Magisterarbeit, 1999
137 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Aufbau und Ziel der Arbeit
1.2 Gebietsabgrenzung
1.3 Merkmale lebender Schlangen
1.3.1 Ursprung, Evolution und Verbreitung
1.3.2 Die zwei großen Schlangengruppen und ihre Besonderheiten
2 Schlangendarstellungen
2.1 Materialgruppe 1: Keramik
2.1.1 Gemalte Schlangen
2.1.2 Schlangenappliken
2.1.3 Deutung
2.2 Materialgruppe 2: Stempelsiegel und Tabloide
2.2.1 Seltene Darstellungstypen
2.2.2 Schlange und ziegenkopfige Gestalt im Iran
2.2.3 Schlange und Capride
2.2.4 Verschlungene Schlange
2.2.5 Deutung
2.3 Materialgruppe 3: Rollsiegel
2.3.1 Seltene Darstellungstypen
2.3.2 Schlange und menschliche Gestalt in Mesopotamien
2.3.3 Verschlungene Schlange
2.3.4 Einfache Schlange in Szenen
2.3.5 Schlange in diversen Zusammenhängen
2.3.6 Bootgott
2.3.7 Gott mit Schlangenunterkörper
2.3.8 Gott auf dem Schlangenthron
2.3.9 Thematisch relevante Siegel ohne Schlange
2.4 Materialgruppe 4: Rundplastik
2.4.1 Mesopotamien
2.4.2 Iran
2.4.3 Deutung
2.5 Materialgruppe 5: Relief
2.5.1 “Schlangenbändiger”
2.5.2 Verschlungene Schlange und Schlangendrache
2.5.3 Gott auf Schlangenthron
2.5.4 Schlange auf Kudurrus
2.6 Kultbauten mit Schlangenzier?
3 Textquellen
3.1 Chtonische Schlangengötter
3.1.1 Ereškigal
3.1.2 Ninazu
3.1.3 Tišpak
3.1.4 Ningizzida
3.1.5 Ninmada
3.1.6 Bootgott
3.1.7 Ištaran
3.1.8 Inšušinak
3.1.9 Zeit der großen Reiche
3.1.10 Zusammenfassung
3.2 Schöpfungsmythen und Epen
3.2.1 Dilmun-Mythos
3.2.2 Enki und die Weltordnung
3.2.3 Atramhasis-Mythos
3.3 Rituale und Träume
3.3.1 Ritualanfang
3.3.2 Etana-Mythos als Initiationsritus
3.3.3 Träume und ihre Bedeutung
3.3.4 Schlangenbeschwörung
4 Schlangenkulte
4.1 Schlange als Schöpferwesen
4.2 Schlangen, Naturphänomene und Regenzeremonien
4.3 Initiationsriten
4.4 Schlange als Ahnenwesen
4.5 Schlange und Macht
5 Ergebnisse
5.1 Ausgangspunkt
5.2 Ergebnisse der Textanalyse
5.2.1 Urelemente Wasser und Erde
5.2.2 Vom Chaos zur Zivilisation
5.2.3 Zyklischer Ablauf des Jahres
5.3 Archäologische Ergebnisse
5.3.1 Kult
5.3.2 Symbolik von Keramik und Stempelsiegeln
5.3.3 Rollsiegel: Rituelle, symbolische und mythologische Bedeutung
5.3.4 Rundbild und Relief
5.4 Modelle
5.4.1 Die drei Ebenen der Schöpfung
5.4.2 Transformation zum Jahreszeitenwechsel
5.4.3 Darstellung der Schlangengötter
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die archäologischen und mythologischen Schlangendarstellungen in Mesopotamien und Iran vom 8. bis zum 2. Jahrtausend v. Chr. systematisch zusammenzutragen, zu interpretieren und ihre Rolle in der religiösen Vorstellungswelt der Hochkulturen zu verorten.
Merkmale lebender Schlangen
Schlangen gehören zur Klasse der Reptilien, so dass ihre Wurzeln in deren geschichtlicher Entwicklung zu suchen sind, die gegen Ende des Paläozoikums, also vor rund 340 Millionen Jahren beginnt. Anders als die Dinosaurier, Flugsaurier und die Schwanenhalsechsen stirbt die Ur-Schlange im Mesozoikum nicht aus. Es gelingt ihr in den folgenden Jahrmillionen nicht nur sich zu behaupten, sondern sie entwickelt sich mit ihren 2600 Arten zu einer der evolutionsgeschichtlich erfolgreichsten Gruppen. Hinweise auf die Abstammung der Schlangen von echsenähnlichen Reptilien geben heutzutage noch die Beinreste von Riesenschlangen in Form von winzigen Sporen an der Schwanzbasis. In diesem Zusammenhang werden oft Warane als ihre nächsten Verwandten zitiert.
Zur Frage, wie aus den Echsen in der Evolutionsgeschichte Schlangen wurden, gibt es drei Theorien: Die erste Theorie geht davon aus, dass die Vorfahren der Schlange Landtiere waren. Andere sehen ihren Ursprung im Wasser. Es bleibt jedoch das Problem, dass beide Lebensweisen nicht zur maßgeblichen Reduzierung der Gliedmaßen geführt haben können. Eine dritte Theorie sieht deshalb den Ursprung der Schlangen in Tieren mit grabender Lebensweise, was sich auf die Gemeinsamkeit der Grabtätigkeit primitiver Schlangen und Grabechsen stützt. Die Vorfahren der Schlange waren demnach halb Wasser- und halb Grabtiere und lebten, wie noch heute die Doppelschleichen, im Schlamm.
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die geographische Abgrenzung und liefert einen grundlegenden Überblick über die biologischen Besonderheiten und die Evolution lebender Schlangen.
Schlangendarstellungen: Hier werden die verschiedenen Funde systematisch nach Materialgruppen (Keramik, Stempelsiegel, Rollsiegel, Rundplastik, Relief) unterteilt und erste Deutungsansätze zur Rolle der Schlange erarbeitet.
Textquellen: Die Analyse schriftlicher Quellen und Mythen gibt Einblick in die Schlangengötter-Genealogie, rituelle Praktiken und die Rolle der Schlange in der Kosmologie und bei den Schöpfungsmythen.
Schlangenkulte: Dieses Kapitel erweitert die Untersuchung durch ethnologische Vergleichsbeispiele, um die Universalität der Schlangensymbolik und deren Bezug zu Fruchtbarkeit, Macht und Regenzeremonien zu belegen.
Ergebnisse: Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengeführt, um die dualistische Natur des Weltbildes – basierend auf den Elementen Wasser und Erde – in Form von Modellen zu visualisieren.
Schlangendarstellungen, Mesopotamien, Iran, Archäologie, Schlangengötter, Enki, Schöpfungsmythos, Kultgefäße, Rollsiegel, Jahreszyklus, Wasser, Erde, Fruchtbarkeit, Regenzeremonien, Kosmologie.
Die Arbeit untersucht archäologische und textliche Zeugnisse von Schlangen im alten Vorderen Orient, um deren Bedeutung im religiösen und mythologischen Kontext zu verstehen.
Zentrale Themen sind die Entwicklung von Schlangenbildern in verschiedenen Materialien, die Einordnung von Schlangengöttern in die Göttergenealogie und der Bezug zu Naturphänomenen wie dem Jahreszyklus.
Das Ziel ist es, die Entwicklung vorgeschichtlicher religiöser Vorstellungen von Schlangen bis in die Zeit der Hochkulturen nachzuzeichnen und so ein besseres Verständnis des alten Weltbildes zu gewinnen.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre archäologische und textanalytische Untersuchung, die durch ethnologische Vergleiche ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Katalogisierung und Analyse der materiellen Hinterlassenschaften und eine tiefgehende Exegese schriftlicher Quellen zu Mythen und Ritualen.
Die wichtigsten Begriffe sind Schlangendarstellungen, Mesopotamien, Iran, Schlangengötter, Enki, Fruchtbarkeit und Jahreszyklus.
Die Ziege fungiert oft als Symboltier der Erdmutter und steht in einer komplementären Beziehung zur Schlange, die das Wasserelement repräsentiert.
Er symbolisiert den zyklischen Kampf zwischen Trockenheit und Regenzeit, der rituell durch die Interaktion von Schlangengöttern und Erdgöttinnen dargestellt wird.
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