Bachelorarbeit, 2016
60 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Theorie und Methodik
3. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Thyssen“ 1871-1926
3.1 Kindheit, Jugend und Erziehung August Thyssens
3.1.1 Familie
3.1.2 Bildung und Ausbildung
3.1.3 Alltagswelt
3.2 Kindheit, Jugend und Erziehung Fritz Thyssens
3.2.1 Familie
3.2.2 Bildung und Ausbildung
3.2.3 Alltagswelt
3.3 Resümee
4. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Krupp“ 1826-1887
4.1 Kindheit, Jugend und Erziehung Alfred Krupps
4.1.1 Familie
4.1.2 Bildung und Ausbildung
4.1.3 Alltagswelt
4.2 Kindheit, Jugend und Erziehung Friedrich Alfred Krupps
4.2.1 Familie
4.2.2 Bildung und Ausbildung
4.2.3 Alltagswelt
4.3 Resümee
5. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Siemens“ 1880-1919
5.1 Kindheit, Jugend und Erziehung Wilhelm von Siemens
5.1.1 Familie
5.1.2 Bildung und Ausbildung
5.1.3 Alltagswelt
5.2 Kindheit, Jugend und Erziehung Carl Friedrich von Siemens
5.2.1 Familie
5.2.2 Bildung und Ausbildung
5.2.3 Alltagswelt
5.3 Resümee
6. Vergleich und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unternehmensnachfolge in drei ausgewählten deutschen Unternehmerfamilien („Thyssen“, „Krupp“, „Siemens“) im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationserfahrungen der Nachfolgegenerationen.
3.1.1 Familie
August Thyssen wurde am 17. Mai 1842 in Eschweiler als erster Sohn von Friedrich und Katharina Thyssen geboren. Er wächst mit seinen Geschwistern in einer familiären Umgebung auf, die nicht nur den Beginn der Industrialisierung miterlebte, sondern auch den Aufstieg des Bürgertums erfuhr (vgl. Plumpe et al. 2005, S. 209 f.). Wie die folgenden Kapitel zeigen werden, lernte August Thyssen schon von klein auf, dass unternehmerischer Erfolg und Wohlstand, eng mit Arbeit, Fleiß und Leistung verzahnt ist (vgl. Lesczenski 2008, S. 33 f.).
Die Entwicklung August Thyssens, die sich stark an den Werten und Normen des Bürgertums orientierte, war sicherlich zum großen Teil auch der Erziehung und der Charakteristika seiner Eltern geschuldet, die allgemein „als sparsame, fleißige, bescheidene und fromme Leute geschildert [wurden]“ (Wegener 1991, S. 15.). Die gesamte Lebensführung der Familie Thyssen war auf das Unternehmen ausgerichtet und die Erziehung baute maßgeblich auf den klassischen Werten des Wirtschaftsbürgertums, wie z.B. Fleiß, Ordnung, Sparsamkeit, Pflichttreue und Anspruchslosigkeit auf (vgl. S Soénius 2000, S. 67 ff.). Plumpe et al. (2005) konstatieren darüber hinaus aber auch, dass das Zusammenleben innerhalb der Familie und der Umgang unter den Familienmitgliedern „durch eine harmonische und friedliche Atmosphäre“ (ebd., S. 211) bestimmt war und August Thyssens Kindheit stark prägte. Auch Wegener (1991) beschreibt die „friedliche Familienatmosphäre“ im Hause der Thyssens, die nicht nur in einem lebenslangen Zusammenhalt der Eltern und Kinder mündete, sondern sich auch in gemeinsamen wirtschaftlichen Handlungen der Geschwister „unter der Führung ihres Bruders August“ äußerte (Wegener 1991, S. 24). Ein Grund dafür könnte die gemeinsame Sozialisation sein, da sie „[i]n Bezug auf Sparsamkeit und zurückhaltenden Lebensstil […] in gleicher Weise durch ihre Jugend geprägt [wurden]“ (Wegener 2013, S. 32).
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der historischen Bildungsforschung für das Bürgertum und führt in die Fragestellung der Unternehmensnachfolge in den Familien „Thyssen“, „Krupp“ und „Siemens“ ein.
2. Theorie und Methodik: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der historischen Sozialisationsforschung dar und beschreibt die methodische Vorgehensweise anhand einer Fallstudienanalyse.
3. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Thyssen“ 1871-1926: Das Kapitel analysiert die Sozialisationsinstanzen von August und Fritz Thyssen und beleuchtet die Konflikte innerhalb der Familienführung und Unternehmensübergabe.
4. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Krupp“ 1826-1887: Hier werden die Erziehung und der unternehmerische Aufstieg von Alfred Krupp sowie dessen Sohn Friedrich Alfred Krupp im Kontext von sozialem Abstieg und späterem Weltruhm untersucht.
5. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Siemens“ 1880-1919: Dieses Kapitel betrachtet die Sozialisation von Wilhelm und Carl Friedrich von Siemens und hebt das stärker wissenschaftlich geprägte Selbstverständnis dieser Unternehmerfamilie hervor.
6. Vergleich und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der drei Familienanalysen zusammen, vergleicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede und zieht ein Fazit zur Unternehmensnachfolge im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Sozialisation, Historische Bildungsforschung, Wirtschaftsbürgertum, Thyssen, Krupp, Siemens, Industriegeschichte, Erziehung, Industrielle Revolution, Unternehmertum, Sozialisationsinstanzen, Leistungsgesellschaft, Großbürgertum
Die Arbeit untersucht, wie großbürgerliche Unternehmerfamilien im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Nachfolger sozialisierten, um den Fortbestand ihrer Familienunternehmen zu sichern.
Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche historische Sozialisationsforschung, Familienunternehmen, Industriegeschichte und die Erziehungsziele des deutschen Wirtschaftsbürgertums.
Ziel ist es zu klären, wie die Unternehmensnachfolge geregelt war und welche Rolle familiäre Sozialisationserfahrungen, Erziehungsvorstellungen und das soziale Umfeld dabei spielten, die nächste Generation auf die Übernahme der Firmen vorzubereiten.
Die Arbeit ist als historische Fallstudie angelegt, die auf einer umfassenden Literatur- und Sekundäranalyse von Biografien und fachhistorischen Texten zu den Familien Thyssen, Krupp und Siemens basiert.
Im Hauptteil werden pro Familie jeweils die zwei Generationen der Unternehmensnachfolge analysiert, wobei die Bereiche Familie, Bildung/Ausbildung und die allgemeine Alltagswelt der Erben detailliert beleuchtet werden.
Die zentralen Begriffe sind Unternehmensnachfolge, Sozialisation, Familienunternehmen, Wirtschaftsbürgertum sowie spezifisch die Akteure Thyssen, Krupp und Siemens.
Im Gegensatz zu den Montanindustriellen Thyssen und Krupp, die oft eine Alleinherrschaft betonten, zeichnete sich die Familie Siemens durch ein stärker wissenschaftliches Selbstverständnis und eine familienorientierte Erziehung aus, bei der das Unternehmen als Mittel zum Zweck der Familiensicherung diente.
Am Beispiel der Familie Thyssen wird deutlich, dass familiäre Krisen wie eine Scheidung das elternlose Aufwachsen forcieren konnten, was die Beziehung zwischen Vater und Sohn trübte und Konflikte um die Unternehmensnachfolge verschärfte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

