Bachelorarbeit, 2020
78 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 „Geistige Behinderung“ – „Geistige Beeinträchtigung“
2.2 Sexualität – ein Definitionsversuch
2.2.1 Menschliche Sexualität und ihre Funktionen
3 Sexualität und geistige Beeinträchtigung
3.1 Gesellschaftliche Haltungen, Mythen und Tabus
3.2 Selbstbestimmung und Sexualität
3.3 Gesetzliche Grundlagen und rechtliche Aspekte
3.3.1 Sterilisation
3.3.2 Verhütung
3.3.3 Schwangerschaftsabbruch
3.3.4 Ethische Aspekte
4 Lebensbedingungen und ihre Auswirkungen auf die Sexualität
4.1 Familiäre Bedingungen
4.1.1 Auswirkungen auf die Sexualität
4.2 Institutionelle Bedingungen und ihre Auswirkungen
5 Das problemzentrierte Interview nach Witzel
5.1 Interview – ein Mitarbeiter berichtet
5.1.1 Auswertung des Interviews
6 Möglichkeiten passiver und aktiver Sexualassistenz
6.1 Sexualerziehung und -beratung als passive Sexualassistenz
6.2 Sexualbegleitung als aktive Sexualassistenz: das Angebot der Sexualbegleiterin Nina de Vries
6.3 Sexualität und Inklusion
7 Mögliche Schwerpunkte für die Soziale Arbeit
7.1 Der Empowerment-Ansatz
7.2 Das Konzept der Lebensweltorientierung nach Thiersch
8 Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ihre Sexualität frei entwickeln können, welche Hindernisse durch fehlende Angebote existieren und welche Möglichkeiten der Sozialen Arbeit bestehen, um eine selbstbestimmte Verwirklichung der Sexualität zu ermöglichen.
3.1 Gesellschaftliche Haltungen, Mythen und Tabus
Trotz vielfacher theoretischer Weiterentwicklung und Forschung zum Thema Sexualität und Behinderung scheint das gesellschaftliche Bild von beeinträchtigten Menschen und ihrer Sexualität häufig noch immer mit einer Reihe von stereotypen Vorurteilen und Diskriminierungen behaftet zu sein.
So wird ihre Sexualität negiert und es entstehen Mythen und unbelegte Meinungen um die sexuellen Verhaltensweisen dieser Menschen, welche gesellschaftlich häufig etabliert sind und auch weiterhin reproduziert werden: „Sie haben gar keine Sexualität. Sie werden nie eine/n Partner/in bekommen. Es ist besser für sie, keine Sexualität zu entwickeln oder zu leben, da sie sowieso nur enttäuscht werden können. Auch ohne Beziehung und Sexualität kann man glücklich werden. Behinderte können Sexualität nicht beherrschen und können gefährlich werden“ (Schönwiese/Sailer-Lauschmann 2000).
Die Vielfalt der Vorurteile und Diskriminierungen ist immens und reicht sogar bis hin zu eugenischen Haltungen. Doch sind „[d]iese Haltungen […] sicher nicht nur als Vorurteile und Haltungen entsprechend dem gesellschaftlichen Alltag unserer westlichen Welt zu sehen, sondern haben ihren historisch fachlichen Hintergrund, der sich epochal in der Praxis der Institutionen der Behindertenhilfe niedergeschlagen hat“ (Schönwiese/Sailer-Lauschmann 2000). So können auch die ausgebildeten Mitarbeitenden von Wohneinrichtungen sowie die Institution an sich zur Aufrechterhaltung und Beeinflussung dieser Mythen beitragen. Durch Tabuisierung, Verdrängung, Dramatisierung sowie aufgrund von Fehleinschätzungen werden diese Entwicklungen verstärkt und bewahrt.
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die untrennbare Verbindung von Sexualität und menschlichem Dasein und beleuchtet die Hindernisse bei der Umsetzung sexueller Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen.
2 Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe „geistige Behinderung“ und „geistige Beeinträchtigung“ sowie Sexualität mittels Klassifikationssystemen und verschiedener wissenschaftlicher Definitionen.
3 Sexualität und geistige Beeinträchtigung: Das Kapitel analysiert gesellschaftliche Mythen, rechtliche Aspekte wie Sterilisation und Verhütung sowie ethische Fragestellungen im Kontext sexueller Selbstbestimmung.
4 Lebensbedingungen und ihre Auswirkungen auf die Sexualität: Hier werden familiäre und institutionelle Bedingungen untersucht, die als Barrieren oder Förderfaktoren für ein selbstbestimmtes Sexualleben fungieren.
5 Das problemzentrierte Interview nach Witzel: Es wird die Methode des PZI vorgestellt und ein Experten-Interview in einer Wohneinrichtung analysiert, um den praktischen Handlungsbedarf aufzuzeigen.
6 Möglichkeiten passiver und aktiver Sexualassistenz: Dieses Kapitel stellt Konzepte der Sexualbegleitung, Erziehung und Beratung vor und diskutiert diese im Kontext von Inklusion.
7 Mögliche Schwerpunkte für die Soziale Arbeit: Abschließend werden der Empowerment-Ansatz sowie das Konzept der Lebensweltorientierung als Lösungswege für die Soziale Arbeit präsentiert.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit sexualpädagogischer Konzepte zusammen und benennt bestehende Leerstellen für zukünftige Entwicklungen.
Sexualprävention, geistige Beeinträchtigung, sexuelle Selbstbestimmung, Inklusion, Empowerment, Lebensweltorientierung, Sexualassistenz, Behindertenhilfe, Sexualerziehung, Sterilisation, Verhütung, professionelle Unterstützung, Menschenrechte, Fachkräfteausbildung, Sexualität.
Die Arbeit thematisiert die Sexualität von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und untersucht, wie eine selbstbestimmte Auslebung trotz gesellschaftlicher Barrieren und fehlender Konzepte in Wohneinrichtungen ermöglicht werden kann.
Zentrale Felder sind die sexuelle Selbstbestimmung, der Einfluss von Wohn- und Lebensbedingungen, rechtliche Aspekte (z.B. Sterilisation) sowie Methoden der Sexualprävention und -assistenz.
Ziel ist es, den Handlungsbedarf in Institutionen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Ansätze wie Empowerment und Lebensweltorientierung praktisch zu einer Verbesserung der sexuellen Lebensqualität beitragen können.
Die Autorin nutzt das problemzentrierte Interview (PZI) nach Witzel, um qualitative Einblicke in die Arbeit eines Experten in einer Wohneinrichtung zu gewinnen und diese wissenschaftlich auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Begriffe, Recht, Ethik), eine Analyse der Lebensumstände (Familie, Institutionen) und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit assistiven Konzepten (Sexualpädagogik, Sexualbegleitung).
Wichtige Begriffe sind sexuelle Selbstbestimmung, Inklusion, institutionelle Rahmenbedingungen, sexuelle Assistenz und der Empowerment-Ansatz der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit kritisiert, dass Sterilisationen bei Frauen mit geistiger Beeinträchtigung häufig eher auf Wunsch Dritter (Betreuer/Eltern) als aus persönlichem, selbstbestimmtem Wunsch erfolgen, was ethisch und rechtlich hochproblematisch ist.
Er charakterisiert den Umgang als „rückständig“ und beklagt ein fehlendes sexualpädagogisches Konzept sowie die Tendenz vieler Kollegen, das Thema aus Scham oder Überforderung zu tabuisieren.
Die BRK dient als juristischer „Meilenstein“, um das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und ein selbstbestimmtes Leben rechtlich zu untermauern und institutionelle Veränderungen einzufordern.
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