Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1 Definition Erstsprache
2.2 Mehrsprachigkeit
2.2.1 Bilingualismus/doppelter Erstspracherwerb
2.2.2 Semilingualismus/doppelte Halbsprachigkeit
3. Unterschied frühkindlicher Spracherwerb und Spracherwerb im Erwachsenenalter/Kritische Phase
4. Unterschiede zwischen doppeltem Erstspracherwerb und frühem Zweitspracherwerb
5. Theorien des Erstspracherwerbs
5.1 Die Behavioristische Theorie
5.2 Die Nativistische Theorie
5.3 Die kognitivistische Theorie
5.4 Die interaktionistische Theorie
6. Theorien des Zweitspracherwerbs
6.1 Die Identitätshypothese
6.2 Die Interlanguage-Hypothese
6.3 Interdependenzhypothese/ Schwellenniveau Hypothese
7. Phänomene des Zweitspracherwerbs
7.1 Sprachdominanz
7.2 Sprachmischung
7.3 Sprachverlust-Spracherosion/Sprachverweigerung
8. Voraussetzungen für den Erstspracherwerb vor dem Hintergrund von Zwei- und Mehrsprachigkeit
8.1 Biologische und neurologische Voraussetzungen
8.2 Kognitive Voraussetzungen
8.3 Soziale und emotionale Einflussfaktoren: Input und Elternrolle
8.4 Affektive Faktoren
9. Typen der Bilingualität
10. Lernertypen
11. Kritische Betrachtung der bekanntesten Typen der Bilingualität
12. Vorteile des sukzessiven Spracherwerbs
13. Warum der sukzessive Spracherwerb
14. Sprachenerhalt
15. Mehrsprachigkeit als Chance
16. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte um die effektivste Methode für den Spracherwerb von Kindern mit Migrationshintergrund, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen dem simultanen (doppelten) Erstspracherwerb und dem sukzessiven, frühkindlichen Zweitspracherwerb ab dem Kindergartenalter liegt, um eine fundierte, argumentativ gestützte Empfehlung für eine erfolgreiche sprachliche Erziehung zu formulieren.
4. Unterschiede zwischen doppeltem Erstspracherwerb und frühem Zweitspracherwerb
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem simultanen, also dem doppeltem Erstspracherwerb, und dem sukzessiven bzw. dem frühen Zweitspracherwerb liegt darin, dass sich der Erwerbsprozess einer weiteren Sprache in beiden Erwerbsformen differenziert (vgl. Meisel 2007, 99). Beim sukzessiven Erwerb wird auf zuvor erworbenes sprachliches Wissen zurückgegriffen, da die ersten Phasen der sensorischen und motorischen Entwicklung bereits durchlaufen sind und die Kinder einen kognitiven und sprachlichen Startvorsprung haben (vgl. Nauwerck 2005, 59).
Dies hat zur Folge, dass mehr Möglichkeiten beim Lernen, Speichern und Verarbeiten von Sprache eröffnet werden, was wiederum zur Folge hat, dass der Aneignungsprozess zu Beginn etwas länger und komplexer als beim simultanen Spracherwerb erfolgen kann (vgl. ebd.?). Das Kind wird in der Familie groß, in der die Erstsprache nicht der Umgebungssprache entspricht. Erst mit ca. drei bis vier Jahren, mit Eintritt in den Kindergarten, begegnet das Kind der zweiten Sprache (vgl. Jenny 2008, 19). Die Anfangszeit im Kindergarten ist die Zeit, in der das Kind die Sprache wahrnimmt und aufnimmt. Dies ist die Zeit des Sprachinputs (vgl. ebd.). Sobald das Kind die rezeptive bzw. die stumme Phase überwindet, die bei Kindern sehr unterschiedlich lang andauert, beginnt das Kind mit dem aktiven Sprechen (vgl. ebd.).
Hierbei findet der Spracherwerb unter natürlichen Umständen statt, indem die Kinder spielerisch die Sprache erlernen. Außerdem verlaufen Spracherwerbsphasen der neuen Sprache durch das vorherige Wissen unterschiedlich schnell ab. Entweder kann die Zweitsprache stark verkürzt oder auch etwas verlangsamt erlernt werden. Dies liegt daran, dass die Muttersprache und die Zielsprache bzw. Umgebungssprache nicht immer der gleichen Sprachfamilie angehören (vgl. ebd.). Gehört die Muttersprache beispielsweise der indoeuropäischen Sprache an, kann das Kind einige Phasen überspringen und schon am Anfang mit einem grammatischen Teil beginnen.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die kontroverse Debatte um die optimale Erwerbsmethode für zweisprachig aufwachsende Kinder mit Migrationshintergrund und formuliert die zentrale Fragestellung nach der Rolle der Muttersprache und dem Verhältnis zwischen simultanem und sukzessivem Spracherwerb.
2. Begriffsbestimmung: Hier werden grundlegende Termini wie Erstsprache, Mehrsprachigkeit, Bilingualismus sowie Semilingualismus definiert, um ein theoretisches Fundament für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3. Unterschied frühkindlicher Spracherwerb und Spracherwerb im Erwachsenenalter/Kritische Phase: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Alters für den Spracherwerb unter Berücksichtigung der kritischen bzw. sensiblen Phase und arbeitet qualitative Unterschiede zwischen Kind und Erwachsenem heraus.
4. Unterschiede zwischen doppeltem Erstspracherwerb und frühem Zweitspracherwerb: Hier werden die prozessualen Divergenzen zwischen simultanem Erwerb ab Geburt und sukzessivem Erwerb ab Kindergartenalter analysiert, insbesondere im Hinblick auf kognitive Voraussetzungen und Sprachinput.
5. Theorien des Erstspracherwerbs: Es werden zentrale Spracherwerbstheorien – Behaviorismus, Nativismus, Kognitivismus und Interaktionismus – vorgestellt, um die sprachliche Entwicklung von Kindern zu erklären.
6. Theorien des Zweitspracherwerbs: Dieses Kapitel behandelt Ansätze wie die Identitätshypothese, die Interlanguage-Hypothese und die Interdependenzhypothese, um den Erwerb einer Zweitsprache wissenschaftlich einzuordnen.
7. Phänomene des Zweitspracherwerbs: Es werden sprachliche Begleiterscheinungen wie Sprachdominanz, Sprachmischung (Code-Switching) sowie Sprachverlust (Erosion) detailliert diskutiert.
8. Voraussetzungen für den Erstspracherwerb vor dem Hintergrund von Zwei- und Mehrsprachigkeit: Hier stehen die biologischen, neurologischen, kognitiven, sozialen und emotionalen Faktoren im Mittelpunkt, die für einen gesunden Spracherwerb unerlässlich sind.
9. Typen der Bilingualität: Das Kapitel stellt verschiedene Modelle bilingualer Erziehung vor, darunter die bekannte "Eine Person-Eine Sprache"-Methode, und bewertet deren Anwendung in der Praxis.
10. Lernertypen: Basierend auf Cantone und Haberzettl werden verschiedene Lerntypen (Strand-, Hügel- und Alpentyp) eingeführt, um individuelle Unterschiede im Spracherwerbsprozess zu kategorisieren.
11. Kritische Betrachtung der bekanntesten Typen der Bilingualität: Hier findet eine kritische Analyse der Effektivität von Typen der Bilingualität statt, insbesondere hinsichtlich des Risikos von Sprachverlust oder unvollständigem Erwerb.
12. Vorteile des sukzessiven Spracherwerbs: Dieses Kapitel arbeitet heraus, warum eine gut geförderte Erstsprache als Fundament für den Erwerb der Zweitsprache dient und kognitive Vorteile mit sich bringt.
13. Warum der sukzessive Spracherwerb: Hier werden Argumente für den sukzessiven Spracherwerb als effektiven Weg zusammengefasst, wobei die Bedeutung der kontinuierlichen Förderung der Muttersprache betont wird.
14. Sprachenerhalt: Das Kapitel befasst sich mit der Wichtigkeit des Sprachprestiges und motivierender Maßnahmen durch das soziale Umfeld, um den dauerhaften Erhalt der Muttersprache sicherzustellen.
15. Mehrsprachigkeit als Chance: Abschließend wird Mehrsprachigkeit als eine Bereicherung für das Kind definiert, die bei korrekter Förderung die kognitive Entwicklung und das Selbstbewusstsein stärkt.
16. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet den sukzessiven Spracherwerb als vorteilhaftere und sicherere Methode im Vergleich zum simultanen Erwerb, wobei die schwierige Alltagsumsetzung Letzteren als kritisch erscheinen lässt.
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Die Arbeit analysiert, welcher Weg des Spracherwerbs für Kinder mit Migrationshintergrund effektiver ist: der simultane (doppelte) Erstspracherwerb ab Geburt oder der sukzessive Zweitspracherwerb ab dem Kindergartenalter.
Die Arbeit deckt Theorien zum Erst- und Zweitspracherwerb, Methoden bilingualer Erziehung, Phänomene wie Sprachdominanz und Sprachmischung sowie die Bedeutung der Förderung der Muttersprache ab.
Das Ziel ist es, durch einen Vergleich und eine Analyse der Erwerbsmethoden argumentativ zu bewerten, wie ein möglichst erfolgreicher und sicherer Spracherwerb in zwei Sprachen für Kinder mit Migrationshintergrund gewährleistet werden kann.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, dem Vergleich verschiedener Spracherwerbstheorien und der kritischen Auseinandersetzung mit Fallbeispielen und Studien basiert.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Erklärungsmodellen zum Spracherwerb insbesondere die Bedingungen für Bilingualität, verschiedene Erziehungstypen sowie die Bedeutung sozialer und emotionaler Faktoren analysiert.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie frühkindliche Mehrsprachigkeit, Bilingualismus, Code-Switching, Sprachdominanz, Erst- und Zweitspracherwerb sowie Spracherhalt definieren.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der sukzessive Spracherwerb einen besseren Erhalt der Muttersprache sichert und dass der Erwerb der Zweitsprache von einem bereits vorhandenen, soliden Fundament der Erstsprache profitieren kann.
Ein hohes Prestige der Muttersprache ist essenziell für das Kind, da es die Motivation steigert, die Sprache aktiv zu erhalten, und eine positive Identität gegenüber beiden Kulturen und Sprachen fördert.
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