Bachelorarbeit, 2020
32 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Was ist eine adäquate Bezeichnung des Tötens seiner selbst?
3. Die klinische Perspektive
4. Emile Durkheim: Der Selbstmord
5. Der freie Tod als Produkt des freien Willens oder eines gravierenden Pflichtverstoßes
6. Albert Camus - Der Mythos des Sisyphos
7. Vom hohen Ansehen zum Tabu
8. David Hume - On Suicide
9. Kierkegaard - Die Krankheit zum Tode
10. Der Begriff der Pflicht
11. Die Selbsttötung als politisches Instrument
12. Fazit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht die Legitimität der Selbsttötung vor dem Hintergrund des Selbstbestimmungsrechts. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende mit philosophischen, ethischen und klinischen Aspekten vereinbar ist und welche Rolle gesellschaftliche Einflüsse bei der Beurteilung dieses Tabuthemas spielen.
Die klinische Perspektive
Aus psychologischer Perspektive gliedert sich das Spektrum suizidaler Verhaltensweisen in fünf Kategorien: passive Todessehnsucht, suizidaler Affekt und Gedanken, Parasuizid, Suizidversuch, Suizid. Die Übergänge sind fließend. Unter passiver Todessehnsucht wird die geistige Beschäftigung mit dem eigenen Tod ohne eine aktive Planung desselben verstanden. Entsprechend ist der suizidale Affekt beziehungsweise Gedanke die nächste Stufe. Hierunter wird bereits die direkte oder indirekte Beschäftigung mit der Selbsttötung ohne konkrete Planung zu deren Umsetzung begriffen.
Beim Parasuizid liegt eine konkrete Handlung, die ohne Intervention Dritter zur Selbstschädigung führen würde, vor. Der Suizidversuch zielt auf die erfolglose Selbsttötung ab und der Suizid ist dann letztendlich an den Erfolg der Tat gebunden. Psychopathologische Ursachen, die zu diesem Akt der Selbstzerstörung führen sind vielschichtig. Psychische Störungen können bereits im Kindes- und Jugendlichenalter auftreten. Neurochemische Prozesse können unter Umständen als Auslöser von Angststörungen in Betracht kommen. Auch das familiäre Umfeld und der genetische Einfluss können einen psychopathologischen Zustand begünstigen beziehungsweise hervorrufen. Zudem können noch kognitiv-behaviorale Faktoren ins Spiel kommen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Kontroverse um den Suizid und begründet die Relevanz der Untersuchung des freiwilligen Sterbens für die aktuelle Bachelor-Thesis.
2. Was ist eine adäquate Bezeichnung des Tötens seiner selbst?: Dieses Kapitel hinterfragt die gebräuchlichen Begriffe wie „Selbstmord“ oder „Freitod“ auf ihre ethische und fachliche Eignung und plädiert für den neutraleren Begriff der „Selbsttötung“.
3. Die klinische Perspektive: Hier werden suizidale Verhaltensweisen in klinische Kategorien eingeteilt und die vielfältigen psychologischen sowie sozialen Ursachen suizidaler Krisen analysiert.
4. Emile Durkheim: Der Selbstmord: Das Kapitel stellt Durkheims soziologische Differenzierung von Suizidtypen (egoistisch, anomisch, fatalistisch, altruistisch) und deren Abhängigkeit von gesellschaftlicher Integration dar.
5. Der freie Tod als Produkt des freien Willens oder eines gravierenden Pflichtverstoßes: Es wird die philosophische Debatte über die Vereinbarkeit von freiem Willen und Selbsttötung thematisiert.
6. Albert Camus - Der Mythos des Sisyphos: Die Analyse konzentriert sich auf Camus' Verständnis von Absurdität und die Wahlmöglichkeit des Individuums gegenüber der Sinnlosigkeit des Daseins.
7. Vom hohen Ansehen zum Tabu: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der Suizidbewertung von der Antike bis zur Stigmatisierung durch die christliche Doktrin nach.
8. David Hume - On Suicide: Hier wird Humes Gegenposition zur kirchlichen Tabuisierung dargestellt, die das Recht auf Selbstbestimmung über das Leben betont.
9. Kierkegaard - Die Krankheit zum Tode: Das Kapitel erläutert Kierkegaards Konzept der Verzweiflung als geistiges Siechtum und die Unmöglichkeit der Selbsttötung für den Geist.
10. Der Begriff der Pflicht: Es erfolgt eine kritische Betrachtung von Kants „Selbstzweckformel“ und dessen kategorischem Verbot der Selbsttötung im Kontext der heutigen Rechtslage.
11. Die Selbsttötung als politisches Instrument: Die Analyse befasst sich mit Fällen wie Hungerstreiks und Selbstverbrennungen, bei denen die Selbsttötung als politisches Zeichen gegen Unterdrückung eingesetzt wird.
12. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Notwendigkeit, das Recht auf Selbstbestimmung als legitimen Akt zu begreifen.
Selbsttötung, Suizid, Selbstbestimmung, Philosophie, Ethik, Freier Wille, Emile Durkheim, Albert Camus, David Kant, Sterbehilfe, Psychopathologie, Soziologie, Moralität, Freiheit, Tabuthema.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen und ethischen Frage der Legitimität der Selbsttötung im Spannungsfeld zwischen individuellem Selbstbestimmungsrecht und gesellschaftlicher bzw. religiöser Moral.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Suizidethik, soziologische Erklärungsmodelle, klinische Aspekte suizidaler Krisen sowie die politisierte Form der Selbsttötung.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Selbsttötung vor dem Hintergrund der Selbstbestimmung als legitimer Akt angesehen werden kann, auch wenn dies mit traditionellen Moralvorstellungen kollidiert.
Es handelt sich primär um eine philosophisch-soziologische Diskursanalyse, die auf zentralen Werken der Geistesgeschichte sowie psychologischen Grundlagen aufbaut.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Denker (Durkheim, Camus, Hume, Kant, Kierkegaard) und wendet deren Theorien auf die ethische Bewertung von Sterbehilfe und politischem Suizid an.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstbestimmung, Freiheit, Moralität, Absurdität, Pflicht und die soziologische Einordnung des Suizids.
Der Autor argumentiert gegen den stigmatisierenden Begriff „Selbstmord“ und verwendet stattdessen den neutraleren Begriff „Selbsttötung“, um dem Aspekt der freien Entscheidung Raum zu geben.
Die Arbeit untersucht, wie Selbsttötung als „lauten Tod“ zur politischen Instrumentalisierung (z.B. bei Hungerstreiks) genutzt wird, um auf Missstände aufmerksam zu machen.
Ja, der Autor stellt die christlich-kanonische Verurteilung des Suizids als Todsünde der philosophischen Forderung nach Autonomie und Vermeidung von Leid gegenüber.
Der Autor plädiert dafür, dass staatliche Institutionen zivilisierte Wege für Sterbewillige ermöglichen sollten, anstatt die Autonomie des Individuums durch strikte Verbote zu blockieren.
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