Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Wer sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund?
2. Nachteile von Schülern aus Migrantenfamilien gegenüber deutschen Schülern in allgemein bildenden Schulen in Deutschland
3. Erklärungsansätze für die Defizite von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem
3.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung
3.2 Die humankapitaltheoretische Erklärung
3.3 Die Erklärung durch Merkmale der Schule oder Schulklasse
3.3.1 Effekte der Schulform im Schulsystem Deutschlands
3.3.2 Konzentration von Kindern aus Migrantenfamilien in Schulklassen
3.4 Die Erklärung durch die institutionelle Diskriminierung
3.5 Die Bedeutung von Sprachkenntnissen für den Schulerfolg
4. Schulischer Erfolg von Kindern aus zugewanderten Familien unterschiedlicher Herkunft
4.1 Empirische Befunde zum schulischen Erfolg von in Deutschland lebenden Migrantengruppen
4.2 Erklärungsansätze für die Unterschiede im schulischen Erfolg von in Deutschland lebenden Migrantengruppen
5. Implikationen für die Bildungspolitik und die pädagogische Praxis
6. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Ursachen für die im deutschen Schulsystem bestehende Bildungsungleichheit zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Dabei liegt der Fokus auf der systematischen Darstellung theoretischer Erklärungsansätze sowie der Analyse empirischer Forschungsergebnisse zu den Faktoren, die den schulischen Erfolg beeinflussen.
3.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung
Die zentrale These der kulturell-defizitären Erklärung lautet, dass Schüler aus Migrantenfamilien aufgrund der Herkunft ihrer Eltern aus vormodernen Gesellschaften und des weitergehenden kulturellen Erbes Defizite im deutschen Schulsystem aufweisen (Gogolin 2002: 264).
Leenen et al. (1990: 760) argumentieren, dass türkische Eltern eine konservative Haltung zum Lernen und zur Schule einnehmen, bei der das Auswendiglernen und die absolute Autorität der Lehrer als maßgeblich für den Erfolg des Kindes angesehen wird. Diese traditionelle Einstellung zum Wissen sei autoritativ-sachgebunden, im Gegensatz zur modernen, in Deutschland überwiegenden instrumentell-individualistischen Haltung. Deshalb wird bei den Migranteneltern „Skepsis und Misstrauen“ (Leenen et al. 1990: 760) gegenüber der deutschen Schule konstatiert. Für die Kinder ergeben sich daraus zwei Wege: Entweder reproduzieren sie die ablehnende Haltung der Eltern oder sie müssen die Austragung eines Kultur- und Generationskonfliktes bewusst wahrnehmen und eine neue Selbstplatzierung im deutschen Schulsystem einnehmen.
Mit Selbstplatzierung ist gemeint, dass Jugendliche eigene Interessen gegenüber schulischen Instanzen vertreten, sich Berufs- und Bildungsvorstellungen überlegen und Entscheidungen bezüglich der Schulform und -laufbahn treffen. Die Fähigkeit der Selbstplatzierung setzt ein gewisses Ausmaß an individueller Modernisierung, Individualisierung und Akkulturation voraus. Nach Leenen et.al. (1990: 765) findet bei den ‚bildungserfolgreichen‘ Jugendlichen ein Generationskonflikt statt, da sie durch den längeren Aufenthalt im deutschen Schulsystem mit modernen ‚Persönlichkeitsidealen‘ eine neue Grundorientierung entwickeln, die sich von den traditionellen Vorstellungen der Elterngeneration entfernt.
Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Bildungsungleichheit von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen und stellt das Vorgehen zur Untersuchung dieser Problematik vor.
1. Wer sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund?: Dieses Kapitel definiert den für die Arbeit zentralen Begriff und erläutert dessen Bedeutung im Kontext der amtlichen Statistik und Bildungsforschung.
2. Nachteile von Schülern aus Migrantenfamilien gegenüber deutschen Schülern in allgemein bildenden Schulen in Deutschland: Es werden die empirisch belegten Nachteile dieser Schülergruppe im deutschen Bildungssystem systematisch zusammengestellt.
3. Erklärungsansätze für die Defizite von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse verschiedener Ansätze, die von kulturellen Faktoren über humankapitaltheoretische Aspekte bis hin zu institutioneller Diskriminierung reichen.
4. Schulischer Erfolg von Kindern aus zugewanderten Familien unterschiedlicher Herkunft: Hier werden die spezifischen Erfolgsunterschiede zwischen verschiedenen Migrantengruppen und deren Ursachen in der Forschung beleuchtet.
5. Implikationen für die Bildungspolitik und die pädagogische Praxis: Die Arbeit diskutiert, welche bildungspolitischen und pädagogischen Konsequenzen aus den erörterten Erklärungsansätzen gezogen werden können.
6. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen und benennt weiteren Forschungsbedarf.
Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Schulleistung, Bildungsforschung, Kulturelle Defizite, Humankapital, Institutionelle Diskriminierung, Schulform, Akkulturation, Sprachkenntnisse, Migrantenfamilien, Bildungspolitik, Bildungsbenachteiligung, Schulerfolg, Interkulturelle Pädagogik
Die Arbeit befasst sich mit der Bildungsungleichheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und analysiert die Ursachen für die teils deutlich schlechteren schulischen Leistungen dieser Gruppe.
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsbestimmung des Migrationshintergrunds, der Vergleich der Schulleistungen zwischen Kindern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte sowie die Auseinandersetzung mit theoretischen Erklärungsmodellen für Bildungsbenachteiligung.
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben und die verschiedenen Ansätze – von individuellen Merkmalen bis hin zu systemischen Faktoren – systematisch darzustellen.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der vorhandenen Fachliteratur und empirischen Studien, um die Ursachen der Bildungsungleichheit zu strukturieren und zu diskutieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse kultureller Erklärungsansätze, humankapitaltheoretischer Argumente, den Einfluss der Schulorganisation und das Thema der institutionellen Diskriminierung.
Wichtige Begriffe sind Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Schulleistung, institutionelle Diskriminierung und Bildungsbenachteiligung.
Sie führt Bildungsunterschiede auf das kulturelle Erbe und vermeintlich konservative Einstellungen der Migranteneltern zurück, die in Konflikt mit den Anforderungen des deutschen Schulsystems stehen könnten.
Dieser Ansatz untersucht, ob Organisationsstrukturen, Auswahlverfahren und Erwartungen der Institution Schule selbst zur Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund beitragen, unabhängig von deren individuellen Fähigkeiten.
Die Arbeit diskutiert, dass die frühe Selektion im dreigliedrigen Schulsystem Nachteile für Migrantenkinder verschärfen kann und untersucht, ob integrierte Gesamtschulen hier bessere Voraussetzungen bieten.
Nein, die Arbeit zeigt auf, dass Sprachkenntnisse zwar sehr wichtig sind, aber keinesfalls die alleinige Erklärung für die Bildungsunterschiede darstellen; auch soziale und institutionelle Faktoren sind maßgeblich.
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