Bachelorarbeit, 2019
43 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Grundlagen der Geldtheorie
2.1 Geldfunktionen
2.2 Geldvarianten
2.3 Umsetzungsmodell: Schweden
3. Chancen einer Bargeldabschaffung
3.1 Bekämpfung der Schattenwirtschaft
3.2 Effizienz der Geldpolitik
3.2.1 Schwundgeld
3.2.2 Flexibler Wechselkurs zwischen Bargeld und Buchgeld
3.2.3 Vergleich der Instrumente
3.3 Stabilität des Finanz- und Bankensektors
4. Risiken einer Bargeldabschaffung
4.1 Effizienz des Bargeldes
4.2 Anonymität des Bargeldes
4.3 Verletzung der Konsumentensouveränität
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die potenziellen Folgen einer vollständigen Abschaffung des Bargeldes in der Eurozone für Deutschland und stellt dabei Chancen und Risiken gegenüber, um die Auswirkungen auf die Wirtschaftsordnung und das Konsumentenverhalten zu analysieren.
3.1 Bekämpfung der Schattenwirtschaft
Eines der Hauptargumente, welches von Befürwortern einer Bargeldabschaffung zumeist verwendet wird, ist, dass Bargeld, vor allem Noten mit hoher Denomination, schattenwirtschaftliche Aktivitäten erleichtern (Bofinger 2015). Die Begründung, anhand welcher die EZB am 4. Mai 2016 die Ausgabe von 500-Euro-Noten zu beenden beschlossen hat, lautete wie folgt:
„Damit hat der EZB-Rat Bedenken Rechnung getragen, dass diese Banknote illegalen Aktivitäten Vorschub leisten könnte” (EZB 2016). Folglich würde eine Abschaffung mehr Transparenz ermöglichen und dem Staat mehr Steuereinnahmen verschaffen.
Der Begriff „Schattenwirtschaft“ bezeichnet hierbei im Sinne Schneiders und Bookmanns (2018, S.4f) alle ökonomischen Aktivitäten, die zwar zur Wertschöpfung beitragen, allerdings nicht staatlich erfasst werden. Somit beinhaltet sind neben legalen, lediglich nicht dokumentierten Tätigkeiten, auch illegale Tätigkeiten gewinnorientierter Kriminalität. Anhand dieser Definition lässt sich bereits die Schwierigkeit einer akkuraten Schätzung des Gesamtvolumens ablesen, da es im Wesenskern genannter Aktivitäten liegt, dass diese nicht aufgedeckt werden sollen. In ihren Berechnungen schätzen Schneider und Bookmann die Größe der deutschen Schattenwirtschaft, Stand 2018, auf 9,5% des gesamten Bruttoinlandproduktes, mit sinkender Tendenz in den letzten Jahren. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 11,2% (Schneider, Bookmann 2018, S.24).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um die Bargeldabschaffung im Euroraum, motiviert durch bargeldkritische Stimmen und geldpolitische Überlegungen.
2. Grundlagen der Geldtheorie: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Funktionen des Geldes sowie eine Klassifikation der Geldvarianten und beleuchtet das schwedische Umsetzungsmodell.
3. Chancen einer Bargeldabschaffung: Es werden potenzielle Vorteile wie die Eindämmung der Schattenwirtschaft, eine effizientere Geldpolitik unter der Nullzinsgrenze und die Stabilität des Finanzsektors diskutiert.
4. Risiken einer Bargeldabschaffung: Das Kapitel analysiert die Nachteile, insbesondere die Ineffizienz für Kleinstbeträge, den Verlust der Anonymität und die Verletzung der Konsumentensouveränität.
5. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt, wobei die Chancen kritisch bewertet und die Bedeutung des Bargeldes als Freiheitsgarant hervorgehoben wird.
Bargeld, Bargeldabschaffung, Schattenwirtschaft, Geldpolitik, Negativzinsen, Konsumentensouveränität, Finanzstabilität, Zentralbankgeld, CBDC, Anonymität, Datensicherheit, E-Krona, Eurozone, Zahlungsverkehr, Digitalisierung
Die Arbeit analysiert die möglichen Folgen einer vollständigen Abschaffung des Bargeldes in Deutschland und der Eurozone unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken.
Zentral sind die Auswirkungen auf die Schattenwirtschaft, die Wirksamkeit der Geldpolitik (insbesondere bei Negativzinsen), die Stabilität des Finanzsektors sowie grundrechtliche Aspekte der Privatsphäre.
Das Ziel ist es, eine differenzierte Analyse der Auswirkungen eines solchen Eingriffs zu liefern, um zu prüfen, ob die Vorteile eine Abschaffung rechtfertigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Statistiken sowie ökonomischen Modellen verschiedener Experten und Institutionen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Chancen (Schattenwirtschaftsbekämpfung, Geldpolitik, Finanzstabilität) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Risiken (Effizienz, Anonymität, Grundrechte).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bargeldabschaffung, Geldpolitik, Schattenwirtschaft, Konsumentensouveränität und digitale Zentralbankwährung (CBDC) geprägt.
Das Schweden-Modell dient als praktisches Beispiel für einen bereits weit fortgeschrittenen Übergang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr, verdeutlicht jedoch auch die damit verbundenen Herausforderungen.
Der Autor argumentiert, dass Bargeld als einziges Zahlungsmittel Anonymität garantiert und damit das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung schützt, was bei elektronischen Systemen gefährdet ist.
Befürworter argumentieren, dass ohne Bargeld Negativzinsen einfacher durchsetzbar wären, um die Nullzinsgrenze zu überwinden und die Konjunktur zu steuern.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Wahl des Zahlungsmittels dem Markt bzw. dem Bürger überlassen bleiben sollte, da eine staatlich forcierte Bargeldabschaffung eine Einschränkung bürgerlicher Freiheiten darstellt.
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