Bachelorarbeit, 2016
27 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Rendulic und die NSDAP
3. Forschungsstand
4. Lothar Rendulic in der Wehrmacht
4.1 Massaker in Jugoslawien
4.2 Die Nordfront
4.3 Heeresgruppe Süd/Ostmark
5. Nach dem Krieg
5.1 Südost-Generäle-Prozess 1948
5.2 In der 2. Republik
6. Schlusswort
Diese Arbeit widmet sich der TäterInnenforschung mit dem Ziel, Dr. Lothar Rendulic und seine kriegsverbrecherischen Handlungen zu analysieren, um ihn in eine Tätergruppe zu klassifizieren und die nationalsozialistische Gesinnung der Wehrmachtführung aufzuzeigen.
Lothar Rendulic in der Wehrmacht
Betrachten wir nun die Rolle von Lothar Rendulic innerhalb der Wehrmacht, in die er am 16.3.1938 als Oberst übernommen wurde. Sein rasanter Aufstieg in der Befehlskette dürfte wohl auch mit seiner politischen Überzeugung in Zusammenhang stehen. Während des 2. Weltkriegs waren es seine Handlungen an zwei Schauplätzen (einmal in Südosteuropa und später in Skandinavien), die später vor Gericht relevant wurden. Besonders durch seine Verbrechen erlangte er als einer der „Südost-Generäle“ „Bekanntheit“ in der Öffentlichkeit.
Im September 1942 war die Wehrmacht zusammen mit Truppen von Ustasa in Kroatien, einem im April 1941 aus den Resten Jugoslawiens geschaffenen Staates, an einem Massaker beteiligt. In Jugoslawien war auch Lothar Rendulic als Generaloberst zuständig. Seine Stellung als Generaloberst und damit seine Befehlsgewalt haben damit zur Folge, dass er für die Vorfälle bzw. dem Handeln der Wehrmacht vor Ort mitverantwortlich war. Schließlich bedeutet dieser Rang, dass er seinen Untergebenen Befehle übertragen hatte. Damit hatte er aber auch die Möglichkeit, bei den diversen „Vorfällen“ anders entscheiden zu können. Er hätte durch seinen Rang möglicherweise auch die Möglichkeit, Massengewalt zu verhindern. Doch betrachten wir nun einmal die diversen „Vorfälle“, in die die Wehrmacht verwickelt war. Der Grund, warum Lothar Rendulic hier als Generaloberst im Einsatz war lag vermutlich darin, dass die österreichischen Militärs der k.u.k. Armee nach dem 1. Weltkrieg als „Balkanspezialisten“ galten.
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen und die Rolle von Lothar Rendulic, der als Generaloberst der Wehrmacht nach dem Krieg aktiv dazu beitrug, das Bild einer „sauberen“ Wehrmacht zu verbreiten.
Rendulic und die NSDAP: Dieses Kapitel beleuchtet Rendulics frühe Parteimitgliedschaft und argumentiert, dass seine Handlungen in Südosteuropa aus einer tiefen nationalsozialistischen Überzeugung und nicht allein aus militärischen Umständen resultierten.
Forschungsstand: Der Forschungsstand konstatiert einen Mangel an Forschung zur Rolle österreichischer Soldaten in der Wehrmacht und hält fest, dass es zwar Literatur zu Rendulic gibt, aber kein Werk, das sich exklusiv mit ihm beschäftigt.
Lothar Rendulic in der Wehrmacht: Hier wird Rendulics Aufstieg in der Befehlskette und seine Verantwortung für Kriegsverbrechen an verschiedenen Schauplätzen untersucht.
Massaker in Jugoslawien: Das Kapitel analysiert Rendulics Beteiligung am Terrorkrieg gegen Zivilisten und seine rechtfertigende Haltung gegenüber Geiselmorden, was ihn als Exzess-Täter ausweist.
Die Nordfront: Diese Sektion untersucht Rendulics rücksichtslose Anwendung der Taktik der „verbrannten Erde“ in Finnland und Norwegen und ordnet diese als ideologisch motiviert ein.
Heeresgruppe Süd/Ostmark: Das Kapitel behandelt Rendulics Einsatz in der Endphase des Krieges, insbesondere die Anordnung fliegender Standgerichte, die seine bedingungslose Treue zur NS-Führung unterstreicht.
Nach dem Krieg: Hier wird der Zeitraum von der Flucht in US-Gefangenschaft bis zur Internierung und dem anschließenden Prozess thematisiert.
Südost-Generäle-Prozess 1948: Dieses Kapitel schildert den Prozessverlauf, die Anklagepunkte, Rendulics Verurteilung und die späteren Strafmilderungen.
In der 2. Republik: Das Kapitel beschreibt Rendulics erfolgreiche Wiedereingliederung, seine politische Karriere in der FPÖ und das Ausbleiben einer kritischen Aufarbeitung seiner Taten durch den österreichischen Staat.
Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt Rendulic als überzeugten Nationalsozialisten und Exzess-Täter, dessen Wirken den Mythos einer „sauberen“ Wehrmacht widerlegt.
Lothar Rendulic, Wehrmacht, Nationalsozialismus, NSDAP, Kriegsverbrechen, Südost-Generäle-Prozess, Jugoslawien, Geiselmord, Täterforschung, Nordfront, verbrannte Erde, Österreich, 2. Republik, FPÖ, Weltanschauungstäter.
Die Arbeit untersucht die Person Lothar Rendulic, seine Rolle innerhalb der Wehrmacht und seine Verstrickung in NS-Kriegsverbrechen, um seinen Status als überzeugter Nationalsozialist zu belegen.
Zentrale Themen sind Rendulics Mitgliedschaft in der NSDAP, seine Befehlsverantwortung bei Massakern auf dem Balkan und an der Nordfront sowie sein Wirken in der österreichischen Nachkriegsgesellschaft.
Das primäre Ziel ist es, durch eine TäterInnenanalyse Rendulic als überzeugten Nationalsozialisten und Exzess-Täter zu klassifizieren und dadurch das Narrativ der „sauberen“ Wehrmacht zu widerlegen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse historischer Quellen, Militärberichten, Prozessakten und der Auswertung zeitgenössischer Forschungsliteratur.
Der Hauptteil analysiert Rendulics militärische Laufbahn, seine Rolle als Generaloberst in Jugoslawien und Norwegen, den Südost-Generäle-Prozess sowie sein späteres politisches Leben in Österreich.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Täterforschung, Wehrmacht-Kriegsverbrechen, ideologische Überzeugung und die mangelnde Aufarbeitung in der österreichischen Nachkriegszeit charakterisiert.
Der Autor führt Rendulics Befehl zur Ermordung von Zivilisten, die exzessive Taktik der „verbrannten Erde“ und die eigenmächtige Einrichtung von Standgerichten als Belege für seine radikale, ideologisch motivierte Vorgehensweise an.
Die Mitgliedschaft wird als Beweis für seine ideologische Festigung gesehen; obwohl sie kurzzeitig zu Nachteilen führte, war sie kein Hindernis für seinen Aufstieg in der Wehrmacht, da er als fähiger, ideologisch linientreuer General geschätzt wurde.
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