Bachelorarbeit, 2020
74 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Plastiktüte
2.1 Allgemeines
2.2 Historischer Überblick
2.3 Verschiedene Arten der Einwegkunststofftüte
2.4 Synthese und Herstellung
2.5 Anfänge der Polyethylenherstellung
2.6 Entsorgung von Plastikmüll
2.7 Zersetzungsprozess
3. Verschmutzung (Littering)
3.1 Ursachen für die Verschmutzung
3.2 Arten des Littering
4. EU-Richtlinie 94/62/EG
5. Vermeidung
6. Alternativen
6.1 Biologisch abbaubare Taschen (gemäß EN 13432)
6.2 Plastiktüten aus >80% Blauer Engel würdigem Recyclingkunststoff
6.3 Papiertüten
6.4 Tragetaschen aus Baumwolle
6.5 Vergleich der Ökobilanzen
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Problematik des globalen Plastiktütenverbrauchs und analysiert, ob eine vollständige Vermeidung die Lösung darstellt oder ob alternative Tragetaschen-Modelle eine ökologisch vorteilhaftere Bilanz aufweisen können.
2.2 Historischer Überblick
Betrachtet man die Geschichte und die Anfänge der Plastiktüte, so ist nicht nur die Industriegeschichte zu beachten, sondern auch deren sozialen und gesellschaftlichen Aspekte. Geht man zurück bis in die Urgesellschaft, zu den Sammlern und Jägern, findet man bereits dort die ersten Anfänge von Verpackungen, die beispielsweise für den Transport von Lebensmitteln genutzt wurden. Schon damals gab es den Urtyp der heutigen Plastiktüte, die Spitztüte, welche zum Teil aus größeren Pflanzenblättern gedreht wurde. Kisten, Fässer, Körbe oder Säcke hingegen „lassen sich „erst“ seit den frühen Hochkulturen vor rd. 8000 Jahren nachweisen“ (SCHMIDT-BACHEM 2001:27). Zu den Materialien der von Hand gefertigten Verpackungen zählten unter anderem der Vorläufer des Papiers Tapa, Pergament welches aus Tierhäuten hergestellt wurde, Papyrus und Papier. In Deutschland wurde Papier hingegen erst seit 1390 hergestellt. Ende des 14. Jahrhunderts errichtete Ulman Stormer bei Nürnberg die erste Papier-/ Hadermühle Deutschlands (vgl. SPORHAN-KREMPEL & STORMER 1960:84 ff.). Zu dieser Zeit war jedoch der Begriff der Tüte noch nicht gebräuchlich.
Erst 1540, zur Zeit der Reformation, wurde erstmals das Wort „Dott“ für Tüte von dem evangelischen Theologen Erasmus Alberus, welcher auch Pädagoge und Dichter war, im Wörterbuch aufgenommen. Dennoch etablierte sich dieser Begriff damals noch nicht. Erst 1565 wurde in „Kurtze und gründliche Widerlegung“, einer Streitschrift von H. Wittich, erstmals das Wort „Tüte“ literarisch erwähnt (vgl. SCHMIDT-BACHEM 2001:29 ff.). Insgesamt stammt das Wort Tüte aus dem Niederdeutschen und ist im Hochdeutschen seit dem 16. Jahrhundert gebräuchlich. Ebenfalls gehören die Wörter Beutel, Sack, Tasche, Tragetasche, Sackerl (in Österreich oder Süddeutschland) und Gugg (umgangssprachlich im Schwäbischen) zur Synonymgruppe für die Tüte (vgl. DIGITALES WÖRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE).
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des hohen Plastiktütenverbrauchs und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage.
2. Plastiktüte: Untersuchung der historischen Entwicklung, Herstellungsprozesse sowie der Entsorgungswege von Polyethylen-Produkten.
3. Verschmutzung (Littering): Analyse der Ursachen und Arten von Umweltverschmutzung durch Kunststoffabfälle in der Natur und in den Weltmeeren.
4. EU-Richtlinie 94/62/EG: Darstellung der europäischen Rechtsgrundlagen zur Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen.
5. Vermeidung: Diskussion aktueller politischer Maßnahmen und gesetzlicher Verbote von Plastiktüten.
6. Alternativen: Wissenschaftlicher Vergleich ökologischer Bilanzen verschiedener Materialien wie Biokunststoffe, Papier und Baumwolle.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen Verpackungen.
Plastiktüte, Polyethylen, Ökobilanz, Littering, Kreislaufwirtschaft, EU-Richtlinie 94/62/EG, Biokunststoffe, Recycling, Blauer Engel, Verpackungsgesetz, Nachhaltigkeit, Umweltbelastung, Abfallhierarchie, Mehrweg, Ressourcenverbrauch
Die Arbeit behandelt die Umweltbelastungen durch den Konsum von Plastiktüten und hinterfragt, inwieweit alternative Tragetaschen als ökologisch sinnvollere Ersatzprodukte fungieren können.
Zentrale Schwerpunkte sind die historische Entwicklung der Tüte, die Problematik der Kunststoffentsorgung, politische Regulierungen der EU sowie der wissenschaftliche Ökobilanz-Vergleich verschiedener Materialien.
Das Ziel ist herauszufinden, ob eine vollständige Vermeidung der Plastiktüte sinnvoll ist oder welche Alternativen tatsächlich eine bessere Ökobilanz aufweisen.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender Studien (z. B. des TSL-Technology & Society Lab der Empa) und der dort angewandten ReCiPe-Bewertungsmethode.
Der Hauptteil analysiert neben der Kunststoffherstellung und Entsorgungs-Infrastruktur detailliert die Vor- und Nachteile von Biokunststoffen, Recycling-Kunststoffen, Papiertüten und Baumwolltaschen.
Wichtige Begriffe sind Plastiktüte, Ökobilanz, Kreislaufwirtschaft, Littering, Polyethylen und Recyclingfähigkeit.
Die Produktion von Baumwolle ist extrem wasser- und chemikalienintensiv, weshalb Baumwolltaschen sehr oft wiederverwendet werden müssten, um die Umweltbelastung einer Plastiktüte zu kompensieren.
Hierbei wird Biomasse zunächst stofflich über mehrere Nutzungsstufen verwertet, bevor sie am Ende des Lebenszyklus energetisch oder durch Kompostierung entsorgt wird.
Taschen mit dem "Blauen Engel" aus Recycling-Kunststoff schneiden im Vergleich zu anderen Alternativen am besten ab, da sie den Einsatz von Rezyklaten fördern und Schadstoffe begrenzen.
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