Realismus, Fantastik, Identitätsentwicklung, Geschwisterwunsch, Geschwisterlosigkeit, Wahlverwandtschaft, Entwicklungspsychologie, Stoffgeschichte.
Die Arbeit untersucht die vielfältigen Darstellungsweisen und Bedeutungen von Geschwisterbeziehungen in ausgewählten Werken der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.
Im Fokus stehen die psychologische Bedeutung von Geschwisterkonstellationen, der Einfluss von familiären Beziehungen auf die kindliche Identitätsbildung sowie die literarische Funktion von Geschwistermotiven.
Ziel ist es, zu analysieren, wie Astrid Lindgren Geschwisterbeziehungen als motivische Elemente einsetzt und welche Erkenntnisse dies über die Bedeutung dieser Bindungen im Gesamtkunstwerk der Autorin zulässt.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die komparatistische Ansätze mit theoretischen Grundlagen der Soziologie und Psychologie verknüpft, um die literarischen Texte interpretativ zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen und einen umfangreichen Analyseteil, in dem sowohl realistische Erzählungen wie "Bullerbü" als auch fantastische Werke wie "Die Brüder Löwenherz" untersucht werden.
Wesentliche Begriffe sind Astrid Lindgren, Geschwisterbeziehung, Identitätsentwicklung, literarische Motivforschung, Geschwisterkonstellation und Wahlverwandtschaft.
In "Die Brüder Löwenherz" wird die geschwisterliche Bindung extrem durch Themen wie Krankheit, Tod und eine fantastische jenseitige Welt überhöht, während sie in realistischen Werken primär den Alltag und die soziale Interaktion der Kinder prägt.
Das Motiv wird insbesondere in "Nils Karlsson-Däumling" behandelt, wo die Abwesenheit eines Geschwisters durch fantastische Freunde oder Tagträume kompensiert wird, um kindliche Einsamkeit zu bewältigen.
Da Ronja und Birk keine leiblichen Geschwister sind, thematisiert der Roman die Wahlverwandtschaft – also die Entscheidung der Kinder, einander als Geschwister anzuerkennen, um sich von den feindlichen Fronten ihrer Elternhäuser zu distanzieren.
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