Bachelorarbeit, 2018
40 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Gang der Argumentation
2. Kreuzfahrttourismus
2.1. Begriffsdefinition
2.2. Entwicklung des Kreuzfahrttourismus
3. Rechtliche Bestimmungen
3.1. Flags of convenience
3.2. International Maritime Organization
3.3. Maritime Labour Convention
4. Die Arbeit an Bord
4.1. Die Besatzung
4.2. Die Unterschiede zwischen der Arbeit an Bord und an Land
4.3. Emotional Labour
5. Internationalität, Hierarchie und deren Auswirkungen
5.1. Diskriminierung und Hierarchie an Bord
5.2. Auswirkungen der Hierarchie auf die Freizeit
6. MitarbeiterInnenzufriedenheit auf Kreuzfahrtschiffen
6.1. Begriffsdefinition
6.2. Zufriedenheit an Bord
7. Zusammenfassung
8. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen und deren Einfluss auf die Zufriedenheit der Besatzungsmitglieder, wobei insbesondere der Zusammenhang zwischen hierarchischen Strukturen, rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Arbeitsalltag analysiert wird.
4.3. Emotional Labour
Emotional Labour definiert sich nach Ashforth/Humphrey als „the act of displaying the appropriate emotion” in Abstimmung mit den sogenannten display rules (1993, S. 90). Der Begriff display rules bezeichnet Vorgaben in Bezug auf Gefühle und Emotionen und wie Emotionen öffentlich ausgedrückt werden sollen (vgl. Ashforth/Humphrey 1993, S. 89f.). Die Definition Ashforth/Humphreys beschreibt den Akt der Darstellung und der Übermittlung der richtigen Emotionen und impliziert ein gewisses Schauspiel. Hierdurch differenziert sich die Definition somit von Hochschilds Definition. Dieser bezeichnet Emotional Labour als „the management of feeling to create a publicly observable facial and bodily display” (Hochschild 1983, S7). Hochschild beschreibt somit eine Ordnung und ein Auseinandersetzen mit den inneren Gefühlen, um infolgedessen die richtigen Emotionen auszudrücken.
Emotional Labour ist von großer Bedeutung für die Kreation von Erlebnissen und insbesondere für die Entwicklung des Kreuzfahrt-Erlebnisses bedeutend (vgl. Johansson/Näslund 2009, S. 53). Für Servicekräfte im direkten Kundenkontakt bedeutet dies neben der Durchführung ihrer Dienstleistung eine Erweiterung um Emotionsarbeit (vgl. Steinecke 2018, S. 182). Angestellte sind somit emotional laborers, die ihre Emotionen vortäuschen beziehungsweise modifizieren müssen (vgl. Grandey 2000, S. 95). Ein Beispiel, wie Kreuzfahrtunternehmen diese Emotionsarbeit sicherstellen, liefert Carnival Cruises. So haben diese alle Türen, die vom Crewbereich zum Gästebereich führen, mit dem Hinweis Share a Smile ausgestattet. (vgl. Kwortnik 2006, S. 293) Von den Angestellten wir erwartet, ständig gute Laune zu verbreiten und ihre eigenen Gefühle zu verbergen. Die eigene Belastung oder Unzufriedenheit soll unterdrückt werden und von den GästInnen ferngehalten werden. (vgl. Steinecke 2018, S. 182f.) Es benötigt einer ständigen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, da die MitarbeiterInnen das Kreuzfahrt-Erlebnis und die Gästeerfahrungen sowie deren Zufriedenheit aktiv mitgestalten (vgl. Grandey 2000, S. 97). Eine Folge dieser Unterdrückung und emotional fordernden Arbeitssituation kann physische sowie psychische Erschöpfung sein. Der Umfang der Folgen kann von Unzufriedenheit bis hin zu einem Burnout reichen. (vgl. Grandey 2000, S. 99f.) Verstärkt wird dieser Umstand des Weiteren durch den zuvor beschriebenen Mangel an einer psychischen Trennung zum Arbeitsplatz.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das rasante Wachstum der Kreuzfahrtindustrie und leitet aus der hohen Fluktuation die Notwendigkeit ab, die Arbeitsbedingungen und deren Einfluss auf die MitarbeiterInnenzufriedenheit zu untersuchen.
2. Kreuzfahrttourismus: Dieses Kapitel definiert den Kreuzfahrttourismus als touristisches Leistungsbündel und skizziert die historische Entwicklung sowie die aktuellen Wachstumstrends der Branche.
3. Rechtliche Bestimmungen: Es werden die internationalen regulatorischen Rahmenbedingungen erläutert, wobei ein besonderer Fokus auf dem Konzept der "Flags of Convenience" sowie den Übereinkommen der IMO und der Maritime Labour Convention liegt.
4. Die Arbeit an Bord: Dieser Abschnitt beschreibt die multinationale Besatzungsstruktur, differenziert zwischen Schiffs- und Landarbeit und geht auf die psychischen Belastungen durch Emotional Labour ein.
5. Internationalität, Hierarchie und deren Auswirkungen: Hier wird der Zusammenhang zwischen Nationalität, Hierarchie und deren negativen Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen sowie die Freizeitgestaltung der Besatzung analysiert.
6. MitarbeiterInnenzufriedenheit auf Kreuzfahrtschiffen: Basierend auf Maslows Bedürfnistheorie werden die Faktoren untersucht, die maßgeblich zur MitarbeiterInnenzufriedenheit beitragen, wobei Verpflegung und Unterkunft eine zentrale Rolle spielen.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass insbesondere Arbeitsbedingungen und Diskriminierung die Zufriedenheit der Angestellten negativ beeinflussen.
8. Ausblick: Der Ausblick identifiziert weiteren Forschungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf die ökonomische Realisierbarkeit von Verbesserungen und die Verknüpfung von MitarbeiterInnen- und KundInnenzufriedenheit.
Kreuzfahrttourismus, Arbeitsbedingungen, MitarbeiterInnenzufriedenheit, Maritime Labour Convention, Flags of Convenience, Hierarchie, Emotional Labour, Personalfluktuation, Besatzung, Internationalität, Sozialpsychologie, Arbeitsalltag, Diskriminierung, Unterkunftsqualität, Identitätsbildung.
Die Arbeit analysiert die Arbeits- und Lebensbedingungen von Besatzungsmitgliedern auf Kreuzfahrtschiffen und untersucht, wie diese Faktoren deren Zufriedenheit beeinflussen.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Seeschifffahrt, die hierarchische Struktur an Bord, die Auswirkungen von emotionaler Arbeit und die Bedeutung von Grundbedürfnissen für die Mitarbeiterzufriedenheit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen gestaltet sind und inwiefern diese zu Unzufriedenheit bei der Crew führen.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Studien und internationaler Abkommen eine kritische Analyse der Arbeitsbedingungen vornimmt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Struktur der Kreuzfahrtindustrie, den rechtlichen Besonderheiten (Flags of Convenience), der täglichen Arbeitspraxis an Bord und den Auswirkungen von Hierarchien auf das soziale Leben der Besatzung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kreuzfahrttourismus, Arbeitsbedingungen, MitarbeiterInnenzufriedenheit, Hierarchie, Emotional Labour und Maritime Labour Convention charakterisiert.
Die Arbeit zeigt eine Korrelation zwischen Herkunftsland und hierarchischer Position, wobei Personen aus Entwicklungsländern vermehrt in niederen, anstrengenden Positionen tätig sind, während Führungspositionen eher mit Menschen aus Industrieländern besetzt werden.
Da Angestellte ständig gute Laune vortäuschen müssen und ihre eigenen Gefühle unterdrücken sollen, führt dies häufig zu psychischer Erschöpfung und Burnout.
Obwohl sie Mindeststandards definiert, zeigt die Arbeit, dass diese in der Praxis oft nur ein Minimum abdecken und durch Ausflaggung Spielräume zur Umgehung besserer Arbeitsbedingungen bestehen.
Die eingeschränkte Privatsphäre aufgrund geteilter Unterkünfte und der fehlenden räumlichen Trennung von Arbeits- und Lebensraum ist eine wesentliche Ursache für Unzufriedenheit.
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