Bachelorarbeit, 2020
21 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kleists Lebensplan unter Einbezug seiner Lebenssituationen
2.1 Kleists Abkehr vom Militär
2.2 Studium und Verlobung
2.3 Würzburger Reise
2.4 Kant-Krise
3. Das Lebensplan-Motiv in Kleists literarischen Werken
3.1 Unerreichbare Ziele
3.2 Das Scheitern an sich selbst
4. Fazit
Die Arbeit untersucht die Entstehung, Entwicklung und das letztliche Scheitern des Lebensplans von Heinrich von Kleist. Dabei wird analysiert, wie Kleist durch Bildung und Tugend nach persönlichem Glück strebte und inwieweit diese philosophische Suche in seine literarischen Werke einfloss, in denen Charaktere an ähnlichen Idealen scheitern.
2.1 Kleists Abkehr vom Militär
Als Spross eines bekannten adligen Brandenburgischen Offiziersgeschlechts 1777 hineingeboren in eine ständische Gesellschaftsordnung, die gerade im Begriff ist, unterzugehen, erlebt der junge Kleist all die ständischen Regeln und auch die Privilegien als Zwang und als Hindernisse auf der Suche nach persönlichem Glück.5 Zudem lastet auf ihm ein großer Druck, der Familienehre gerecht werden zu müssen. Zwar wehrt Kleist sich immer wieder gegen diesen, jedoch liegt darin sicherlich ein Grund für seinen starken Ehrgeiz, Großes leisten zu müssen.6
Bereits mit 14 Jahren tritt Kleist nach dem frühen Tod seines Vaters in das elitäre Potsdamer Garde-Regiment Nr. 15 ein, in dessen Dienst er, teilweise im direkten Kriegseinsatz, sieben Jahre verbringt und wo er Literatur und Philosophie der Aufklärung kennen und schätzen lernt.7 Aus dieser Zeit sind seine ersten beiden Briefe überliefert: Im ersten (März 1793) schildert der gerade zur Vollwaise gewordene Kleist seiner Tante die Verhältnisse seines Quartiers und im zweiten (Februar 1795) bedankt er sich bei seiner Schwester Ulrike für eine selbstgestrickte Weste und bringt bereits seine Unzufriedenheit mit der Militärlaufbahn zum Ausdruck: „Gebe uns der Himmel nur Frieden, um die Zeit, die wir hier so unmoralisch tödten, mit menschenfreundlicheren Thaten bezahlen zu können!“8 Beeinflusst durch die Lektüre aufklärerischer Texte zeigt er also schon hier große Zweifel an der für ihn vorbestimmten Tätigkeit.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Kleists Streben nach Glück und die Bedeutung seines Lebensplans als Antwort auf die Leere einer planlosen Existenz sowie dessen Scheitern.
2. Kleists Lebensplan unter Einbezug seiner Lebenssituationen: Dieses Kapitel analysiert verschiedene biografische Stationen Kleists, wie seine Militärzeit, sein Studium, die Würzburger Reise und die Kant-Krise, und deren Einfluss auf seinen Lebensentwurf.
3. Das Lebensplan-Motiv in Kleists literarischen Werken: Hier wird untersucht, wie die philosophische Frage nach der Lebensbestimmung und das Scheitern an unerreichbaren Zielen in Kleists Dichtung verarbeitet werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kleists Lebensplan ein Spiegel seiner Zeit und seiner persönlichen Krise war und sein literarisches Schaffen maßgeblich prägte.
Heinrich von Kleist, Lebensplan, Glücksstreben, Aufklärung, Kant-Krise, Bildung, Tugend, Existenzialismus, Scheitern, Literatur, Briefwechsel, Willensbestimmung, Schicksal, Menschenliebe, Identitätssuche.
Die Arbeit untersucht den Lebensplan des jungen Heinrich von Kleist, wie er diesen durch seine Biografie entwickelte und wie er schließlich an der philosophischen Erkenntnis über die Unmöglichkeit absoluter Wahrheit scheiterte.
Die zentralen Themen sind der Zusammenhang von Glück, Tugend und Bildung, die philosophische Krise nach der Lektüre Kants sowie die Übertragung dieser Motive auf das Handeln von Kleists literarischen Figuren.
Das Ziel ist es, die Entstehung und den Wandel von Kleists Lebensplan nachzuvollziehen und dessen Reflexion in seinem dichterischen Werk aufzuzeigen.
Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Briefe und Schriften Kleists biografiegeschichtlich kontextualisiert und anschließend auf sein literarisches Werk überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Aufarbeitung der Entstehung des Lebensplans (einschließlich der Kant-Krise) und die Untersuchung der literarischen Umsetzung dieser Motive in Dramen und Erzählungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lebensplan, Kant-Krise, Glück, Tugend, Aufklärung und literarisches Scheitern definieren.
Sie markiert den intellektuellen Zusammenbruch des Lebensplans, da Kleist erkennt, dass die Suche nach absoluter Wahrheit vergeblich ist, was zu einer existentiellen Erschütterung und Neuorientierung führt.
Wie Kleist selbst, versuchen seine Hauptfiguren, sich gegen das Schicksal und die Umstände zu behaupten, scheitern jedoch meist an ihrer eigenen inneren Zerrissenheit oder verspäteter Einsicht.
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