Diplomarbeit, 2002
61 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung und Aufbau
2. Grundlagen der Finanzrückversicherung
2.1 Begriff der Finanzrückversicherung
2.2 Merkmale der Finanzrückversicherung
2.2.1 Begrenzter Risikotransfer auf den Rückversicherer
2.2.2 Ergebnisteilung mit dem Erstversicherer
2.2.3 Mehrjährige Vertragsdauer
2.2.4 Berücksichtigung von Kapitalanlageerträgen
2.3 Motive des Erst- und des Rückversicherers
2.3.1 Motive des Erstversicherers
2.3.2 Motive des Rückversicherers
2.4. Abgrenzung zur traditionellen Rückversicherung
3. Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.1 Vereinigte Staaten von Amerika
3.1.1 Externe Rechnungslegung
3.1.2 Steuerliche Behandlung
3.1.3 Aufsichtsrechtliche Vorschriften
3.2 Großbritannien
3.2.1 Externe Rechnungslegung
3.2.2 Steuerliche Behandlung
3.2.3 Aufsichtsrechtliche Vorschriften
3.3 Deutschland
3.3.1 Externe Rechnungslegung
3.3.2 Steuerliche Behandlung
3.3.3 Aufsichtsrechtliche Vorschriften
4. Bestimmung des versicherungstechnischen Risikos
5. Vertragsarten der Finanzrückversicherung
5.1 Einteilung der Vertragsformen
5.2 Retrospektive Vertragsarten
5.2.1 Time & Distance- Verträge
5.2.2 Loss Portfolio- Transfers
5.2.3 Adverse Development Covers
5.3 Prospektive Vertragsarten
5.3.1 Financial Quota Share
5.3.2 Prospektive Aggregate-Verträge
5.3.2.1 Reine Funded Cover
5.3.2.2 Reine Spread Loss
5.3.2.3 Kombination aus Funded Cover und Spread Loss
5.4 Blended Cover
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklung der Finanzrückversicherung zu geben. Dabei werden die theoretischen Grundlagen, die unterschiedlichen Vertragsformen sowie die komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen in ausgewählten Ländern analysiert, um die strategische Bedeutung dieses Instruments für Erstversicherer aufzuzeigen.
2.2.1 Begrenzter Risikotransfer auf den Rückversicherer
Die Grundlage der Rückversicherung bildet der Transfer der versicherten Risiken von einem Vertragspartner auf den anderen. Bei der klassischen Rückversicherung übernimmt der Rückversicherer das gesamte versicherungstechnische Risiko des Erstversicherers. Bei der Finanzrückversicherung ist die Risikoübernahme durch den Rückversicherer indessen begrenzt. Er übernimmt vom Erstversicherer versicherungsspezifische Risiken in Form von Underwriting Risk und/ oder Timing Risk sowie andere Risiken. Der Transfer der versicherungsspezifischen Risiken dient der Risikoübertragung, während der Ursprung der anderen Risiken in der Finanzierungsfunktion zu sehen ist und das Selbsttragen von Risiken unterstützen soll.
Beim Underwriting Risk als Teilkomponente des versicherungstechnischen Risikos, besteht die Möglichkeit, dass bezogen auf die gesamte mehrjährige Vertragslaufzeit, der absolute Wert des Gesamtschadens eines Vertrages den erwarteten und kalkulierten Schadenbedarf übersteigt. In diesem Fall reichen die kalkulierten Prämien nicht aus, die Schadenskosten zu decken. Die Ursachen hierfür liegen in höheren realisierten Schadensanzahlen (Schadenanzahlrisiko) oder in unerwartet hohen Schäden (Schadenhöhenrisiko).
Das Timing Risk ist genau wie das Underwriting Risk als Teilkomponente des versicherungstechnischen Risikos zu verstehen. In einigen Fällen wird das Timing Risk in der Literatur als nicht versicherungstechnisches Risiko definiert. Dieser Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden, da es in der Lebensversicherung oft das einzige Risiko darstellt, welches auf den Rückversicherer transferiert wird.
1. Einleitung und Aufbau: Diese Einleitung führt in die Problematik wachsender Großschadenereignisse ein und erläutert den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Untersuchung der Finanzrückversicherung.
2. Grundlagen der Finanzrückversicherung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Finanzrückversicherung, arbeitet deren Kernmerkmale heraus und beleuchtet die Motive der beteiligten Vertragspartner.
3. Gesetzliche Rahmenbedingungen: Hier werden die unterschiedlichen aufsichtsrechtlichen und steuerlichen Vorschriften in den USA, Großbritannien und Deutschland im Kontext der Finanzrückversicherung gegenübergestellt.
4. Bestimmung des versicherungstechnischen Risikos: In diesem Kapitel wird mathematisch dargestellt, wie das versicherungstechnische Risiko innerhalb eines Finanzrückversicherungsvertrags ermittelt und quantifiziert werden kann.
5. Vertragsarten der Finanzrückversicherung: Dieses Kapitel klassifiziert und analysiert detailliert die verschiedenen retrospektiven und prospektiven Vertragsformen sowie deren spezifische Wirkungsweisen.
6. Schlussbetrachtung: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die künftige Bedeutung der Finanzrückversicherung angesichts der unzureichenden rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Finanzrückversicherung, Alternativer Risikotransfer, ART, Underwriting Risk, Timing Risk, Finite Risk, Rückversicherung, Erstversicherer, Rückversicherer, Bilanzoptimierung, Solvabilität, Experience Account, Vertragsarten, Risikotransfer, Kapitalanlageerträge
Die Diplomarbeit behandelt die neueren Entwicklungen der Finanzrückversicherung als Instrument des alternativen Risikotransfers.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern sowie die Systematik der unterschiedlichen Vertragsarten.
Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der Finanzrückversicherung zu geben und zu analysieren, wie diese Produkte zur Steuerung von Risiken und zur Bilanzoptimierung eingesetzt werden.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Auswertung aktueller versicherungswirtschaftlicher Fachliteratur sowie gesetzlicher Standards (z. B. GAAP, SFAS).
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Merkmale der Finanzrückversicherung, einen Vergleich internationaler rechtlicher Rahmenbedingungen sowie eine detaillierte Erläuterung retrospektiver und prospektiver Vertragsmodelle.
Zentrale Begriffe sind Finanzrückversicherung, Alternativer Risikotransfer (ART), Risikotransfer, Underwriting Risk, Timing Risk und Bilanzoptimierung.
Während die traditionelle Rückversicherung primär der Risikoübertragung dient, kombiniert die Finanzrückversicherung Risikotransfer mit einer Finanzierungsfunktion über einen meist mehrjährigen Zeitraum.
Die Regulierung ist entscheidend, da sie festlegt, unter welchen Bedingungen ein Vertrag als Rückversicherung anerkannt wird und somit erfolgswirksam in die Bilanz des Erstversicherers einfließen darf.
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