Bachelorarbeit, 2020
49 Seiten
Einleitung
1 Therapeutisches Reiten
1.1 Geschichtliche Entwicklung des Therapeutischen Reitens
1.2 Bereiche des Therapeutischen Reitens
2 Heilpädagogische Arbeit mit dem Pferd
2.1 Ausbildung des Reit- oder Voltigierpädagogen
2.2 Das Therapiepferd
2.3 Beziehungsdreieck im Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren
2.3.1 Pädagoge und Pferd
2.3.2 Klient und Pädagoge
2.3.3 Klient und Pferd
2.4 Förderbereiche des Heilpädagogischen Reitens und Voltigierens
2.4.1 Sensomotorische Ebene
2.4.2 Kognitive Ebene
2.4.3 Sozial-emotionale Ebene
3 Beeinträchtigungen in der sozial-emotionalen Entwicklung
3.1 Definition
3.2 Aggressives Verhalten
3.3 Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung
3.4 Ängstliches und sozial zurückgezogenes Verhalten
4 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren als Fördermaßnahme bei Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung in der sozial-emotionalen Entwicklung
4.1 Förderung auf emotionaler Ebene
4.2 Förderung auf sozialer Ebene
4.3 Förderung auf kognitiver Ebene
4.4 Förderung auf sensomotorischer Ebene
5 Kritische Betrachtung des HPRV
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die heilpädagogische Wirksamkeit von Reiten und Voltigieren (HPRV) bei Kindern und Jugendlichen, die unter Beeinträchtigungen in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung leiden. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die pädagogischen Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz des Mediums Pferd eröffnen, um die Entwicklung der Klienten positiv zu beeinflussen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und soziale Kompetenzen zu fördern.
2.3.1 Pädagoge und Pferd
Wie zu Beginn erläutert muss ein Therapiepferd gewisse Voraussetzungen mitbringen. Zum einen muss es beziehungsfähig sein. Diese Beziehungsfähigkeit bringt das Pferd gegenüber dem Pädagogen ein. Dieser muss auf die Beziehung eingehen, diese erwidern und dafür sorgen, dass das Pferd sich in seinem vorgegebenen Lebensraum wohlfühlt (vgl. Voßberg 1998, 178). Zudem muss der Pädagoge parallel dauerhaft klare, bewusste und eindeutige Signale an das Pferd senden, Sicherheit suggerieren und als „Leittier“ Dominanz ausstrahlen. Durch akustische, taktile und optische Signale kommuniziert der Pädagoge mit dem Pferd. Über diese non-verbale Kommunikation erfährt das Pferd Anerkennung, Wertschätzung und Abgrenzung (vgl. ebd.).
Es muss gewährleistet sein, dass der Pädagoge sicher im Umgang mit dem Pferd ist, damit sich auch diese Souveränität und Sicherheit auf den Klienten übertragen kann. Ebenso muss sichergestellt werden, dass das Pferd die akustischen, taktilen und optischen Signale des Pädagogen gehorsam annimmt (vgl. Kaune, G.; Kaune, W. 2006, 98).
Der Kontakt und Umgang mit dem Pferd seitens des Pädagogen sollte immer fair und partnerschaftlich erfolgen, um damit zu einem nachahmenswerten Modell für das Kind zu werden (vgl. Schulz 2005, 29). Durch diese Vorbildfunktion zeigt der Pädagoge, dass jeder Beteiligte des triangulären Beziehungsgeflechts Schutz und Respekt erhält. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Kommunikation des Pädagogen und des Pferdes ist, dass das Pferd dem Pädagogen ermöglicht, Rückschlüsse über Stimmung und Zustand des Kindes zu ziehen. So kann das Pferd müde wirken, aber auch hektisches oder aggressives Verhalten zeigen, wenn ein Kind sich dementsprechend verhält. Ebenso zeigt es durch eigenes An und Abspannen die Spannungen der Kinder an (vgl. Kupper-Heilmann 1999, 40f.).
1 Therapeutisches Reiten: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung des therapeutischen Reitens und gliedert dessen unterschiedliche Fachbereiche.
2 Heilpädagogische Arbeit mit dem Pferd: Hier werden die professionellen Grundlagen beleuchtet, einschließlich der notwendigen Ausbildung von Pädagogen, der Kriterien für geeignete Therapiepferde und der dynamischen Beziehungsarbeit im triangulären Geflecht.
3 Beeinträchtigungen in der sozial-emotionalen Entwicklung: Das Kapitel definiert den Begriff der Verhaltensstörung und fokussiert auf die drei häufigsten Störungsbilder: Aggressives Verhalten, AD(H)S sowie Ängstlichkeit und soziale Zurückgezogenheit.
4 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren als Fördermaßnahme bei Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung in der sozial-emotionalen Entwicklung: Das Hauptkapitel erläutert detailliert, wie HPRV als gezielte Fördermaßnahme auf emotionaler, sozialer, kognitiver und sensomotorischer Ebene wirken kann.
5 Kritische Betrachtung des HPRV: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit Kostenfragen, Qualitätsnormen der Ausbildung sowie ethischen Aspekten des Tierschutzes und der Sicherheit.
6 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das Pferd als Medium durch sein wertfreies Verhalten eine einzigartige Brücke zur individuellen Entwicklungsförderung schlägt.
Heilpädagogisches Reiten, Voltigieren, sozial-emotionale Entwicklung, Therapiepferd, Beziehungsdreieck, Verhaltensstörungen, ADHS, Aggression, Selbstwertgefühl, Sensomotorik, Persönlichkeitsentwicklung, Inklusion, pädagogische Förderung, Beziehungsarbeit, emotionale Stabilität.
Die Arbeit untersucht den Einsatz des Heilpädagogischen Reitens und Voltigierens (HPRV) als pädagogische Methode zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die Schwierigkeiten in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung aufweisen.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Arbeit mit dem Pferd, das spezifische Beziehungsdreieck zwischen Klient, Pferd und Pädagoge sowie die systematische Förderung in verschiedenen Entwicklungsbereichen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie HPRV wirkt und welche positiven Effekte diese Maßnahme auf die soziale, emotionale, kognitive und sensomotorische Ebene bei betroffenen Kindern hat.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und wertet den aktuellen Stand der heilpädagogischen Forschung sowie einschlägige Fachpublikationen aus.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der konkreten Förderwirkung des HPRV bei verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten und der Bedeutung des Pferdes für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.
Wichtige Schlagworte sind Heilpädagogisches Reiten, sozial-emotionale Entwicklung, Therapiepferd, Beziehungsaufbau und Verhaltenskorrektur.
Da eine große Verantwortung gegenüber dem Klienten und dem Tier besteht, ist eine qualifizierte, idealerweise durch das DKThR zertifizierte Weiterbildung notwendig, um sowohl Sicherheit zu gewährleisten als auch pädagogische Erfolge zu erzielen.
Das Pferd reagiert als „erzieherischer Partner“ unmittelbar und sachlich auf das Verhalten des Kindes. Da es nicht menschlich urteilt, erfährt das Kind eine direkte Rückmeldung durch das Tier, was zu einer konstruktiveren Selbstreflexion und Verhaltenskontrolle führen kann.
Bisher fehlen repräsentative Wirksamkeitsstudien in ausreichendem Umfang, weshalb die Kosten aktuell nur in Ausnahmefällen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und die Maßnahme meist privat finanziert werden muss.
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