Diplomarbeit, 2020
55 Seiten
1. Zwangsdigitalisierung während der Coronakrise
1.1 Wie sich unser Leben während der Pandemie digitalisierte
1.2. Psychodrama im Experimentiermodus: Erste Versuche virtueller psychodramatischer Arbeit
1.3. Die Idee für diese Abschlussarbeit
2. Rahmenbedingungen und (technische) Voraussetzungen
2.1. Technische und organisatorische Voraussetzungen
2.2. Gestalten und Halten eines sicheren und geschützten Rahmens
2.2.1 Informationen im Vorfeld
2.2.2. Teilnehmer im virtuellen Raum empfangen und „abholen“
2.2.3. Die „Spielregeln“ kommunizieren
3. Gestaltung des digitalen psychodramatischen Handlungsraum: Von bunten Haftnotizen und Seidentüchern
3.1. Die Bühne
3.1.1. Bühne auf dem Bildschirm in der Galerie
3.1.2. Bühne auf dem Bildschirm außerhalb der Galerie
3.1.3. Bühne im physischen Raum des Protagonisten/der Leitung
3.2. Die Akteure: Protagonist, Hilfs-Ich, Leitung, Gruppe
4. Phasen der psychodramatischen Arbeit und Möglichkeiten der virtuellen Umsetzung
4.1. Die Erwärmungsphase
4.1.1. Raumlauf in der Galerie
4.1.2. Fliegende Gegenstände in der Galerie
4.1.3. Aktionssoziometrie: Step-in Galerie
4.1.4. Aktionssoziometrie: 0 bis 100%
4.2. Die Aktionsphase
4.2.1. Vom Körperausdruck zu Inszenierung
4.2.2. Themenfindung im Gespräch
4.3. Die Integrations- und Abschlussphase
4.3.1. Der Psychodramabrunnen
4.3.2. Feuerwerk im Chat
5. Ein besonderer Anwendungsbereich für Psychodrama
5.1. Virtueller Sprachunterricht mit der PDL (Sprachpsychodramaturgie)
5.1.1. Bescherung in der Galerie
5.1.2. Die Wortwolke
5.1.3. Das Doppeln in der Psychodramaturgie und seine digitale Umsetzung
5.1.3.1. Doppeln auf verbalem Impuls mit Bildhintergrund
5.1.4. Die Gruppendramaturgie und ihre digitale Umsetzung
5.1.4.1. Die Zusammenkunft. Gruppendramaturgie mit Bild als Auslöser
5.2. Zusammenfassung
6. Chancen und Risiken von Psychodrama online
6.1. Von Grenzen und Pannen
6.2. Das geht nur online
6.3. Psychodrama online: Eine Zukunftsprognose
Ziel der Arbeit ist es, die Möglichkeiten und methodischen Anpassungen für die Übertragung von Psychodrama-Formaten in den virtuellen Raum zu untersuchen, um authentische Begegnung und therapeutische bzw. pädagogische Wirksamkeit auch digital zu gewährleisten.
2.2. Gestalten und Halten eines sicheren und geschützten Rahmens
(…) But it´s being there, being with, staying with, and holding this space for something that is wanting to happen. (…) It requires us to pay attention to the physical space, to the digital space, to the social environment. Sahana Chattopadhyay
Die psychodramatische Arbeit ist charakterisiert durch einen Rahmen (sowohl im zeitlichen als auch im räumlichen und organisatorischen Sinn) und Arrangements, in denen die Teilnehmenden agieren und spielerisch und szenisch Erfahrungen machen. Aufgabe der Leitung ist, diesen Rahmen zu gestalten und zu halten, als eine Art Regie des psychodramatischen Geschehens.
Aus Sicht der Gruppendynamik muss eine Gruppe erst ein WIR-Gefühl entwickeln, um arbeitsfähig zu werden. In den ersten Phasen der Gruppenarbeit muss die Leitung daher für die Entstehung eines Klimas von Akzeptanz und Vertrauen sorgen und den Gruppenmitgliedern Orientierung und Sicherheit geben. Während der Arbeit hat sie gleichzeitig die Aufgabe, den sicheren Rahmen zu halten und die Bewegungen der Gruppe zu begleiten. Sie ist verantwortlich für den Gruppenprozess sowie für die beteiligten Personen. Sie aktiviert und fokussiert die Gruppe, erspürt die Themen, entwirft einen „roten Faden“ und wählt die jeweils passenden Techniken und Settings unter Beachtung der Grundprinzipien der psychodramatischen Arbeit aus und leitet sie an.
1. Zwangsdigitalisierung während der Coronakrise: Diese Einleitung beschreibt den durch die Pandemie erzwungenen Wandel zu digitalen Arbeitsformen und die persönliche sowie berufliche Motivation der Autorin, sich mit virtuellen Psychodrama-Formaten auseinanderzusetzen.
2. Rahmenbedingungen und (technische) Voraussetzungen: Hier werden die notwendige technische Ausstattung, Datenschutzaspekte sowie die organisatorische Vorbereitung für eine gelungene digitale Gruppensitzung erläutert.
3. Gestaltung des digitalen psychodramatischen Handlungsraum: Von bunten Haftnotizen und Seidentüchern: Dieses Kapitel widmet sich der virtuellen Gestaltung der Bühne und der Rollenverteilung, unter Berücksichtigung von verschiedenen Software-Tools zur Visualisierung.
4. Phasen der psychodramatischen Arbeit und Möglichkeiten der virtuellen Umsetzung: Detaillierte Anleitung zur Durchführung der Phasen Erwärmung, Aktion und Integration in Online-Settings mit konkreten Übungsbeispielen.
5. Ein besonderer Anwendungsbereich für Psychodrama: Fokus auf die Übertragung der PDL-Methode (Sprachpsychodramaturgie) in den virtuellen Sprachunterricht, inklusive spezifischer Techniken wie dem digitalen Doppeln.
6. Chancen und Risiken von Psychodrama online: Kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen digitaler Formate im Vergleich zum Präsenzunterricht und eine Zukunftsprognose für Psychodrama-online.
Psychodrama online, Digitale Transformation, Sprachpsychodramaturgie, PDL, Virtuelle Bühne, Gruppendynamik, Psychodramatische Leitung, Online-Beratung, Teleprozess, Soziodrama, Videokonferenzen, Zoom, Digitale Intervention, Therapeutischer Rahmen, Kommunikation
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten und Herausforderungen, psychodramatische Methoden und Prinzipien in den digitalen Raum zu übertragen, insbesondere im Kontext von Training, Beratung und Fremdsprachenunterricht.
Die zentralen Themen umfassen die technische und organisatorische Gestaltung von Online-Settings, die Anpassung psychodramatischer Grundelemente wie Bühne und Rollen sowie die Durchführung der klassischen Arbeitsphasen in einer virtuellen Umgebung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie auch online eine authentische psychodramatische Arbeit möglich ist, die den Prinzipien von J.L. Moreno folgt, ohne dabei die Wirkmächtigkeit der Methode zu verlieren.
Die Autorin stützt sich auf eine Kombination aus theoretischen Grundlagen des Psychodramas und der PDL (Sprachpsychodramaturgie) sowie auf ihre eigenen, im "Experimentiermodus" während der Pandemie gewonnenen Erfahrungen und Reflexionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Gestaltung von Handlungsräumen, die praktische Umsetzung der Arbeitsphasen (Erwärmung, Aktion, Integration) und die spezifische Anwendung im virtuellen Sprachunterricht durch die PDL-Methode.
Wichtige Begriffe sind Psychodrama online, PDL (Sprachpsychodramaturgie), digitale Bühnengestaltung, Gruppendynamik im virtuellen Raum und psychodramatische Interventionstechniken.
Sie beschreibt verschiedene Stufen der technischen Visualisierung, von einfachen Galerieansichten bis hin zu komplexen Anwendungen wie Jamboard, betont jedoch, dass die Technik den psychodramatischen Prozess unterstützen und nicht durch Komplexität belasten sollte.
Die PDL dient als spezifischer Anwendungsbereich, in dem die Autorin zeigt, wie durch psychodramatische Haltung und Techniken wie das digitale Doppeln ein lebendiger, schülerzentrierter Sprachunterricht online gestaltet werden kann.
Sie sieht Online-Psychodrama als wertvolle Ergänzung zum Präsenzformat, die auch nach der Pandemie bestehen wird, da sie ortsunabhängige Teilhabe ermöglicht und neue Wege für Spontanität und Kreativität eröffnet.
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