Bachelorarbeit, 2018
45 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER TEIL
2.1 KULTUR
2.1.1 Kulturstandards nach Thomas
2.1.2 Kulturdimensionen nach Hofstede
2.1.3 Kulturdimensionen nach Hall
2.1.4 Kulturdimensionen nach Trompenaars
2.2 STEREOTYP
2.2.1 Auto- und Heterostereotyp
2.2.2 Abgrenzung zum Vorurteil
2.3 SELBSTBILD UND FREMDBILD
2.4 IDENTITÄT
3 ANALYTISCHER TEIL
3.1 AUTOR
3.2 UM BRASILEIRO EM BERLIM
3.3 METHODIK
3.4 DAS SELBSTBILD VON BRASILIANERN
3.4.1 Anpassungsfähigkeit
3.4.2 Gastfreundschaft und Kollektivismus
3.4.3 Jeito, Gewaltbereitschaft und Rache
3.4.4 Humor, Zeitverständnis, Ehrlichkeit, Amazonas und Indianer
3.4.5 Blicke und Erotik
3.5 DAS ANGENOMMENE FREMDBILD VON BRASILIANERN
4 SCHLUSS: SYNTHESE DES SELBSTBILDES UND ANGENOMMENEN FREMDBILDES VON BRASILIANERN
Ziel dieser Arbeit ist es, auf Basis des Werkes "Um Brasileiro em Berlim" von João Ubaldo Ribeiro zu untersuchen, ob eine spezifisch brasilianische Identität existiert. Dabei werden das Selbstbild von Brasilianern sowie deren angenommenes Fremdbild analysiert und miteinander kontrastiert.
3.4.1 Anpassungsfähigkeit
Mit dem Satz „Ich bin ein Berliner [Hervorhebung des Autors]“ (Ribeiro 2017: 16) endet die erste Kolumne Ribeiros, welche am 11.06.1990 in der Frankfurter Rundschau erschien. Dies stellt einen gewissen Kunstgriff dar, denn dieser Satz hat sich über die Jahre zu einem politischen Stereotyp auf internationaler Ebene entwickelt. Es geht hierbei allerdings weniger darum, sich politisch versiert oder weltoffen zu geben, sondern es spiegelt vor allem eine wesentliche Eigenschaft des brasilianischen Charakters wider: das absolute Zugehörigkeitsgefühl und die Fähigkeit der Anpassung an die Umgebung, auch wenn oder gerade dann, wenn diese außerhalb Brasiliens liegt.
Dies wird durch weitere Formulierungen Ribeiros in weiteren Kolumnen bestätigt. So beschreibt er an anderer Stelle, „[...] como nós, berlinenses, tratamos de nossa avenida mais famosa [...]“ (Ribeiro 2017: 18), nämlich Ku’damm, anstelle des offiziellen Namens Kurfürstendamm. Zu dem Zeitpunkt ist Ribeiro erst kurze Zeit in Berlin, was ihn jedoch keineswegs davon abhält, sich schon zu dem frühen Zeitpunkt wie ein Einheimischer zu fühlen und sogar zu bezeichnen. Da er nun in Berlin lebt, solidarisiert er sich mit den Bewohnern und ist Teil der Stadt. Dies beinhaltet einen temporären Aspekt, welcher durch die Worte „[...] na minha atual condição de berlinense [...]“ (Ribeiro 2017: 54) bestätigt wird. Für die Zeit in Deutschland sieht sich Ribeiro quasi als Berliner, zurück in Brasilien wird er wieder Brasilianer sein, allerdings nicht ausschließlich: „Voltamos altamente berlinenses“ (Ribeiro 2017: 130). Die Anpassung an Deutschland hinterlässt Spuren und einige erlernte Eigenschaften und Gewohnheiten werden in Brasilien fortgeführt. So wünscht sich Ribeiros Sohn Bento eine, der damaligen deutschen Mode entsprechende, Punkfrisur, seine jüngste Tochter hat sich den deutschen Akzent angeeignet und zu Hause sprechen Ribeiro und seine Frau eine Mischung aus Deutsch und Portugiesisch (vgl. Ribeiro 2017: 30). Es hat eine Vermischung der Kulturen stattgefunden: insbesondere die Sprache als wesentlicher Schlüssel zur Kultur, ist betroffen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der brasilianischen Identität anhand von Ribeiros Buch, inklusive Erläuterung des theoretischen und analytischen Aufbaus der Arbeit.
2 THEORETISCHER TEIL: Theoretische Fundierung durch Definition und Erläuterung der Kernkonzepte Kultur (nach Thomas, Hofstede, Hall, Trompenaars), Stereotyp, Selbst- und Fremdbild sowie Identität.
3 ANALYTISCHER TEIL: Analyse von João Ubaldo Ribeiros Werk "Um Brasileiro em Berlim" hinsichtlich brasilianischer Selbstbilder und angenommener Fremdbilder, unterteilt in thematische Aspekte wie Anpassung, Gastfreundschaft und Zeitverständnis.
4 SCHLUSS: SYNTHESE DES SELBSTBILDES UND ANGENOMMENEN FREMDBILDES VON BRASILIANERN: Zusammenführung der Analyseergebnisse, um Rückschlüsse auf die brasilianische Identität zu ziehen und Gemeinsamkeiten sowie Differenzen zu diskutieren.
Brasilien, Identität, Selbstbild, Fremdbild, Stereotyp, Kulturstandard, Anpassungsfähigkeit, Kollektivismus, Jeitinho, Interkulturalität, João Ubaldo Ribeiro, Literaturanalyse, Migration, Sozialisation, Akkulturation.
Die Arbeit untersucht, ob und wie sich eine brasilianische Identität definiert, indem sie das Selbstbild von Brasilianern dem angenommenen Fremdbild gegenüberstellt.
Die zentralen Felder umfassen kulturelle Anpassung, Gastfreundschaft, Zeitverständnis, soziale Normen wie der "Jeitinho" sowie der Umgang mit Stereotypen.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem brasilianischen Selbstverständnis und der Wahrnehmung durch Deutsche (anhand des Buches "Um Brasileiro em Berlim") aufzuzeigen, um die brasilianische Identität besser zu verstehen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche und kulturanalytische Vorgehensweise gewählt, die auf interkulturellen Theorien (u.a. von Hofstede, Hall, Trompenaars) basiert und diese auf das Primärwerk anwendet.
Der Hauptteil analysiert die Kolumnen von João Ubaldo Ribeiro, um spezifische Eigenschaften wie Anpassungsfähigkeit, Kollektivismus und den Umgang mit staatlichen Systemen in Brasilien aufzuzeigen.
Schlüsselbegriffe sind Identität, Selbstbild, Fremdbild, Stereotypenbildung, Akkulturation sowie der spezifisch brasilianische Begriff "Jeitinho".
Das P-time-Zeitverständnis der Brasilianer wird als Ausdruck von Flexibilität und Gegenwartsfokussierung beschrieben, was in Deutschland bei der Planung von Terminen oft zu interkulturellen Reibungspunkten führt.
Die historische Erfahrung von Repression durch den Staat hat das Vertrauen in Institutionen wie die Polizei stark geschwächt, was das brasilianische Selbstbild durch eine kollektivistische Netzwerkkultur (Familie/Freunde) als Schutzraum kompensiert.
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