Bachelorarbeit, 2020
45 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Sozialhistorischer Hintergrund
2.2 Ökonomischer Ansatz
2.3 Austauschtheoretischer Ansatz
2.4 Emotionaler Kapitalismus
3. Das Internet als Partnermarkt
3.1 Was ist Online-Dating?
3.2 Wer nutzt Online-Dating Plattformen?
4. Lovoo, Tinder und Bumble
4.1 Selbstdarstellung im Online-Dating
4.2 Bewertungen
4.3 Standardisierung und Wiederholung
5. Paarbildung im Wandel
5.1 Relevante Studien
5.1.1 Nutzermotivation für die Partnersuche
5.1.2 Die Rolle der Bildung
5.1.3 Präferenzen im Online-Dating
5.1.4 Intimität im Internet
5.2 Zusammenfassung der Entwicklungen
6. Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Wandel der Paarbildung in der modernen Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der mediatisierten Partnersuche mittels Dating-Apps. Dabei wird analysiert, wie Technologien wie Tinder, Lovoo und Bumble den Prozess der Partnerwahl beeinflussen und worin die soziologischen Unterschiede zu traditionellen Alltagskontexten bestehen.
4.2 Bewertungen
Eng verflochten mit der Selbstdarstellung auf Dating-Plattformen im Internet sind Bewertungen, die diesbezüglich ebenfalls zum Wandel der Paarbildung beitragen.
Bewertungen haben sich zunehmend zu einer gesellschaftlichen Aktivität entwickelt, die besonders gut auf sozialen Netzwerken oder in diesem Fall, auf Online-Partnerbörsen sichtbar gemacht werden können (vgl. Illouz 2018, S. 169). Laut Illouz (2018) nehmen die Bewertungspraktiken eine entscheidende Rolle in den sozialen Medien ein. Sie sind sowohl als soziale und technische Aktivität fester Bestandteil einer Internetplattform, als auch ein vertrautes Merkmal für die geistige Orientierung der NutzerInnen geworden (vgl. ebd.). Die Bewertung ist auf die „Ermittlung von Wert ausgerichtet“ (Illouz 2018, S. 169), was passend zu den Bewertungskriterien auf Tinder bedeutet, dass die Partnersuchenden zeitgleich zu Bewertenden, als auch zu Bewerteten werden. Das heißt in diesem Zusammenhang werden die Individuen auf Dating-Plattformen, einerseits KonsumentInnen der verfügbaren Bilder und andererseits stellen sie sich durch Bilder selbst dar, um von anderen Nutzern bewertet werden zu können (vgl. ebd.). Bei diesem Prozess wird von einer „Sexualisierung der Persönlichkeit“ (vgl. ebd.) gesprochen, was zur Folge hat, dass Interaktionen in visuelles bewertendes Verhalten umgewandelt werden. Illouz (2018) führt an, dass die visuellen Bewertungen auf Dating-Plattformen über einige zentrale kognitive Eigenschaften verfügen, die bestimmen, wie Beziehungen geformt werden. Besonders Dating-Apps wie Tinder, die Individuen in konsumierbare Bilder und Profile umwandeln, haben diese Eigenschaften im Laufe der Zeit institutionalisiert und formalisiert (vgl. Illouz 2018, S. 170). Mit den Eigenschaften der virtuellen Bewertung sind insbesondere die Schnelligkeit, der binäre Charakter, sowie die Einseitigkeit gemeint (vgl. ebd.). Durch die Veranschaulichung der Akteure in Bildern, kann eine sofortige Bewertung in kürzester Zeit stattfinden (vgl. ebd., S. 169). Die Schnelligkeit der visuellen Bewertung führt allerdings dazu, dass die Partnersuchenden sich nur auf wenige Informationen stützen und dadurch eher konventionelle Attraktivitätsmerkmale bevorzugt wahrnehmen (vgl. ebd., S. 170).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der mediatisierten Partnersuche ein und definiert Tinder als repräsentatives Fallbeispiel für den sozialen Wandel der Paarbildung.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden soziologische Perspektiven der Partnerwahl beleuchtet, einschließlich sozialhistorischer Aspekte, ökonomischer Ansätze und der Theorie des emotionalen Kapitalismus.
3. Das Internet als Partnermarkt: Dieses Kapitel thematisiert das Internet als Medium und Raum der Partnersuche und diskutiert, wer diese Plattformen nutzt und welche soziologischen Rahmenbedingungen dabei wirken.
4. Lovoo, Tinder und Bumble: Die spezifischen Funktionen von Dating-Apps werden vorgestellt, wobei insbesondere die Mechanismen der Selbstdarstellung, Bewertung und Standardisierung im Fokus stehen.
5. Paarbildung im Wandel: Hier werden empirische Studien zusammengefasst, die Nutzermotivation, Bildungsphänomene und Intimität im digitalen Raum untersuchen, und die Gesamtentwicklung bewertet.
6. Diskussion und Ausblick: Das Fazit führt die theoretischen Ansätze mit den empirischen Erkenntnissen zusammen und beantwortet die Forschungsfrage zur Beeinflussung der Paarbildung durch Dating-Apps.
Online-Dating, Paarbildung, Partnerwahl, Dating-Apps, Tinder, Lovoo, Bumble, emotionaler Kapitalismus, Soziologie, Selbstdarstellung, Bewertungspraktiken, Rationalisierung, digitale Partnermärkte, Intimität, soziale Innovation
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse des Wandels der Paarbildung durch die Nutzung digitaler Technologien, insbesondere durch Dating-Apps.
Die zentralen Themen sind der technologische Einfluss auf die Partnerwahl, die Ökonomisierung von Gefühlen, Mechanismen der Selbstdarstellung sowie die Veränderung von Intimität.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dating-Apps den Prozess der Paarbildung beeinflussen und wie sie sich strukturell von traditionellen Partnersuch-Kontexten unterscheiden.
Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Analyse, die wissenschaftliche Artikel, empirische Studien und soziologische Theorieansätze kontextualisiert.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Funktionsweise von Apps wie Tinder, der Rolle des Nutzers als "Produkt" auf einem Markt sowie der empirischen Untersuchung von Motiven und Präferenzen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "emotionaler Kapitalismus", "mediatisierte Partnersuche", "Standardisierung" und "soziale Innovation" geprägt.
Während traditionelle Partnerwahl oft auf physischer Nähe und Zufallsbegegnungen basiert, ist die Online-Partnerwahl durch bewusste, rationale Auswahlprozesse und eine stärkere Instrumentalisierung geprägt.
Bumble wird als App hervorgehoben, die durch das Prinzip, dass Frauen den ersten Schritt machen müssen, aktiv versucht, traditionelle Geschlechterrollen aufzubrechen.
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