Masterarbeit, 2020
81 Seiten, Note: 2
1. Österreich als Migrationsgesellschaft
1.1. Entwicklungslinien der Migrationsbewegungen in Österreich
1.2. Von der Migrationsgesellschaft zur postmigrantischen Gesellschaft
1.3. Diskurse um Migration
2. Rassismus
2.1. Entstehung von Rasse* und Rassismus
2.2. Der Neorassismus/ Kulturrassismus
2.3. Rassismus als gesellschaftliches Verhältnis
2.4. Diskriminierung
2.5. Exkurs: Intersektionalität
3. Rassismus und Machtverhältnisse in Bildungsinstitutionen
3.1. Bildung- Macht- Subjektivierung
3.2. Rassismus und Diskriminierung in der Schule
3.3. Die Rolle der Lehrer*innen
3.5. Beispiele von Rassismus in der Schule
3.6. Universität und Wissensvermittlung
3.7. Bedeutung des Curriculums
4. Das Lehramtsstudium in Österreich
4.1. Lehrer*innenbildung ALT
4.2. Pädagog*innenbildung NEU
4.3. Material und Analyse
4.4. Grobanalyse
4.4.1. Paris- Lodron Universität Salzburg
4.4.2. Pädagogische Hochschule Salzburg
4.4.3. Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz
4.4.4. Pädagogische Hochschule Oberösterreich
4.4.5. Curriculum Cluster Mitte
5. Aktuelle Konzepte zum Umgang mit migrationsbedingter Differenz
5.1. Interkulturelle Pädagogik
5.2. Heterogenität
5.3. Pädagogik der Vielfalt
6. Kritik der aktuellen pädagogischen Diskurse
6.1.1. Differenzfokus
6.1.2. Kulturalisierung
6.1.3. Ressourcenorientierung
7. De-Thematisierung von Rassismus und Machtverhältnissen
8. Perspektiven für eine diskriminierungsfreie Bildung
8.1. Critical Whiteness als neue Perspektive
8.2. Intersektionale Bildung als neue Perspektive
8.3. Engaged Pedagogy
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle von Rassismus und Diskriminierung im österreichischen Bildungssystem mit besonderem Fokus auf die Lehramtsausbildung. Ziel ist es, zu analysieren, ob angehende Lehrkräfte in ihrer Ausbildung adäquat auf den Umgang mit migrationsbedingter Differenz vorbereitet und für rassistische Strukturen sensibilisiert werden, um eine diskriminierungsfreie Lernumgebung zu gewährleisten.
3.5. Beispiele von Rassismus in der Schule
Belege, dass Rassismus Teil des schulischen Alltags ist, gibt es genug. Im Jahr 2018 gab es eine Kampagne, im Zuge derer Personen unter dem #metwo auf den sozialen Medien über ihre Rassismuserfahrungen an der Schule schreiben konnten. Im Folgenden ein paar Beispiele, die aus dem im Standard (2018) veröffentlicht wurden:
Nach der Hauptschule weitergemacht. Lehrer ist verwirrt: mittlere Reife ist für ein Mädchen deiner Herkunft schon mehr als du in der Türkei hättest machen dürfen. Was willst du mit Kopftuch mit Abitur denn machen? Wirst ja eh bald Kinder kriegen
Mein Bruder ist Klassenbester gewesen, 1er Schüler. Erhält eine Klassenarbeit Note 2 vergleicht Fehler mit Mitschüler& stellt fest, dass er trotz weniger Fehler eine schlechtere Note hat. Lehrer nur: wenn ich dir eine 1 gebe, was soll ich dann den deutschen geben?
Nach dem Jungs in meiner Klasse mich wochenlang Affe genannt haben ich meinem Lehrer es erzählt habe, sagt er: ich würde dich eher als Gorilla sehen“
1. Österreich als Migrationsgesellschaft: Das Kapitel beleuchtet Österreichs Geschichte als Einwanderungsland und definiert den Wandel zur postmigrantischen Gesellschaft unter Berücksichtigung verschiedener Diskurse.
2. Rassismus: Hier werden theoretische Grundlagen zu Rassismus, Neorassismus und dessen Funktionsweise als gesellschaftliches Machtverhältnis sowie das Konzept der Intersektionalität erörtert.
3. Rassismus und Machtverhältnisse in Bildungsinstitutionen: Dieses Kapitel analysiert, wie Schulen durch Wissensvermittlung und den „heimlichen Lehrplan“ Machtverhältnisse reproduzieren und wie Lehrkräfte in rassistische Diskurse involviert sind.
4. Das Lehramtsstudium in Österreich: Es folgt eine Untersuchung und Grobanalyse der Curricula verschiedener österreichischer Hochschulen hinsichtlich der Verankerung von Themen wie Heterogenität und Differenz.
5. Aktuelle Konzepte zum Umgang mit migrationsbedingter Differenz: Das Kapitel diskutiert pädagogische Ansätze wie die Interkulturelle Pädagogik, Heterogenitätsorientierung und die Pädagogik der Vielfalt als Konzepte für den Unterricht.
6. Kritik der aktuellen pädagogischen Diskurse: Hier werden die Grenzen der behandelten Konzepte aufgezeigt, insbesondere der Fokus auf Differenzierung und die Gefahr der Kulturalisierung.
7. De-Thematisierung von Rassismus und Machtverhältnissen: Die Autorin kritisiert, dass Rassismus und institutionelle Diskriminierung in den Lehrplänen weitgehend ausgeblendet werden.
8. Perspektiven für eine diskriminierungsfreie Bildung: Abschließend werden Ansätze wie Critical Whiteness, intersektionale Bildung und Engaged Pedagogy als Wege zu einer rassismussensiblen Lehre vorgeschlagen.
9. Fazit und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, Rassismuskritik fest in der Lehramtsausbildung zu verankern, um tatsächliche Veränderungen zu bewirken.
Rassismus, Diskriminierung, Lehramtsausbildung, Migrationsgesellschaft, Postmigration, Intersektionalität, Heterogenität, Bildungsgerechtigkeit, Machtverhältnisse, Curriculum, Critical Whiteness, Pädagogik der Vielfalt, Schulerfolg, Diversität, Schulpflicht.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Diversität in österreichischen Schulen und der Frage, inwieweit die akademische Lehramtsausbildung Lehrkräfte darauf vorbereitet, rassistisch diskriminierungsfrei zu agieren.
Zentral sind die Analyse von Rassismus als gesellschaftliches Machtverhältnis, die Untersuchung institutioneller Diskriminierung im Bildungssystem sowie die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen curricularen Inhalten der Lehrer*innenbildung.
Das Ziel ist aufzudecken, ob und wie das Thema migrationsbedingte Differenz in Curricula verankert ist und ob dabei Konzepte vermittelt werden, die angehende Lehrkräfte für Rassismus sensibilisieren.
Die Arbeit basiert auf einer Textanalyse ausgewählter Studienpläne und Curricula der Lehramtsstudien im österreichischen „Cluster Mitte“ sowie einer theoretischen Fundierung durch aktuelle migrationspädagogische Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Rassismus und Macht, eine Analyse der schulischen Praxis sowie eine detaillierte Auswertung der Curricula von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen.
Die wichtigsten Begriffe sind Rassismus, institutionelle Diskriminierung, Lehramtsausbildung, Heterogenität, Curriculumsanalyse, Machtverhältnisse und rassismussensible Pädagogik.
Der Begriff dient dazu, Menschen zu bezeichnen, die aufgrund von zugeschriebenen Differenzmerkmalen rassistischen Behandlungen ausgesetzt sind, und unterstreicht, dass Rassismus eine soziale Konstruktion ist.
Die Autorin kritisiert, dass zwar Begriffe wie Vielfalt und Heterogenität in Curricula auftauchen, jedoch die tiefgreifende Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und strukturellem Rassismus meist fehlt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

