Bachelorarbeit, 2020
35 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Framing in der Linguistik – Definition
2.1 Politische Sprache als Handlung
2.2 Das Denken in Metaphern
3 Öffentlich-rechtliche Polit-Talkshows
4 Polit-Talkshows und deren Rahmensetzung
4.1 Linguistische Framing-Analyse ausgewählter Sendungstitel
4.1.1 Thema – Islam
4.1.2 Thema – Zuwanderung nach Deutschland
4.1.3 Thema - Klimadebatte
5 „Agenda-Setting bei ARD und ZDF?“ – Studie
5.1 Aufbau und Vorgehensweise
5.2 Ergebnisse der Studie
6 Framing-Effekte: Information versus Manipulation
7 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wechselspiel von Sprache, Politik und Kognition im Kontext öffentlich-rechtlicher Polit-Talkshows in Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, wie durch den gezielten Einsatz der Framing-Theorie politische Debatten strategisch geformt, Themen priorisiert (Agenda-Setting) und die Wahrnehmung der Rezipienten beeinflusst werden kann.
2 Framing in der Linguistik – Definition
„By the word ‘frame’ I have in mind any system of concepts related in such a way that to understand any of them you have to understand the whole structure in which its fits. [...] The framing words in a text reveal the multiple ways in which the speaker or author schematizes the situation and induce the hearer to construct that envisionment of the text world.“ (Fillmore 1982, S. 111).
Das angeführte Zitat von Charles Fillmore stellt Frames als einen verständniskonstruierenden Deutungsrahmen dar. Hierbei löst dieser beim Empfänger nicht nur ein Konzept aus, sondern mehrere, die die Gesamtheit der Semantik eines Wortes darstellen. Die soziale Wirklichkeit und Erfahrung Menschen ist hierbei besonders von Bedeutung, da das bereits angeeignete Weltwissen durch alltäglich erfahrbare angereichert wird und dadurch Deutungsmuster im Gehirn abgespeichert werden. Die Framing-Forschung lässt sich nicht einer wissenschaftlichen Disziplin zuordnen. Sie ist in Kommunikations- und Sprachwissenschaft, aber auch in der Soziologie bekannt. Aufgrund dessen ist eine eindeutige Definition nicht möglich. Der Fokus der vorliegenden Bachelorarbeit liegt in der Framing-Forschung der Sprachwissenschaft. Begründer des Begriffs und der Framing-Theorie ist Charles Fillmore. Dessen Konzept der semantischen Netzwerkstruktur wurde von George Lakoff für die kognitive Linguistik ausgebaut. Hierfür forschte Letzterer gemeinsam mit der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling am Berkeley International Framing Institute.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Untersuchung von Sprache in politischen Talkshows und definiert das Ziel, den Prozess der Informations- und Meinungssteuerung durch Framing zu beleuchten.
2 Framing in der Linguistik – Definition: Dieses Kapitel führt theoretische Grundlagen ein, insbesondere das Konzept der Frames als Deutungsrahmen und die Rolle der kognitiven Linguistik bei der Verarbeitung von Informationen.
3 Öffentlich-rechtliche Polit-Talkshows: Hier wird die historische und aktuelle Rolle der Polit-Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sowie deren Auftrag zur ausgewogenen Berichterstattung analysiert.
4 Polit-Talkshows und deren Rahmensetzung: Dieses zentrale Kapitel untersucht, wie durch gezielte Themenauswahl und sprachliche Rahmung (Framing) die öffentliche Debatte zu Themen wie Islam, Zuwanderung und Klima beeinflusst wird.
5 „Agenda-Setting bei ARD und ZDF?“ – Studie: Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Agenda-Setting-Theorie im Kontext einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung, die untersucht, welche Themen von den Redaktionen priorisiert wurden.
6 Framing-Effekte: Information versus Manipulation: Dieses Kapitel reflektiert kritisch, inwieweit die mediale Inszenierung als Information oder manipulative Steuerung eingestuft werden kann und welche Rolle dies für das demokratische Verständnis spielt.
7 Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflexiven, pluralistischen Berichterstattung, um der Gefahr einer einseitigen Meinungsbildung entgegenzuwirken.
Framing-Theorie, Polit-Talkshows, Agenda-Setting, Kognitive Linguistik, Politische Kommunikation, Medienmanipulation, Diskursanalyse, Metapherntheorie, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Meinungsbildung, Deutungsrahmen, Politische Inszenierung, Informationssteuerung, Demokratischer Diskurs, Zuwanderung.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Sprache und Politik in öffentlich-rechtlichen Talkshows und analysiert, wie diese Formate durch den gezielten Einsatz von Frames das Denken und die Wahrnehmung des Publikums beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Framing-Theorie, der politischen Kommunikation, dem Agenda-Setting durch Fernsehredaktionen sowie der sprachlichen Konstruktion von Wirklichkeit zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen.
Die Arbeit zielt darauf ab, aufzudecken, ob und wie durch sprachliche Strategien in Talkshows eine Informations- oder Meinungsverschiebung stattfindet und inwieweit dies den gesellschaftlichen Diskurs prägt.
Es wird eine linguistische Framing-Analyse angewandt, ergänzt durch die Auswertung einer qualitativen Studie der Otto-Brenner-Stiftung sowie fachspezifische Literatur zur kognitiven Linguistik.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zum Framing dargelegt, der Auftrag öffentlich-rechtlicher Medien kritisch betrachtet und anhand konkreter Sendungstitel analysiert, wie Themen wie Islam, Migration und Klima gerahmt werden.
Zentrale Begriffe sind Framing-Theorie, Politische Kommunikation, Agenda-Setting, Medienmanipulation, Deutungsrahmen und Polit-Talkshows.
Die befragten Redaktionsleiter sehen sich oft nicht primär als bewusste „Agenda-Setter“, sondern argumentieren mit journalistischer Ausgewogenheit, auch wenn die sprachliche Rahmung in der Analyse oft deutende oder suggestive Züge aufweist.
Die Theorie dient dazu, zu erklären, dass Sprache unser Denken strukturiert. Metaphern werden als Werkzeuge genutzt, um komplexe politische Themen auf ein für das Gehirn greifbares Niveau zu bringen, wobei dies ideologisch selektiv erfolgen kann.
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