Bachelorarbeit, 2018
51 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Alltagssprachlichkeit
2.2 Sprachwechsel zwischen dem Hochdeutschen und dem Niederdeutschen
2.3 Wahrnehmung der Sprachen
2.4 Niederdeutsch in der Schule
3 Methodologie
3.1 Umsetzung einer Kleingruppenstudie
3.2 Persönlicher Bezug zu den Studienteilnehmern
3.3 Datenerhebung durch Interviews
4 Empirische Studie zur Alltagssprachlichkeit in Dithmarschen
4.1 Beschreibung der Kleingruppenstudie
4.2 Vorstellung der Sprachbiografien
4.2.1 Alastair Walker: Sprachbiografien aus Nordfriesland
4.2.2 Sprachbiografie Familie A
4.2.3 Sprachbiografie Familie B
4.2.4 Vergleich der Sprachbiografien aus Dithmarschen mit Walkers Ergebnissen
4.3 Ergebnisse der Interviews
4.3.1 Der Sprachgebrauch in der Schule
4.3.2 Der Gebrauch des Niederdeutschen in verschiedenen Lebensphasen
4.3.3 Sprachwechsel
4.3.4 Die Wahrnehmung der Sprachen in Dithmarschen
4.3.5 Entwicklung des Alltagssprachgebrauchs in Dithmarschen
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert des Niederdeutschen innerhalb der Alltagssprachlichkeit in Dithmarschen. Ziel ist es, das Alltagswissen über die Sprachpraxis im ländlichen Raum durch eine empirische Kleingruppenstudie zu dokumentieren und zu analysieren, wobei insbesondere die Auswirkungen von Sprachwechseln auf die familiäre Kommunikation und das Bildungsleben beleuchtet werden.
4.3.1 Der Sprachgebrauch in der Schule
Die Äußerungen der Studienteilnehmer lassen darauf schließen, dass der Sprachgebrauch in der Schule einen wichtigen Teil der Alltagssprachlichkeit in Dithmarschen ausmacht. Obwohl m59 und w55 mit der niederdeutschen Sprache aufgewachsen sind und diese ihre Muttersprache darstellt, haben sie in der Schule Hochdeutsch gesprochen (Interview 2: 1:32-1:53; Interview 6: 16:00-16:09).
Besonders aus den Erfahrungen der mittleren Generation (m59, w55, w54) in der Schule wird deutlich, dass der Erwerb des Hochdeutschen für den Start in die Schulzeit als sehr wichtig angesehen war: M59: „Dann war das aber so [...] Ende der Sechziger, da meinte man [..] die Eltern meinten, man müsste uns Hochdeutsch schon mal ein bisschen beigebracht haben bevor wir zur Schule kamen. [...] Da hätten wir es in der Schule leichter, als wenn wir plötzlich mit einer ganz anderen Sprache konfrontiert werden.“ (siehe Interview 2: 1:38 – 1:51).
W55: „Und mien Mudder hät ok seggt: ‚Ik will nich dat [...] der dat ganze dann lernen muss‘35. Für uns wer dat ja ne Fremdsprache [...].“ (siehe Interview 6: 28:06 -28:21).
W54: „Es wurde ihnen aber erzählt [...], dass man mit den Kindern lieber Hochdeutsch reden sollte, [...] damit sie das Schreiben ein bisschen einfacher haben, das Lesen etwas einfacher haben – und so haben unserer Eltern mit uns Hochdeutsch geredet.“ (Interview 3: 4:47- 5:05).
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Alltagssprache und steckt den Handlungsrahmen der Arbeit ab, um den Stellenwert des Niederdeutschen in Dithmarschen empirisch zu untersuchen.
2 Theorie: Dieses Kapitel erörtert theoretische Aspekte wie Alltagssprachlichkeit, Sprachwechsel, die Wahrnehmung von Sprachen und die Einbindung des Niederdeutschen in den Schulunterricht.
3 Methodologie: Hier wird das Vorgehen der Kleingruppenstudie begründet, inklusive der Auswahl der Teilnehmer, der Bedeutung von Sprachbiografien und der Datenerhebung mittels Interviews.
4 Empirische Studie zur Alltagssprachlichkeit in Dithmarschen: Dieses Kapitel präsentiert die durchgeführte Studie, analysiert die Sprachbiografien der Teilnehmer und diskutiert detailliert die Ergebnisse zu Sprachgebrauch, Sprachwechsel und Wahrnehmung der Sprachen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage nach dem Stellenwert des Niederdeutschen und reflektiert die soziolinguistische Entwicklung der untersuchten Sprechgemeinschaft.
Alltagssprache, Dithmarschen, Niederdeutsch, Hochdeutsch, Sprachwechsel, Code-Switching, Sprachbiografie, Kleingruppenstudie, Ländlicher Raum, Sprachwandel, Regionalsprache, Sprachperzeption, Erziehung, Generationenvergleich, Identität.
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stellenwert des Niederdeutschen innerhalb der Alltagssprache in Dithmarschen und wie sich dieser über verschiedene Generationen verändert hat.
Die zentralen Themen sind Sprachwechsel, die Bedeutung der Schulsprache, die Wahrnehmung des Niederdeutschen als Kulturgut sowie die sprachliche Prägung in landwirtschaftlichen Kontexten.
Das Ziel ist es, das Alltagswissen der befragten Personen zu dokumentieren, um zu verstehen, wie und in welchen Situationen heute noch Niederdeutsch in Dithmarschen gesprochen wird.
Es wurde eine qualitative Kleingruppenstudie durchgeführt, die auf der Methode der Sprachbiografien und narrativen Interviews basiert.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen und verknüpft diese mit den Ergebnissen aus den Interviews, um Sprachgebrauch und Sprachwandel in Dithmarschen detailliert darzustellen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Dithmarschen, Niederdeutsch, Sprachwechsel, Sprachbiografie und der ländliche Alltag.
Die Befragten gaben an, dass insbesondere in der Vergangenheit das Hochdeutsche als zwingend notwendig für den schulischen Erfolg angesehen wurde, was viele Eltern dazu bewog, mit ihren Kindern nur noch Hochdeutsch zu sprechen.
Die Sprache wird stark mit landwirtschaftlichen Betrieben assoziiert; dort findet sich noch am ehesten ein Umfeld, in dem Niederdeutsch im Arbeitsalltag oder in der Kommunikation unter Landwirten genutzt wird.
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