Bachelorarbeit, 2015
62 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Was ist Wohnen?
2.2 Nachhaltiger Hausbau in den Townships
2.3 Konzept der Community Participation
3. Wohnungsmarkt für Geringverdiener in Südafrika
3.1 Reconstruction and Development Programme
3.2 Walmer Link Wohnkomplex
3.3 Informal Settlements
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Leitfadengestützes Interview
4.2 Vorbereitung und Durchführung der Interviews
4.3 Reflexion der Vorgehensweise
5. Ergebnisse der Untersuchung
5.1 Auswertung der Interviews
5.1.1 Identifizierte Bedürfnisse der Bewohner
5.1.2 Gründe für den Erfolg oder das Scheitern von Hausbauprojekten
5.1.3 Hemmnisse bei der Implementierung
5.2 African Sustainable House als Lösungsansatz
6. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht die Gestaltung nachhaltiger Hausbauprojekte in der südafrikanischen Eastern Cape Region unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bewohner im Walmer Township, um durch eine qualitative Analyse aufzuzeigen, warum bisherige Ansätze oft nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen.
3.1 Reconstruction and Development Programme
Ins Leben gerufen wurde das RDP unter Mandela, um Wohnraum für die benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu schaffen, welche monatlich über weniger als R3500 verfügen. Das entspricht umgerechnet etwa 250 Euro. Wer mehr verdient, qualifiziert sich nicht für ein solches Haus. Oftmals sind es deshalb arbeitslose Eltern oder schlecht entlohnte ‚domestic workers‘, die ein RDP-Haus zugesprochen bekommen. Zudem hat jeder Bewohner prinzipiell nur Anspruch auf ein durch die Regierung bereitgestelltes RDP-Haus. Die Mietkosten entfallen vollständig, da der Besitz mit der Übergabe des Schlüssels auf den Begünstigten übergeht. Zumeist wird das Haus innerhalb der Familie vererbt, sodass die südafrikanische Regierung sich in den seltensten Fällen wieder einschaltet. Stattdessen werden Aufträge für den Bau neuer Häuser erteilt. Zu der Qualität der RDP-Häuser ist zu sagen, dass die Innenausstattung oftmals nicht fertiggestellt ist und die Bewohner selbst aktiv werden müssen. Häufig sind nicht ausreichend Zimmer für alle Familienmitglieder vorhanden, sodass viele Bewohner ihr RDP-Haus mit einem Anbau vergrößern.
Zwar haben die Begünstigten bei der Übergabe des Hauses anzugeben, ob sie mit der Qualität zufrieden sind oder etwas zu beanstanden haben, aber da das zur Verfügung gestellte Haus oftmals eine wesentliche Verbesserung ihres Lebensstandards darstellt, sind direkte Beschwerden vermutlich eher selten. Zudem fehlt das Wissen darüber, wie ein einwandfrei erbautes Haus auszusehen hat und bestehende Mängel werden möglicherweise erst später bemerkt. Im Jahr 2013 beschwerte sich fast jeder dritte Haushalt in der Eastern Cape Provinz über marode Wände und Dächer. Um das Ausmaß der Problematik zu veranschaulichen, liefert das Institute of Race Relations (IRR) regelmäßige Berichte. Zwischen 2011 und 2014 investierte das Department of Human Settlements (DHS) 2,1 Milliarden Rand, um Nachbesserungsarbeiten zu leisten. Im September 2014 erschien in der lokalen Zeitung ein Artikel über einen Vorfall, wo die Nelson Mandela Bay Gemeinde einen hohen Geldbetrag für solche Arbeiten aufwendete. Diese Geldmittel werden der Gemeinde im Nachhinein jedoch nicht erstattet, da die Investitionen anscheinend noch nicht durch die höhere Instanz bewilligt gewesen waren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der Apartheid und die aktuelle Wohnsituation in den Townships Südafrikas ein und leitet zur zentralen Forschungsfrage dieser Arbeit über.
2. Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten wie „Wohnen“, „nachhaltiger Hausbau“ und das Konzept der „Community Participation“ für den Kontext der Townships definiert.
3. Wohnungsmarkt für Geringverdiener in Südafrika: Es erfolgt ein Überblick über die verschiedenen Unterkunftsformen im Walmer Township, angefangen beim Reconstruction and Development Programme bis hin zu informellen Siedlungen.
4. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die qualitative Forschungsstrategie, einschließlich der Durchführung leitfadengestützter Interviews mit Bewohnern und Experten, sowie eine methodische Reflexion.
5. Ergebnisse der Untersuchung: Dieser Hauptteil analysiert die Bedürfnisse der Bewohner, diskutiert Gründe für Erfolg oder Scheitern von Projekten und evaluiert das African Sustainable House als Lösungsansatz.
6. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und gibt eine kritische Einschätzung zur staatlichen Wohnungspolitik sowie Ausblicke für zukünftige Entwicklungen.
Südafrika, Townships, Walmer Township, RDP-Häuser, Wohnsituation, Community Participation, Nachhaltiger Hausbau, Geringverdiener, Armutsbekämpfung, Korruption, Wohnungsmarkt, Lebensqualität, Sozialer Wohnungsbau, Empowerment, Qualitative Forschung
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Wohnsituation von Geringverdienern in südafrikanischen Townships, insbesondere im Walmer Township, und untersucht die Wirksamkeit von Hausbauprojekten.
Zentrale Themen sind der soziale Wohnungsbau, das Konzept der Community Participation, die Rolle staatlicher Entwicklungsprogramme sowie die sozioökonomischen Auswirkungen der Apartheid-Hinterlassenschaft auf das heutige Wohnen.
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Hausbauprojekte gestaltet sein müssen, damit sie einerseits ihren Zweck erfüllen und andererseits die tatsächlichen Bedürfnisse der Bewohner nachhaltig berücksichtigen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf leitfadengestützten Interviews mit Bewohnern des Townships sowie Experteninterviews basiert und durch eine Inhaltsanalyse ausgewertet wurde.
Der Hauptteil identifiziert spezifische Bewohnerbedürfnisse (Bildung, Sicherheit, Arbeit), diskutiert die Gründe für das Scheitern mancher Projekte, wie etwa Korruption oder Mangel an Kapazitäten, und stellt das „African Sustainable House“ als alternativen Lösungsansatz vor.
Wichtige Begriffe sind Townships, RDP-Häuser, Nachhaltigkeit, Community Participation, Armutsbekämpfung und soziale Absicherung.
Korruption und Misswirtschaft werden als erhebliche Hemmnisse identifiziert, da sie Gelder für den Wohnungsbau veruntreuen, zu minderwertiger Bauqualität führen und das Vertrauen der Bewohner in die Regierung untergraben.
Die Arbeit zeigt, dass eine aktive Einbeziehung (Community Participation) zwar theoretisch gefordert wird, in der Praxis jedoch oft an bürokratischen Hürden, mangelnder Kommunikation und der Überforderung der Verwaltung scheitert, was zu einer Diskrepanz zwischen staatlichen Projekten und dem Bedarf der Bewohner führt.
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