Bachelorarbeit, 2020
58 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Was genau ist eine Behinderung?
2.2 Diskriminierung
2.3 Rechtliche Aspekte
2.4 Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen
2.4.1 Gründe für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung
2.4.2 Feldexperimente und Hypothesenformulierung
3. Methodik
3.1 Stichprobe
3.2 Rechtliche und ethische Aspekte des Experiments
3.3 Experimentelle Manipulation
3.4 Durchführung des Feldexperiments
3.5 Datenanalyse
4. Ergebnisse
4.1 Prüfung der Voraussetzungen
4.2 Hypothesentestung
5. Diskussion
5.1 Das Vorhandensein einer Behinderung
5.1.1 Erhalt einer positiven Antwort
5.1.2 Erhalt einer direkten Zusage
5.2 Die Schwere der Behinderung
5.3 Limitationen und Empfehlungen für zukünftige Studien
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern das Vorhandensein und der Schweregrad einer Behinderung (Epilepsie) die Einstellungschancen bei Bewerbungen um ein Schülerpraktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt in Deutschland beeinflussen. Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, ob durch eine behindertenspezifische Personalpolitik eine Ungleichbehandlung vorliegt.
2.4.1 Gründe für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung
Um Diskriminierung gegenüber behinderten Menschen verstehen zu können, ist es notwendig, sich zunächst den sozialpsychologischen Erklärungsansätzen für diskriminierendes Verhalten und den Gründen für Diskriminierung gegenüber MmB zu widmen.
Der Prozess der Stigmatisierung ist die Voraussetzung für das Auftreten von Diskriminierung. Link & Pelhan (2001, zitiert nach Amering & Schmolke 2007) sehen den Ursprung des Prozesses darin, dass ein Unterschied zwischen zwei Personen oder Gruppen festgestellt wird. Auf dieser Grundlage wird ein Urteil gegenüber dem anderen Stimulus gebildet (bspw. behinderter Mensch). Soweit beschreibt dies den vollkommen gewöhnlichen Vorgang der Kategorisierung, den Menschen täglich nutzen, um Informationen vereinfacht zu verarbeiten. Der Stigmatisierungseffekt tritt erst auf, nachdem „ein Zusammenhang mit in der Gesellschaft bestehenden negativen Stereotypien“ (Amering & Schmolke, S.227) festgestellt wird. Im Falle von Menschen mit Behinderung sind diese negativen Stereotypien unter anderem Hilflosigkeit, Depressivität (Fichten & Amsel, 1986) sowie geringere Produktivität und Qualifikation (Shamshiri-Petersen & Krogh, 2020). Die Folge ist, dass soziale Distanz gesucht wird, aus der dann eine Diskriminierung folgt.
Van Alphen et al. (2011) befragten 426 niederländische Probanden, inwiefern sie sich durch Nachbarn mit Behinderung bedroht fühlen würden. Hierzu manipulierten sie in einem 2x2 Design die Schwere der Behinderung und die Größe der Nachbarsgruppe mit Behinderung. Die Schwere der Behinderung wurde über die Ausprägungen mildere Intelligenzbehinderung und schwere Intelligenzbehinderung variiert. Ihre Ergebnisse zeigten, dass die Probanden Menschen mit schwerer Behinderung als verletzlicher und unvorhersehbarer einstuften als Menschen mit geringerer Behinderung. Die Schwere der Behinderung scheint demnach einen Einfluss auf die Wahrnehmung von MmB und damit auch die negativen Vorurteile und Stigmata gegenüber jenen zu haben.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die mangelnde Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt und definiert die Forschungsfrage, ob eine behindertenspezifische Diskriminierung im Bewerbungsprozess nachweisbar ist.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Konstrukte von Behinderung und Diskriminierung, den rechtlichen Rahmen sowie sozialpsychologische Erklärungsmodelle wie Stigmatisierung und Kontakthypothese.
3. Methodik: Hier wird der Aufbau des Feldexperiments (Korrespondenztest) beschrieben, inklusive der Stichprobenauswahl in der Region Ostwestfalen-Lippe, der experimentellen Manipulation und der Datenerhebung.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung des Antwortverhaltens der Unternehmen, wobei signifikante Unterschiede in den Erfolgsquoten zwischen behinderten und nicht behinderten Bewerbern aufgezeigt werden.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den Kontext bestehender Forschung gesetzt; zudem werden die methodischen Limitationen der Studie kritisch beleuchtet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, dass Menschen mit Behinderung bei der Bewerbung auf ein Praktikum deutlich schlechtere Chancen auf eine positive Rückmeldung haben.
Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Menschen mit Behinderung, Korrespondenztest, Feldexperiment, Epilepsie, Inklusion, Stigmatisierung, Grad der Behinderung, Bewerbungsprozess, Schülerpraktikum, Sozialpsychologie, Chancengleichheit, Arbeitswelt, Teilhabe
Die Arbeit untersucht, ob Menschen mit Behinderungen im Bewerbungsprozess um ein Praktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgrund ihrer Behinderung benachteiligt werden.
Die zentralen Themen umfassen die Diskriminierung am Arbeitsmarkt, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die psychologischen Mechanismen der Stigmatisierung.
Die Kernfrage ist, ob das Vorhandensein und der Schweregrad einer Behinderung (Epilepsie) die Einstellungschancen bei ansonsten gleichen Qualifikationsmerkmalen negativ beeinflussen.
Der Autor führt ein Feldexperiment in Form eines Korrespondenztests durch, bei dem fiktive, identische Bewerbungen mit unterschiedlichen Graden der Behinderung an 181 Unternehmen versendet wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit dem theoretischen Hintergrund, der methodischen Durchführung des Feldexperiments sowie der detaillierten statistischen Auswertung und anschließenden Diskussion der gewonnenen Daten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Diskriminierung, Inklusion, Korrespondenztest, Grad der Behinderung (GdB) und der erste Arbeitsmarkt.
Epilepsie wurde gewählt, da sie in verschiedenen Schweregraden auftreten kann und im Vergleich zu sichtbaren Behinderungen spezifische Vorurteile und soziale Distanz am Arbeitsplatz hervorruft.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Diskriminierung primär durch das Vorhandensein einer Behinderung an sich entsteht, während der direkte statistische Einfluss des Schweregrades (GdB) aufgrund begrenzter Fallzahlen nicht eindeutig signifikant nachweisbar war.
Besonders überraschend war, dass die Diskriminierung beim Erhalt einer „direkten Zusage“ deutlich stärker ausgeprägt ist als beim reinen Erhalt einer „positiven Antwort“.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

