Magisterarbeit, 2013
112 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
1.1 Kurzbeschreibung des Themas
1.2 Persönliche Motive, dieses Thema zu bearbeiten
1.3 Fragestellung
1.4 Zur Vorgehensweise
1.4.1 Zum empirischen Teil
2. Theoretischer Teil
2.1 Einführung in die psychoanalytische Beobachtung im Allgemeinen
2.2 Zur Rolle des Beobachters im Allgemeinen
2.3 Zur Annahme des Systems des Unbewussten nach Sigmund Freud
2.4 Zur Entwicklung des Denkens bei Sigmund Freud
2.4.1 Zum Primärprozess
2.4.2 Zum Sekundärprozess
2.4.3 Zum Prozess der Übertragung
2.4.4 Zum Prozess der Gegenübertragung
2.5 Entwicklung des Denkens nach Melanie Klein
2.5.1 Zur paranoid-schizoiden Position
2.5.2 Zur depressive Position
2.6 Theorie des Denkens nach Wilfred R. Bion
2.6.1 Zur Entwicklung der negativen Kapazität
2.7 Zum Setting in der psychoanalytischen Beobachtung
2.7.1 Zur Containerfunktion der Seminargruppe
2.8 Zur Haltung in der psychoanalytischen Beobachtung
2.9 Zur Rolle des Beobachters in der psychoanalytischen Beobachtung
3. Zur Beantwortung der einleitenden Fragen
4. Empirischer Teil
4.1 Vorstellung Familie A und meine individuellen Beobachtungsbedingungen
4.2 Ausschnitte aus den Beobachtungsprotokollen (zu Familie A)
4.2.1 Der Beginn: Familie A
4.2.2 Der Verlauf der Beobachtung
4.2.3 Der Abschied: Letzte Beobachtung der Familie A
4.3 Vorstellung Familie B und meine individuellen Beobachtungsbedingungen
4.4 Ausschnitte aus den Beobachtungsprotokollen (zu Familie B)
4.4.1 Der Beginn: Familie B
4.4.2 Der Verlauf der Beobachtungen
4.4.3 Der Abschied: Letzte Beobachtung der Familie B
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung von Setting, Haltung und Rollenübernahme für beziehungsförderliche Lernerfahrungen in einer psychoanalytischen Kindbeobachtung zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob ein Verständnis auf bewusster und unbewusster Ebene zwischen Beobachter und Beobachtetem möglich ist.
Ausschnitt aus der dritten Beobachtung der Familie A
Ich folge der Mutter in die Wohnküche. Jetzt bemerke ich, dass die Stimmen, die ich vorher gehört habe, Stimmen aus dem Radio sind. Ich bleibe stehen und blicke mich um. Isa ist nicht im Zimmer. Die Mutter stellt sich neben mich und sagt: „Also ich habe mir gedacht, nachdem wir uns jetzt so oft sehen werden, dass wir uns duzen könnten… wir sind ja ungefähr im gleiche Alter,… da finde ich das sowieso komisch, wenn wir uns siezen.“
Sie blickt mich direkt an und beendet mit einem Lächeln. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet; ich lächle sie verlegen an, weiche einen kleinen Schritt zurück. Ich versuche in Windeseile darüber nachzudenken, welche Reaktion jetzt wohl angebracht wäre. „Ja,… gerne…“, sage ich zögerlich und mit einem verlegenen Lächeln. Die Mutter macht auf mich den Eindruck, als hätte sie mein Zögern bemerkt, sie lacht und streckt mir ihre Hand entgegen und sagt: „Ich bin die S.“ Ich gebe ihr meine Hand und sage: „ich heiße M.“ Ihr Händedruck ist fest und kurz. Wir sehen uns direkt an. Jetzt frage ich, wo Isa ist. Die Mutter sagt, dass sich die Kinder mit dem Papa oben im Stock befinden und das Kinderzimmer aufräumen sollen. Ich sage, dass ich gerne oben beobachten würde. Ich gehe in den ersten Stock.
1. Einleitung: Dieses Kapitel beschreibt das Thema der Arbeit, die persönlichen Motive zur Untersuchung der psychoanalytischen Beobachtung und die zentrale Forschungsfrage.
2. Theoretischer Teil: Hier werden die Grundlagen der psychoanalytischen Beobachtung nach Esther Bick sowie die entwicklungstheoretischen Ansätze von Freud, Klein und Bion dargelegt, die für das Verständnis des Beobachtungsprozesses essentiell sind.
3. Zur Beantwortung der einleitenden Fragen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Fragestellungen in einer reflektiven Zusammenfassung beantwortet.
4. Empirischer Teil: Dieses Kapitel präsentiert die Beobachtungsprotokolle der Familien A und B sowie deren Interpretation unter dem Aspekt der persönlichen Lernerfahrungen und der Rollengestaltung des Beobachters.
Psychoanalytische Beobachtung, Tavistock-Methode, Esther Bick, Unbewusstes, Übertragung, Gegenübertragung, Container, Contained, Projektive Identifizierung, Haltung, Setting, Negative Kapazität, Lernerfahrung, Kindbeobachtung, Selbstreflexion.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Setting, Haltung und der Rolle des Beobachters innerhalb der psychoanalytischen Kindbeobachtung nach dem Tavistock-Modell.
Zentrale Themen sind die psychoanalytische Theorie des Denkens, die Entwicklung empathischer Fähigkeiten durch Erfahrungslernen und die Rolle der Seminargruppe bei der Verarbeitung von Beobachtungsinhalten.
Die zentrale Frage lautet: „Können wir einander auf der bewussten und unbewussten Ebene verstehen?“ in Bezug auf die Bedeutung von Setting, Haltung und Rollenübernahme.
Die Arbeit nutzt die teilnehmende psychoanalytische Beobachtung (Infant Observation) sowie die Auswertung von Beobachtungsprotokollen in der Gruppe als Lern- und Forschungsmethode.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte (Freud, Klein, Bion) als auch die praktische Anwendung bei zwei Familien im Rahmen einer Ausbildung analysiert.
Wichtige Begriffe sind psychoanalytische Beobachtung, Container-Modell, Übertragung, Gegenübertragung und das Lernen durch Erfahrung.
Der Autor zeigt auf, dass Vorinformationen über die Familien zu einer unbewussten Expertenrolle führen können, die den „offenen“ Beobachtungsblick behindert und das „Nicht-Wissen-Aushalten“ erschwert.
Die Seminargruppe dient als „Container“, der den Beobachter dabei unterstützt, intensive Gefühle, die aus der Beobachtung resultieren, zu verarbeiten und in verstehbare, analytische Erkenntnisse zu überführen.
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