Examensarbeit, 2020
94 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Substanzielle Lernumgebungen im Mathematikunterricht
2.1 Kontexteinbettung und Bedeutung
2.1.1 Konstruktivismus
2.1.2 Heterogenität und die Natürliche Differenzierung
2.2 Begriffsklärung
2.3 Aufgabenformate von Substanziellen Lernumgebungen
2.3.1 Begriff und Kriterien
2.3.2 Tipps zur Konstruktion und Auswahl
2.4 Vorgehen beim Einsatz von Substanziellen Lernumgebungen
3 Mathematisches Argumentieren in der Grundschule
3.1 Bedeutung des Argumentierens
3.2 Verortung in den Bildungsstandards und im Lehrplan
3.3 Begriffsklärung
3.3.1 Argumentieren, Begründen und Beweisen
3.3.2 Argumentationskompetenzen und -prozesse, Argumentation und Argumente
3.4 Wie argumentieren Grundschüler*innen? – Empirische Befunde
3.5 Förderung der Argumentationskompetenzen von Grundschüler*innen
3.5.1 Aufgaben mit Argumentationspotenzial
3.5.2 Argumentation und Sprachförderung
3.5.3 Vorgehen bei der Umsetzung der Argumentationsförderung mit Hilfe Substanzieller Lernumgebungen
4 Konzeption einer Handreichung
4.1 Begründung des Vorhabens
4.1.1 Allgemeines zur Methode der Befragung
4.1.2 Rahmenbedingungen und Datengewinnung
4.1.3 Datenauswertung und erste Schlussfolgerungen
4.2 Konzeption einer Handreichung
4.2.1 Vorstellung und Begründung von Kriterien zur Analyse und Gestaltung
4.2.2 Exemplarische Betrachtung bereits bestehender Empfehlungen
4.2.3 Folgerungen für den Aufbau der Handreichung
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Lehrkräfte der Primarstufe beim mathematischen Argumentieren im Unterricht zu unterstützen, indem sie theoretische Grundlagen sowie praktische Methoden zur Umsetzung substanzieller Lernumgebungen aufbereitet. Ein zentrales Anliegen ist es, Unsicherheiten abzubauen und einen mutigeren Umgang mit komplexen Aufgabenformaten zu fördern, um die mathematischen Kompetenzen der Grundschüler*innen gezielt zu stärken.
2.1.1 Konstruktivismus
Wie Siebert (2005) äußert, liegt das konstruktivistische Denken in vielerlei Disziplinen – so auch in der Pädagogik – „im Trend“ (S. 12). Reich et al. (2005) schreiben, dass sich insbesondere in den letzten Jahren die Konstruktivistische Didaktik als anstrebenswert herausbildete (S. 1). Auch nach 15 Jahren scheint dem noch so zu sein.
Die Kernthese des Konstruktivismus erläutert Siebert (2005) sinngemäß wie folgt: Menschen können die von ihnen als Anregung oder Störung wahrgenommenen Umweltimpulse auf Basis kognitiver und emotionaler Strukturen umwandeln. Dabei gleicht die so erzeugte Wirklichkeit einer Konstruktion beziehungsweise Deutung (S. 12). In der Konstruktivistischen Didaktik wird dem angelehnt Lernen „[…] als eigenständige Konstruktionsleistung des Lernenden“ auf Basis der Wahrnehmung eines Gegenstandes, der Handlung mit ihm und seiner kommunikativen Aushandlung verstanden (Meyer & Jank, 2006, S. 286ff). Der Einzelne konstruiert im Zuge dieses Lernverständnisses aktiv den Sinn des Lerngegenstandes selbst, anstatt diesen vom Experten gelehrt zu bekommen. Über diesen Kerngedanken hinaus gehen folgende Merkmale Konstruktivistischer Didaktik aus der Literatur hervor:
• die Unterstützung von Selbstorganisation und selbstgesteuertem Lernen,
• das lernerzentrierte und prozessorientierte Vorgehen,
• die Rolle der Lehrpersonen als Begleiter und Moderatoren,
• die Perspektivenvielfalt als Ziel,
• die Ermutigung zur Risikobereitschaft und zur Fehlertoleranz (Reich et al., 2005, S. 12; Siebert, 2005, S. 21, S. 108; Wollring, 2007, S. 1f).
Damit das aktiv-konstruktive Lernen gelingt, bedarf es eines Unterrichtsrahmens, in dem selbstbestimmtes, aktiv-entdeckendes und soziales Handeln gefördert werden (Wollring, 2007, S. 1f). Das Konzept der Substanziellen Lernumgebungen setzt an diesem Punkt an.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwechsel im Schulwesen hin zur Heterogenitätsorientierung und definiert das Ziel, Lehrpersonen durch eine Handreichung im Umgang mit substanziellen Lernumgebungen zu unterstützen.
2 Substanzielle Lernumgebungen im Mathematikunterricht: Dieses Kapitel verortet das Konzept der Lernumgebungen im Konstruktivismus sowie der natürlichen Differenzierung und arbeitet Kriterien für substanzielle Aufgabenformate heraus.
3 Mathematisches Argumentieren in der Grundschule: Der Abschnitt erläutert die Bedeutung des Argumentierens als mathematische Kompetenz, stellt theoretische Modelle (wie das Toulmin-Modell) vor und diskutiert empirische Befunde sowie Strategien zur Förderung unter Einbeziehung der Sprachförderung.
4 Konzeption einer Handreichung: Das Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Bedarfsanalyse (Online-Umfrage) und leitet daraus Gestaltungskriterien für die zu erstellende Handreichung ab.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion des Entstehungsprozesses und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung sowie die Verbreitung der erarbeiteten Handreichung.
Mathematikunterricht, Grundschule, Substanzielle Lernumgebungen, Argumentieren, Natürliche Differenzierung, Konstruktivismus, Argumentationskompetenz, Sprachförderung, Aufgabenformat, Didaktik, Lehrerbildung, Handreichung, Forscheraufgaben, Leistungsbeurteilung, Scaffolding.
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung des mathematischen Argumentierens bei Grundschulkindern durch den Einsatz substanzieller Lernumgebungen und der Erstellung einer darauf basierenden Handreichung für Lehrkräfte.
Die zentralen Felder sind die Theorie substanzieller Lernumgebungen, die mathematische Argumentationskompetenz nach Bildungsstandards sowie die didaktische Konzeption einer praxisnahen Unterstützungshilfe für den Unterricht.
Das primäre Ziel ist die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Handreichung, die Lehrkräften Sicherheit bei der Umsetzung von Lernumgebungen und der Förderung von Argumentationskompetenzen bietet, basierend auf Forschungsfragen zum aktuellen Wissensstand und konkreten Empfehlungen.
Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse zu didaktischen Konzepten sowie eine empirische, standardisierte Online-Bedarfsbefragung unter Lehrpersonen zur Konzeption der Handreichung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung (Konstruktive Didaktik, Aufgabenformate, Argumentationsbausteine) und eine angewandte Konzeption (Auswertung einer Umfrage, Kriterienentwicklung für die Handreichung).
Mathematikunterricht, Substanzielle Lernumgebungen, Argumentieren, Natürliche Differenzierung und Sprachförderung sind die prägenden Begriffe.
Die Arbeit verbindet theoretische Fundierung mit einer empirisch gestützten Analyse von Bedarfen und Kriterien, um didaktisch sinnvolle Praxisempfehlungen gezielt herzuleiten.
Da sprachliche Kompetenzen eng mit dem mathematischen Erkenntnisgewinn verknüpft sind, dient Sprache als Werkzeug zum Durchdringen mathematischer Zusammenhänge, was durch einen "Dualen Lernpfad" gefördert wird.
Durch das Konzept der "Natürlichen Differenzierung" sollen alle Kinder an einem gemeinsamen, fachlich gehaltvollen Lerngegenstand auf ihrem jeweiligen Abstraktionsniveau arbeiten können.
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