Bachelorarbeit, 2020
32 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Aufbau des tetrarchischen Systems
2.1 Die Herrschaftslegitimation der Tetrarchen
2.2 Die Integration Konstantins in die dritte Tetrarchie
3. Konstantins Bündnis mit Maximian im Jahr 307
3.1 Die Aussagekraft der Annahme von Maximians Bündnisangebot über Konstantins Zugehörigkeit zur Tetrarchie
3.2 Der legitimatorische Vorteil Konstantins aus der Verbindung mit dem ehemaligen Tetrarchen Maximian
3.3 Der Verrat Maximians und das Ende von Konstantins tetrarchischer Herrschaftslegitimation
4. Konstantins Berufung auf das blutsdynastische Prinzip seit dem Jahr 307
4.1 Die Betonung der kaiserlichen Stellung von Konstantins Vater Constantius I.
4.2 Die Kaiserkonferenz von Carnuntum im Jahr 308
4.3 Die Ausweitung der dynastischen Herrschaftslegitimation: Konstantins fiktive Abstammung vom römischen Kaiser Claudius Gothicus
5. Ausblick: Konstantins weiteres Vorgehen zur dynastischen Legitimation seiner Herrschaft nach 312
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Legitimationswandel Konstantins des Großen zwischen 306 und 312, um zu beantworten, ob der Kaiser innerhalb oder außerhalb des tetrarchischen Systems agierte. Dabei wird analysiert, wie Konstantin von einer zunächst angestrebten Integration in die Tetrarchie zu einer eigenständigen dynastischen Herrschaftslegitimation überging.
3.1 Die Aussagekraft der Annahme von Maximians Bündnisangebot über Konstantins Zugehörigkeit zur Tetrarchie
Maximians Gründe für das Bündnis mit Konstantin sind leicht nachvollziehbar: Der ehemalige Augustus, der nach übereinstimmenden Berichten der antiken Quellen unfreiwillig und nur auf Druck Diokletians sein Herrscheramt niederlegte, wollte zumindest seine vorherige Stellung als Augustus wiedererlangen – wobei durchaus angenommen werden kann, dass er nach dem Titel des senior Augustus strebte, da er im Vergleich zu Galerius der rangältere Kaiser war. Dass Maximian wirklich ein ernsthaftes Interesse daran hatte, bei den Verhandlungen mit Konstantin die Interessen seines Sohnes Maxentius durchzusetzen, darf zumindest bezweifelt werden – vor allem in Anbetracht des Zerwürfnisses mit seinem Sohn kurz nach seiner Rückkehr aus Gallien. Wahrscheinlicher ist, dass es ihm bloß um die Stärkung seiner eigenen Stellung ging.
Konstantins Verhalten rund um das Bündnis mit Maximian lässt ebenfalls einige Rückschlüsse über seine Identifikation mit der tetrarchischen Ordnung zu. Als loyales Mitglied der Tetrarchie hätte er Maximian eigentlich gar nicht erst empfangen dürfen; immerhin hatte der ehemalige Augustus nicht bloß seinen Sohn Maxentius im Rahmen seiner Usurpation unterstützt, sondern auch maßgeblich dazu beigetragen, dass der Tetrarch Severus besiegt und in der Folge ermordet wurde. Allein die Tatsache, dass Konstantin Maximian überhaupt empfing, war im Grunde Hochverrat an der Tetrarchie und den anderen Tetrarchen. Warum also riskierte Konstantin seine erst vor kurzem durch Galerius anerkannte Stellung innerhalb der Tetrarchie, um Maximian zu empfangen, dessen Handeln sich eindeutig gegen die Tetrarchie richtete? Plausibel ist die These Schmitts, nach der Konstantin es bewusst auf diese Provokation ankommen ließ, um Galerius Zugeständnisse hinsichtlich seiner künftigen Stellung innerhalb der Tetrarchie abzuringen.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Ausgangslage Konstantins nach 306 und führt in die Fragestellung seiner Legitimationsstrategie zwischen Tetrarchie und Dynastie ein.
2. Der Aufbau des tetrarchischen Systems: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der Diokletianischen Tetrarchie und die sakrale Begründung der kaiserlichen Macht.
3. Konstantins Bündnis mit Maximian im Jahr 307: Das Kapitel analysiert Konstantins Bündnis mit Maximian als Mittel zum Erhalt des Augustustitels und zur Abgrenzung gegenüber Galerius.
4. Konstantins Berufung auf das blutsdynastische Prinzip seit dem Jahr 307: Es wird dargelegt, wie Konstantin seine Macht durch die Betonung seiner Abstammung von Constantius I. und Claudius Gothicus dynastisch festigte.
5. Ausblick: Konstantins weiteres Vorgehen zur dynastischen Legitimation seiner Herrschaft nach 312: Der Ausblick zeigt die dauerhafte Etablierung des dynastischen Prinzips nach dem endgültigen Bruch mit der Tetrarchie auf.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Konstantin die Tetrarchie nur instrumentell nutzte und das dynastische Prinzip als langfristige, überlegene Legitimationsgrundlage etablierte.
Konstantin der Große, Tetrarchie, Herrschaftslegitimation, blutsdynastisches Prinzip, Maximian, Constantius I., Augustus, Caesar, Claudius Gothicus, Panegyrici Latini, Usurpation, Dynastie, Kaiserideologie, Spätantike.
Die Arbeit analysiert die Strategien Konstantins des Großen, seine Herrschaft zwischen 306 und 312 zu legitimieren, während er sich im Spannungsfeld zwischen dem diokletianischen System der Tetrarchie und dem blutsdynastischen Prinzip befand.
Zentral sind die ideologischen Grundlagen der Tetrarchie, das machtpolitische Verhalten Konstantins in seinen frühen Herrschaftsjahren sowie die gezielte Nutzung von Propaganda in Panegyriken und auf Münzprägungen.
Die Arbeit stellt die Frage: „Ein Kaiser innerhalb oder außerhalb der Tetrarchie?“ und untersucht, wie Konstantin seine Stellung in diesem System aktiv definierte oder untergrub.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär literarische Quellen (insbesondere Panegyrici) und numismatische Zeugnisse im Kontext der althistorischen Forschung interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des tetrarchischen Systems, das taktische Bündnis mit Maximian im Jahr 307 sowie die ideologische Ausweitung der dynastischen Legitimation durch Berufung auf Vorfahren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Herrschaftslegitimation, Tetrarchie, blutsdynastisches Prinzip, kaiserliche Selbstdarstellung und Konstantin I. geprägt.
Sie markiert einen Wendepunkt, da Konstantin dort erneut zum Caesar degradiert wurde, was ihn in seiner Entscheidung bestärkte, die tetrarchische Ordnung langfristig zu verlassen.
Durch die Konstruktion dieser Genealogie konnte Konstantin sich als geborener Herrscher präsentieren, dessen Legitimation weit vor der tetrarchischen Ära durch göttliche Vorsehung feststand.
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